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Mit Temperament und Feingefühl präsentiert sich der Altenburger Motettenchor beim zweiten Konzert

Mit Temperament und Feingefühl präsentiert sich der Altenburger Motettenchor beim zweiten Konzert

Der Motettenchor Altenburg bildet mit seinem speziellen Repertoire einen sehr schönen Gegenpol zu den großen oratorischen Aufführungen der Altenburger Kantorei in der Brüderkirche, die auch bei der letzten Aufführung gut gefüllt war.

Altenburg.

 

In seinem zweiten Konzert präsentierte der Chor Werke von Hammerschmidt, Scheidt, Schütz, Kaminski und Poulenc. Unter seiner Leiterin Réka-Zsu-zsánna Fülöp bewies dieses Ensemble, was es zu leisten vermag und wo es gegenwärtig noch an seine Leistungsgrenzen stößt.

Immerhin ist es ein Laienchor, der sich da zusammengefunden hat und sich mit Begeisterung an die sakrale Chorliteratur heranwagt. Insofern verdient ein derartiges Konzert Respekt und Anerkennung. Mit einigen Klassikern der Advents- und Weihnachtsmusik eröffnete der Motettenchor das Konzert, mit Andreas Hammerschmidts oft gesungener Motette "Machet die Tore weit" und mit Heinrich Schütz' "Deutschem Magnifikat". Verhalten und innig ließ die Gruppe den Choralsatz "Maria durch ein Dornwald ging" in der Bearbeitung von Heinrich Kaminski erklingen. Eine Entdeckung war die Motette "O Radix Jesse" von Julius van Nuffel mit ihrer aufblühenden Melodik und Harmonik.

Zum zweiten Teil leiteten meditative Worte von Jürgen Hauskeller zum Begriff des Kontrapunktes in Musik und Glaube über. Hier hatte sich der Motettenchor ein schwergewichtiges Stück des 20. Jahrhunderts ausgesucht, nämlich den Zyklus von vier Weihnachtsmotetten des Franzosen Francis Poulenc mit einer expressiven Klanglichkeit. Réka-Zsuzsánna Fülöp führte ihren Chor mit Temperament und Feingefühl bei dieser Musik, wo Mystik und strahlendes Hallelujah dicht beieinander liegen. Es war auf jeden Fall ein Wagnis, dieses schwierige Werk aufzuführen. Und alle Mitglieder des Motettenchores schlugen sich tapfer und sehr motiviert, auch wenn sowohl die Intonation, die Qualität der Einsätze als auch die Textverständlichkeit noch steigerungsfähig sind. Schade auch, dass Lärm von außen gerade die meditative Stimmung der dritten Poulencschen Motette störte.

Ralf Wosch aus Gera steuerte an der Sauer-Orgel zwei berühmte Toccaten dem Programm bei, die von Johann Sebastian Bach in F-Dur BWV 540 und die von Charles-Marie Widor, dessen 75. Todestag 2012 war. Er ging beide Stücke im Tempo sehr rasant an. Weniger wäre hier mehr gewesen, denn bei Bach geht zu schnelles Spiel an dieser Orgel mit ihrer speziellen Technik stets zulasten der Transparenz und Sicherheit. Und bei Widor weiß man durch seine eigenen Aufnahmen und die Überlieferungen seiner Schüler, dass er seine Toccata auf keinen Fall so schnell gespielt haben wollte. Trotzdem war das ein fulminantes Finale.

Da hätte es danach des Hosiannas von Samuel Scheidt eigentlich nicht mehr bedurft, das der Motettenchor trotz einiger Unstimmigkeiten zwischen den beiden Gesangssolistinnen und der begleitenden Orgel nochmals sehr homogen vortrug. Am Schluss gab es viel Beifall und als Zugabe die Wiederholung des "Hodie Christus" von Poulenc. Felix Friedrich

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