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Altenburg Mitnetz investierte in vergangenen zehn Jahren zehn Millionen Euro im Altenburger Land
Region Altenburg Mitnetz investierte in vergangenen zehn Jahren zehn Millionen Euro im Altenburger Land
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00:35 15.03.2018
Noch werden in Kriebitzsch die Wohnhäuser mit Strom via Freileitungen versorgt. Laut Bürgermeister Bernd Burkhardt ist auch noch kein Termin verabredet, wann hier auf Erdkabel umgestellt wird. Quelle: Mario Jahn
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Altenburg

Das Jahr 2018 ist mit Wetterextremen gestartet. Dazu zählt neben dem Kälteeinbruch Ende Februar vor allem das Sturmtief Friederike. Bekanntermaßen hatte der Orkan gerade im Altenburger Land große Schäden verursacht. So war etwa ein Teil von Rositz lange ohne Strom, nachdem Oberleitungen beschädigt wurden. Nicht zuletzt um solche Störungen zu vermeiden, werden seit Jahren in den Dörfern und über Land die Leitungen schrittweise in den Boden verlegt.

„Nach dem Sturm kam natürlich die Frage nach der Verkabelung bei Mitnetz Strom noch einmal auf“, so Pressesprecherin Maxi Rudolph. Die Mitteldeutsche Netzgesellschaft Strom (Mitnetz Strom) verkabele seit Jahren im Altenburger Land das Mittel- und Niederspannungsnetz. Neue Mittel- und Niederspannungsleitungen würden, wenn es technisch umsetzbar ist, grundsätzlich in die Erde gelegt. „Auch Leitungen, die altersbedingt zu erneuern sind, werden als Erdkabel geplant“, zählt Rudolph weiter auf.

Bis jetzt konnte so im Altenburger Land im Mittel- und Niederspannungsbereich ein Verkabelungsgrad von aktuell circa 74 Prozent erreicht werden. Der Verkabelungsgrad im gesamten Netzgebiet der Mitnetz Strom liegt übrigens bei 60 Prozent.

Grundsätzlich plane das Unternehmen, bis 2035 etwa 90 Prozent der Nieder- und Mittelspannungsleitungen in die Erde zu bringen. Dass keine 100 Prozent angestrebt werden, liege vor allem daran, dass die örtlichen Gegebenheiten dies nicht überall zulassen. „Beispielsweise konnten in Rositz 2017 rund 400 Meter Niederspannungsleitung auf Grund des angestiegenen Grundwassers nicht verkabelt werden“, so die Pressesprecherin. Zudem sind Bebauung, Kosten, ungünstige Eigentumsverhältnisse oder Schutzgebiete oft Gründe für das weitere Nutzen von Freileitungen.

Im Kreis seien so binnen zehn Jahren dennoch mehr als zehn Millionen Euro Baumaßnahmen investiert worden, auch die Erdverkabelung zähle. Ein genaue Zahl liegt nicht vor, weil Erdkabel in der Regel im Rahmen größerer Baumaßnahmen verlegt werden, deren Ziel die Erhöhung der Versorgungssicherheit sei, so Rudolph. Wozu auch der Ausbau der Leitungskapazität sowie der Einbau von „intelligenter“ Netztechnologie zählt, erklärt Sprecherin Rudolph weiter.

Die Hochspannungsleitungen sind im Altenburger Land ausschließlich Freileitungen. Die Erdverkabelung für Hochspannungsstromtrassen regelt ein Gesetz.

Zu den umfangreichen Maßnahmen im Kreis gehört bis heute der 2015 umgesetzte Ersatz der Mittelspannungsfreileitungen vom Umspannwerk Altenburg nach Windischleuba und weiter nach Remsa, so Rudolph. Damals wurden über sechseinhalb Kilometer Freileitung durch Erdkabel ersetzt.

Zudem wurden zwei Turm-Transformatorenstationen durch moderne Kompaktstationen ersetzt. Die Mitnetz Strom habe dafür knapp 600 000 Euro investiert. „Ziel war es, die Störanfälligkeit bei ungünstigem Wetter zu minimieren und die Übertragungskapazitäten für Einspeiser zu erhöhen“, erläutert Maxi Rudolph. In der Gemeinde Rositz wurden 2017 zwei regelbare Transformatoren installiert, in der Talstraße die Freileitungen abgeschafft und Fichtenhainichen erdverkabelt.

Was 2018 geplant ist, gibt die Mitnetz Strom noch nicht bekannt. Sie ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der envia Mitteldeutschland und im Firmengeflecht für Planung, Betrieb und Vermarktung des Stromnetzes verantwortlich.

Spannungsebenen

Hochspannung: 30 kV bis 220 kV

Das Hochspannungsnetz ist die Verbindung zu den Umspannwerken. Von dort aus wird der Strom zu Ballungszentren oder auch direkt an große Industriebetriebe verteilt.

Mittelspannung: 6 kV bis 30 kV

Das Mittelspannungsnetz verteilt den Strom an Kommunen, Industrie, Gewerbe, Fabriken oder größere Einrichtungen wie Krankenhäuser.

Niederspannung: 230 V oder 400 V

Das Niederspannungsnetz dient der Feinverteilung. An das Niederspannungsnetz sind private Haushalte, kleinere Industriebetriebe, Gewerbe und Verwaltung angeschlossen.

Von Jörg Reuter

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