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Altenburg Mittelalterspektakel auf dem Schloss entführt 1000 Besucher in vergangene Zeiten
Region Altenburg Mittelalterspektakel auf dem Schloss entführt 1000 Besucher in vergangene Zeiten
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19:18 24.09.2012
Heiße Angelegenheit: Die Feuershow ist einer der Höhepunkte beim Mittelalterspektakel. Quelle: Mario Jahn

Von Monique Pucher

Am Samstagmittag ist außerhalb der Schlossmauern kaum etwas zu hören von dem Spektakel, das an diesem Tag noch erwartet wird. Doch schon mit dem Entrichten des Wegezolls am Tor tauchen die Besucher beim Betreten des Schlosshofes in eine völlig andere Welt ein. Während die orientalischen Tücher an einem Verkaufsstand durch den kühl wehenden Wind flattern, steigt ein eindringlicher Duft von Moschus in die Nase. Vor der Kirche erklingt von einem kleinen Stand ein gleichmäßiges Hämmern, doch werden dort nicht etwa Nägel geschlagen, sondern filigrane Schmuckstücke hergestellt. Catara ist völlig in ihre Tätigkeit vertieft und schmiedet gerade auf ihrem 300 Jahre alten Bronzeamboss eine silberne Haarspange.

Wenige Meter davon entfernt erklärt ein Papiermacher, wie früher und zum Teil heute noch die Zelluloseseiten hergestellt werden. Plötzlich gibt es einen lauten Ausruf. "Folget mir, Gesindel", ruft ein Mann, der eine kleine Gruppe über den Hof führt und in der damals wohl typischen Sprache alle Einzelheiten des Marktes erklärt.

Dazu gehören auch die zahlreichen Garküchen, Tavernen und Bäckereien, die die Besucher kulinarisch um einige Jahrhunderte zurückversetzen sollen. Für ein paar Taler gibt es Räuber- und Hexenpfanne. Und auch Knoblauchbrot ist im Angebot, das man schon von Weitem riechen kann. "Im Mittelalter war Knoblauch eines der wichtigsten Gewürze, denn Salz gab es damals noch nicht", erzählt Veranstalter Eberhard Heieck, der mit seinem Gewand ebenfalls in die Epoche passt. Wem es zum Gaumenschmaus dürstet, der hat die Qual der Wahl zwischen Ritterbier, Met, Saft oder diversen Weinsorten. In riesigen Ballons abgefüllt stehen Basilikum-, Minz- oder Holunderwein zur Verkostung bereit. Natürlich stilecht aus Tonkrügen.

Nicht nur das Markttreiben, das zu früherer Zeit meist anlässlich von Feiertagen wie Pfingsten veranstaltet wurde, versprüht mittelalterliches Flair, ein Ritterlager im Agnesgarten veranschaulicht zudem das alltägliche Leben von damals. Lediglich das Klingeln eines Handys macht einem bewusst, dass letztlich doch alles nur nachgestellt ist.

Am Abend herrscht auf dem Schlosshof Hochbetrieb. Laute, eindringliche Klänge untermalen die geschichtsträchtige Kulisse, Besucher haben sich in Schale geschmissen und flanieren in langen Gewändern über das Kopfsteinpflaster. Ein Großteil verfolgt den kulturellen Teil des Spektakels. Beispielsweise die gefährlich anmutende Feuershow oder die Vorführung über die Pest in Altenburg. Eine friedliche und entspannte Atmosphäre trägt schließlich dazu bei, dass nicht nur die Entführung ins Mittelalter gelingt, sondern auch viel geschichtliches Wissen mit simplen Mitteln im Gedächtnis hängenbleibt.

Eberhard Heieck lächelt zufrieden angesichts der zahlreichen Besucher, die sich in der mittelalterlichen Welt umgesehen haben. "Es ist so wie wir es uns erhofft haben. Deshalb sind wir nächstes Jahr am 21. und 22. September wieder hier."

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