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Mit dem schiefen Haus ist jetzt (fast) alles im Lot

Mit dem schiefen Haus ist jetzt (fast) alles im Lot

Lang hat's gedauert, doch nun ist es endlich fast fertig - das schiefe Haus von Altenburg. Morgen soll die Teichvorstadt 4, die seit 2011 aufwendig saniert wird, offiziell ihrer künftigen Bestimmung als Gebäude für altersgerechtes Wohnen übergeben werden.

Altenburg.

Wenn die noch ausstehenden Restarbeiten erledigt sind, ziehen Anfang nächsten Jahres die ersten Mieter ein.

 

Eigentlich hatte der neue Eigentümer, die Familie Schröder aus dem sauerländischen Brilon, die Fertigstellung schon für das Frühjahr 2012 avisiert, doch am Ende brauchte man deutlich mehr Zeit. Es kam zu Bauverzögerung aus verschiedenen Gründen, hieß es aus dem Umfeld des Bauherrn. Einer davon dürfte auf jeden Fall im komplizierten Bauen aufgrund der Schieflage des Gebäudes zu suchen sein.

 

Das weithin sichtbare Haus gründete nämlich ursprünglich auf Eichenholzpfählen. Um das Fundament zu stabilisieren, mussten bis zu 14 Meter lange Betonpfähle ins Erdreich getrieben werden, erläutert der städtische Pressesprecher Christian Bettels auf OVZ-Nachfrage. Während die Gebäudestruktur außen komplett bestehen blieb, sei im Inneren die Korrektur der schiefstehenden Fußböden und Türrahmen erforderlich gewesen. Die Schiefstellung der Böden betrug beispielsweise in einem Geschoss mehr als 40 Zentimeter.

 

"Doch die mühevollen Arbeiten innen und außen haben sich gelohnt. Im Gebäude befinden sich nun 27 seniorengerechte Ein- und Zwei-Raum-Wohnungen mit barrierefreien Duschen", so Bettel weiter. Die Größe reicht von 27,5 bis 59 Quadratmeter Wohnfläche. Die Wohnungen sind barrierefrei und mittels Fahrstuhl bequem erreichbar, dessen Einbau eine weitere große Herausforderung war. Denn er musste lotrecht in das schief stehende Gebäude.

 

Das Interesse an den Wohnungen ist groß, weiß Günther Langer, Chef des gleichnamigen Altenburger Immobilienbüros, der für die Vermarktung zuständig ist. Dies ist nicht verwunderlich, denn die Lage des Gebäudes ist günstig, in wenigen Gehminuten erreicht man das Stadtzentrum mit seinen Geschäften. Und wer aus dem Fenster schaut, kann die Blicke über den Großen oder den Kleinen Teich schweifen lassen.

 

Die Wohnungen werden vom Eigentümer direkt an den jeweiligen Interessenten vermietet. Bei der Vorstellung seines Bauprojekts 2011 hatte Gerhard Schröder allerdings noch erklärt, dass die Altenpflege Sterzig, die in Altenburg auch ein Haus in der Burgstraße betreut, alle Wohnung komplett übernehme und dann weitervermiete. Doch daraus wurde offensichtlich nichts. Nach OVZ-Informationen sollen die Förderrichtlinien, die einen solchen Generalmieter verbieten, der Grund gewesen sein.

 

Denn die öffentliche Hand unterstützte die Sanierung des Hauses, das Schröder für einen symbolischen Euro kaufte, mit Fördergeldern in Höhe von insgesamt 825 000 Euro, davon kommen rund 660 000 Euro aus dem Bund-Länder-Programm für städtebaulichen Denkmalschutz, 165 000 Euro steuert die Stadt Altenburg bei. Zum Vergleich: Die Kosten für den zeitweilig erwogenen Abriss hätten rund 330 000 Euro betragen, und auch daran hätte sich die Stadt mit 117 000 Euro beteiligen müssen.

 

Vielen Altenburgern ist das Gebäude, in dem sich die Gaststätte "Stadt Dessau" befand, ein Begriff. Der Name stammt übrigens noch vom Vorgängerbau des heutigen Gebäudes, erläutert Christian Bettels. Im Jahr 1854 hatte der damalige Besitzer die Gaststätte so genannt, nachdem eine Altenburger Prinzessin den Erbprinzen von Anhalt-Dessau geheiratet hatte. Zu DDR-Zeiten betrieb die sozialistische Handelsorganisation HO dort den Schnellimbiss "Gastronom".

 

Nach der Wende sah die Zukunft des historischen Gebäudes allerdings lange Zeit düster aus. Das 1910 errichtete Wohn- und Geschäftshaus stand seit Anfang der 90er-Jahre leer. Weil es scheinbar keine Perspektive für eine Nutzung gab, favorisierte die Stadt 2007 einen Abriss. 2008 wurde ein letzter Vermarktungsversuch unternommen, um das markante Objekt zu retten. Mit Erfolg.

Ellen Paul

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