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Altenburg Mitmach-Musical begeistert Publikum im ausverkauften Landestheater in Altenburg
Region Altenburg Mitmach-Musical begeistert Publikum im ausverkauften Landestheater in Altenburg
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18:09 25.01.2016
35 Jahre Traumzauberbaum – das Familien- und Mitmach-Musical begeistert die Zuschauer im Landestheater.  Quelle: Mario Jahn
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Altenburg

 Das Landestheater ist bis auf den letzten Platz gefüllt. Erwartungsvolle Kinder mit nicht minder erwartungsvollen Eltern oder Großeltern an der Seite, die gemeinsam anderthalb Stunden Spaß haben und – zumindest der eine Teil – dabei noch so herrlich in Erinnerungen schwelgen. Ich glaube, das hätte ihm gefallen, dem Reinhard Lakomy da oben auf Wolke 7. Heute vor einer Woche wäre der begnadete Musiker 70 Jahre alt worden und hätte zugleich den 35. Geburtstag des von ihm erschaffenen Traumzauberbaums (nach)feiern können. Es ist Lacky leider nicht vergönnt gewesen. Er starb vor drei Jahren. Doch seine Geschichtenlieder leben. Und wie! Beim jüngsten Gastspiel des Reinhard-Lakomy-Ensembles am Sonntagnachmittag in Altenburg war dies einmal mehr eindrucksvoll zu erleben.

Hatte man schon mit großem Erstaunen registriert, dass die von Lakomy und seiner Ehefrau Monika Erhardt geschriebenen Geschichtenlieder die Wende so unbeschadet überstanden hatten, wurde spätestens nach dem Tod des kleinen Mannes mit der schlohweißen Wallemähne dann doch das endgültige Aus für die alljährlichen Tourneen vorausgesagt. All diejenigen sollten sich gewaltig irren. Das Familien- und Mitmach-Musical erfreut sich auch ohne die Teilnahme seines Erfinders am Synthesizer unvermindert großer Beliebtheit. Erneut waren auch in Altenburg die Karten schnell vergriffen.

Auf dem Programm der Jubiläumstournee stand ein Querschnitt durch die 35-jährige Geschichte der Geschichtenlieder, der selbstverständlich mit dem Lied aller Lieder „Ich bin der Traumzauberbaum“ eingeläutet wurde. Auch andere Hits aus der Anfangszeit wie das Küsschen- und das Regelied oder der „Klopsmops“ durften natürlich nicht fehlen. Aber seither sind viele neue Blätter am Traumzauberbaum gewachsen. Und auch weitere Akteure sind hinzugekommen wie der Wolkengeist Zausel oder der Zauberer Neid.

Um die Geschichtenlieder und ihre Botschaft unters begeistert mitgehende Publikum zu bringen, bedarf es relativ wenig. Da ist lediglich der Traumzauberbaum, der vorhangähnlich die Bühne in ihrer gesamten Höhe füllt und mit dem Öffnen seiner hinter Riesen-Nussschalen verborgenen Augen Lebendigkeit suggeriert. Und da sind ein Nest, zwei Hocker und Technik. Mehr braucht es nicht, denn das Wichtigste an diesem Nachmittag sind die Akteure: die beiden Waldgeister Moosmutzel und Waldwuffel sowie Agga Knack , die freche Traumlaus. Hinzu kamen der Wolkenzausel und der Zauberer Neid. Olivia Winter zeigt sich als Moosmutzel kess, komisch und allerliebst. Susi Wiemers Waldwuffel wünscht man sich doch glatt als Freund, und Barbara Hellmuth gibt Agga Knack als herrlich rotzige Göre, die gern die Blätter vom Traumzauberbaum zappzarappt – sogar zur Geburtstagsfeier.

In ihren knallbunten Kostümen und einer wunderbar kindgerechten, offenen Art erobern sie ihr Publikum im Handumdrehen. Und so lassen sich die Mädchen und Jungen nicht lange bitten, als es ans Mitmachen auf der Bühne geht.Und das gleich viermal am Sonntagnachmittag. Vor allem bei der traditionellen Lacky-Lok bevölkerten die Mädchen und Jungen zuhauf die Bühne. Natürlich durfte eine große Geburtstagstorte nicht fehlen, die Waldwuffel mit Luftballons herbeibrachte. Und die Erwachsenen, die an diesem Nachmittag die Karten garantiert nicht nur der Kinder oder Enkel zuliebe erstanden haben, griffen verzückt zu Fotoapparat und Handy, um ihren Nachwuchs für die Nachwelt festzuhalten.

Man braucht vermutlich kein Prophet zu sein, um vorherzusagen, dass die Geschichtenlieder mit ihren traumhaft schönen Texten, die Autorin Monika Ehrhardt ihren skurrilen, wunderlichen und poetischen Figuren auf den Leib geschrieben hat und denen Reinhard Lakomy wunderbare Melodien verpasste, noch viele Jahre einen begeisterten Ansturm auf Theater und Veranstaltungshallen auslösen werden.

Von Ellen Paul

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