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Mit einer Ausnahme sehen die Geldgeber den finanziellen Spielraum fürs Theater ausgereizt

Mit einer Ausnahme sehen die Geldgeber den finanziellen Spielraum fürs Theater ausgereizt

Die Künstler und Angestellten des Altenburg-Geraer Theaters werden trotz vollmundiger, anderslautender Erklärungen ihre Arbeitsplätze mit weiterem Lohnverzicht selbst sichern müssen.

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Ironie der Geschichte oder bewusste Täuschung? Am gleichen Tag, an dem die Gesellschafter vor einem großen Medienaufgebot die Zukunft des Theaters und die Arbeitsplätze seiner knapp 300 Mitarbeiter für gesichert erklärten (l.), unterzeichneten sie ihre sogenannte "unternehmerische Entscheidung". Demnach müssen über 40 Mitarbeiter ihren Hut nehmen, wenn es keinen neuen Haustarifvertrag gibt. Das Theater gibt's dann ab 1. August 2013 nur noch in deutlich abgespeckter Form (r.). Montage: Mario Jahn

Altenburg/Gera. Von Ellen Paul

Gleichwohl sieht auch Wolf zum Abschluss eines neuen Haustarifvertrags keine Alternative. "Wir gehen davon aus, dass man vernunftbegabt ist und weiter ein produzierendes Mehrspartentheater haben möchte." Denn auch er könne sich ein Landestheater ohne Schauspielensemble einfach nicht vorstellen. Wohl aber, dass man mit den anderen Gesellschaftern über einen Weg diskutiert, doch etwas mehr Geld zu geben.

Mit solchen Überlegungen steht der Altenburger Oberbürgermeister freilich ziemlich allein auf weiter Flur. Im Kreistag wäre schon die aktuelle Theaterfinanzierung beinahe gescheitert, von einem "Mehr" kann keine Rede sein. Auch Landrat Sieghardt Rydzewski (parteilos) vertritt die Ansicht, dass mit jährlich 16 Millionen Euro an Zuschüssen und zwei Millionen Euro eigenen Einnahmen sehr wohl anspruchsvolles Theater gemacht werden könne.

Mehr noch. Die CDU des Altenburger Landes kann sich sogar ein Zwei- oder Dreisparten-Theater vorstellen, wie die Chefs von Kreis und Stadt, Uwe Melzer und André Neumann, jüngst erstmals öffentlich erklärten. Das allerdings geht beim Partner Gera selbst ihren Parteifreunden entschieden zu weit.

Der Abschluss von Haustarifverträgen ist nach Ansicht des Vorsitzenden der CDU-Stadtratsfraktion, Hans-Jörg Dannenberg, die vernünftigste Lösung. Die Deckungslücke in Höhe von 2,1 Millionen Euro bei Rückkehr zum Flächentarif ab 2013 kann nicht von den Gesellschaftern aufgebracht werden, sagte Dannenberg. Mit der Finanzierungsvereinbarung von 2013 bis 2016 sei für die kommunalen Gesellschafter die Grenze der Belastbarkeit erreicht. Er sehe daher zu Haustarifverträgen keine vernünftige Alternative. Stellen- und Spartenabbau beim Theater müssten abgewendet werden. Die Geschäftsführung des Theaters solle zügig mit den zuständigen Gewerkschaften Verhandlungen aufnehmen. Um drohende Kündigungen zu vermeiden, müsse die Entscheidung dazu im Mai stehen. "Für eine Erhöhung der Theaterzuschüsse gibt es im Geraer Stadtrat keine Mehrheit", so Dannenberg gegenüber OVZ.

Das untermauert eine Pressemitteilung der Stadtverwaltung, wonach neben der CDU auch die Fraktionen Die Linke, SPD, FDP und Arbeit für Gera (AfG) sowie Oberbürgermeister Norbert Vornehm (SPD) den Abschluss eines neuen Haustarifvertrages favorisieren. "Kommt dieser nicht zustande, sind Strukturveränderungen unumgänglich", heißt es unmissverständlich.

Aus dem Altenburger Stadtrat ist bislang nur die Position der FDP bekannt. "Aus meiner Sicht bleibt nur der steinige Weg, einen neuen Haustarif auszuarbeiten", so Detlef Zschiegner. Der finanzielle Spielraum des Freistaats und der Gesellschafter sei ausgereizt.

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