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Mitgliederversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Altenburg fördert Verzug bei Neubau zu Tage

Mitgliederversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Altenburg fördert Verzug bei Neubau zu Tage

Altenburg.Den Feuerwehren in der Skatstadt stehen in den nächsten Wochen und Monaten tiefgreifende Veränderungen bevor. Schritt für Schritt werden die bislang bestehenden drei Standorte aufgelöst und Personal sowie Technik sollen von März bis Mai ins derzeit entstehende Gerätehaus im Gewerbegebiet Weißer Berg umziehen.

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Bedächtiges Schweigen während der Altenburger Feuerwehrchef Thomas Wust (stehend) den Jahresbericht verliest. Zum letzten Mal tagen die freiwilligen Kameraden in der Käthe-Kollwitz-Straße zur Mitgliederversammlung.

Quelle: Mario Jahn

Den Feuerwehren in der Skatstadt stehen in den nächsten Wochen und Monaten tiefgreifende Veränderungen bevor. Schritt für Schritt werden die bislang bestehenden drei Standorte aufgelöst und Personal sowie Technik sollen von März bis Mai ins derzeit entstehende Gerätehaus im Gewerbegebiet Weißer Berg umziehen. Das geht nicht ohne Trennungsschmerz vom alten Domizil und ohne Befindlichkeiten.

 

Die Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Altenburg am Freitagabend zeigte Ersteres deutlich. "Klar tut das schon ein wenig weh, wenn man nach Jahrzehnten so etwas wie seine zweite Heimat verlassen muss", gestand Rudolph "Rudi" Naumann, der den Stützpunkt Mitte leitet. Ein wenig wollte man am Freitag mit der Sitzung auch Abschied vom alten Domizil nehmen, fügte er hinzu. Aber die Bedingungen im neuen, gemeinsamen Gerätehaus werden sich immens verbessern, fügte Naumann an, der sich deshalb auch auf den Umzug freut - wie viele der freiwilligen Kameraden in den Einsatzabteilungen Nord und Mitte.

Aber es gab auch Skeptiker - vor allem aus dem Feuerwehrverein -, die permanent ein eigenes Domizil einforderten. "Wir geben dem Verein gern Unterstützung. Aber ein eigenes Gebäude, dass wir auch noch als Stadt bezahlen sollen, wird es nicht geben. Da hört unser Verständnis auf", sagte Altenburgs Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD), wobei er durchaus Verständnis für den Trennungsschmerz von manchem Kameraden zeigte. "Mit diesen lang genutzten Objekten identifiziert man sich und gegenüber Neuem besteht oft Skepsis. Aber das Neue sollten alle gemeinsam angehen. Denn Wunder sind nicht zu erwarten." Die finanzielle Lage der Kommune sei ohnehin schon dramatisch und eine Besserung nicht absehbar.

Deshalb hat die Stadt auch alle drei nun frei werdenden Immobilien verkauft oder will dies noch. "Immobilien, die uns nur Geld kosten, müssen wir abwerfen", erklärte der OB. In der Post und der Käthe-Kollwitz-Straße sei das bereits gelungen. Neu war am Freitagabend aber die Information, dass auch der bisherige Standort der Berufsfeuerwehr in der Münsaer Straße in absehbarer Zeit abgestoßen werden soll. "Erst haben wir an eine Umnutzung für unsere Archäologen gedacht, aber von der Idee wurde sich mittlerweile getrennt", so Wolf weiter.

Zudem hatte das Stadtoberhaupt Neuigkeiten in Sachen Gerätehausneubau am Weißen Berg in der Tasche: Sicher sei der Bau beinahe abgeschlossen. Doch: "Der Bauverlauf wird sich verschieben, weil der Estrich macht, was er will", teilte Wolf mit. Zu gut Deutsch: Nichts geht derzeit im Inneren vorwärts, weil der Estrich nicht so trocknet, wie er soll. "Wir rechnen mit circa drei Wochen, die vergehen müssen, bis wir wieder beginnen können."

An der Terminschiene für die Umzüge der einzelnen Wehren ändert dies zwar nichts. Dafür aber an den Einweihungszeremonien. Ursprünglich sollte am 21. April im Beisein von Thüringens Innenminister Jörg Geibert (CDU) gefeiert werden. Ein Termin mit Geschmäckle. Denn tags darauf stehen auch die Oberbürgermeisterwahlen an. Das Fest sei abgesetzt, sagte Wolf und wies zugleich jegliches taktisches Kalkül zurück: "Ich habe es nicht nötig, dass wir mit aller Kraft nach diesem Termin für eine Prestigeveranstaltung hecheln. Zudem stand dieser Termin zur Einweihung schon viel eher fest, als der Wahltermin."

Ein Innenminister gäbe der Feier zur Realisierung eines solchen Millionenprojektes aber den angemessenen Rahmen, erklärte der OB weiter. Nun beehrt Geibert die Altenburger Floriansjünger am 23. Juni in ihrem neuen Domizil. Damit das keine Party ohne Anteilnahme der Bürgerschaft wird, wurde auch der eigentlich für den 30. Juni geplante Tag der offenen Tür gleich mit auf jenen 23. Juni vorgezogen. Das war offenbar zu viel Neues für die Kameraden an diesem Abend. Zur Diskussion meldete sich jedenfalls niemand mehr.

Was blieb, war nach weniger als einer Stunde Sitzung nochmals ein leidenschaftlicher Appell von Altenburgs Feuerwehrchef Thomas Wust an die anwesende Runde zur Gemeinsamkeit: "Lasst uns zusammenwachsen und damit das neue Gerätehaus zu Hundert Prozent mit Leben erfüllen." In einer Arbeitsgruppe, in der Vertreter aller drei alten Feuerwehrstandorte der Stadt saßen, seien doch alle Bedenken und Probleme sachlich und auf Augenhöhe beredet worden.

Dann lichtete sich die Runde beim gemütlichen Teil recht schnell. Die Kameraden des Kommandos Nord sollen in der Poststraße eine eigene Feier vorbereitet haben ...

 

-Kommentar

Jörg Wolf

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