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Mit schwedischem Charme: Niklas Willén bewirbt sich um Generalmusikdirektorstelle

Mit schwedischem Charme: Niklas Willén bewirbt sich um Generalmusikdirektorstelle

Im Philharmonischen Konzert am Freitag will Niklas Willén (51) sein Können unter Beweis stellen. Ab 19.30 Uhr dirigiert er im Landestheater und bewirbt sich damit um die vakante Stelle des Generalmusikdirektors.

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Niklas Willén dirigiert am Freitag das Philharmonische Konzert. Auf dem Programm stehen Stücke von Schubert, Berg und Zemlinsky.

Quelle: Herby Sachs/WDR

Altenburg. Von Tatjana Böhme-Mehner

Es gibt Musikereignisse, die vergisst man nicht. Bei Niklas Willén war es das Programm, besser gesagt, dessen Zustandekommen, weswegen sich der Abend vor drei Jahren tief ins Bewusstsein so manchen Musikfreundes eingegraben hat: Es war ein auf eine ganz besondere Weise einzigartiges Philharmonisches Konzert - ein Wunschkonzert. Die Zuhörer hatten aus verschiedenen Angeboten ihr Programm selbst zusammengestellt. Mehrheitlich entschieden sie sich für die Programmfolge: Smetanas "Die Moldau", Tschaikowskis 2. Klavierkonzert und Mozarts Sinfonie Nr. 40, g-Moll. Ihren Wunsch erfüllte ihnen Niklas Willén.

Von einer musikalisch völlig anderen Seite wird sich der Schwede diese Woche an gleicher Stelle präsentieren. Dieses Mal kommt der Dirigent als Kandidat für die vakante Generalmusikdirektorenstelle nach Ostthüringen. Gern habe er sich in den letzten Jahren an das Wunschkonzert erinnert. Fantastisch sei das gewesen, erzählt er. Das Haus, der Konzertsaal, das Orchester, überhaupt alle Leute seien sehr nett gewesen, meint er mit einem charmanten, unverkennbar schwedischen Akzent.

Und auch dieses Mal sei das "ein super Programm". Alban Bergs Violinkonzert, das ist sein Lieblingsviolinkonzert überhaupt. Und die "Große C-Dur" ist ihm die liebste unter allen Schubert-Sinfonien. Mit den Balletstücken aus Alexander von Zemlinskys "Der Triumph der Zeit" hat er in diesem Zusammenhang erstmals Bekanntschaft gemacht. Auch von diesem Werk zeigt er sich begeistert.

Und auch davon, dass er auf diesem Wege Martin Funda als Solisten des Violinkonzertes kennenlernen wird, ist der Musiker mehr als angetan. Denn er saß im Saal, als Funda und sein Armida-Quartett im Herbst in München den ARD Musikwettbewerb für sich entschieden.

München, das ist quasi im unmittelbaren Umfeld seines aktuellen Wohnortes Straubing. Überhaupt ist Deutschland für ihn längst zum Heimatland geworden, vor allem weil das kulturelle Leben viel "dichter und aktiver" sei als in Schweden. Nach mehreren Spielzeiten als Chefdirigent in Rostock kennt er den Norden. Im Süden lebt er. Und im Westen ist er Chefdirigent des WDR-Rundfunkorchesters Köln. Insofern träfe es sich doch gut, wenn nun der Osten Thüringens dazukäme, sagt er.

Über Thüringen liest er gerade viele Bücher. Was er bisher davon kennt? Wenn er mit dem Auto von Straubing nach Rostock fahre, kommt er hier vorbei. Da könne man nicht so schnell fahren und folglich Eindrücke von der bemerkenswerten Landschaft sammeln. Er sei ein großer Bewunderer der hiesigen Natur und Kultur. Und vor allem, betont der Musiker, finde er die kleineren Städte in Deutschland wirklich toll.

Was er als Besonderheit in Gera und Altenburg hervorhebt und zu schätzen weiß, ist die Tatsache, dass sich das Theater wirklich im Zentrum befinde. Er will das gern als Symbol sehen dafür, dass Kultur hier wirklich ein zentrales Anliegen ist. Und Kultur ist ihm wichtig, Literatur und bildende Kunst sind seine Hobbys neben Sport und Natur. Und Jazz natürlich. Im Studium hat er sogar als Pianist in einem eigenen Jazzquartett gespielt.

Aber wenn man Dirigent ist und Familie hat, bleibe ja nicht viel Freizeit, meint Niklas Willén, der auch beruflich einige Steckenpferde unterm Sattel hat: Im Bereich der Sinfonik ist es die Romantik, der er sich besonders verschrieben hat, im Bereich der Oper hat er es neben Mozart vor allem mit den italienischen Romantikern. Der Moderne hat sich der Schwede in jeder Hinsicht verschrieben. Zeitgenössische Musik als Ausdruck unserer Zeit, das sei ihm immer ein zentrales Anliegen.

⁄Für das Konzert stellte uns das Theater dankenswerterweise 3 x 2 Freikarten zur Verfügung. Wer gratis dabei sein möchte, muss heute, 15 Uhr, die 03447 313542 wählen. Unter den ersten Anrufern verlosen wir die Tickets. Wem Fortuna nicht hold ist: Karten gibt es an der Theaterkasse (☎ 03447 585160), in der OVZ-Geschäftsstelle am Kornmarkt 1 (☎ 03447 574942) - Abonnenten erhalten an beiden Kassen übrigens zehn Prozent Rabatt - sowie im Internet unter www.tpthueringen.de.

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