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Mitteldeutsche Tischtennis-Meisterschaften: Schädlich-Geschwister im Medaillenrausch

Mitteldeutsche Tischtennis-Meisterschaften: Schädlich-Geschwister im Medaillenrausch

Der SV Aufbau Altenburg und der TSV Nobitz haben sich erneut als gute Gastgeber erwiesen. Nach der erfolgreichen Premiere im Vorjahr, als beide Vereine die Thüringer Landesmeisterschaften im Tischtennis ausrichteten, waren sie am Wochenende im Goldenen Pflug Gastgeber der Mitteldeutschen Meisterschaften.

Altenburg.

Vom Ambiente waren Zuschauer, Aktive und Offizielle gleichermaßen beeindruckt. Und als Krönung drückten zwei Altenburger dem Turnier ihren Stempel auf.

 

Nichts liegt Michael Rüger und Jens Teichmann ferner, als sich selbst zu loben. Doch was die Chef-Organisatoren beider Vereine mit jeweils 30 freiwilligen Helfern am Wochenende auf die Beine stellten, sucht in Thüringen, ja in Mitteldeutschland, seinesgleichen. "Das war eine sehr gute Resonanz", sagt Rüger. Dabei untertreibt der Abteilungs-chef von Aufbau gelinde gesagt. Denn allein am Sonnabend waren jederzeit bei den Vorkämpfen der jeweils 16 besten Damen und Herren aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ständig um die 250 Zuschauer in der Stadthalle. Am Sonntag in den Finalrunden waren es sogar um die 300, die den Akteuren an den Platten eine unvergessliche Kulisse gaben.

 

Zum vierten Mal fanden solche Mitteldeutschen Meisterschaften bislang insgesamt statt. Erst nach einer territorialen Umstrukturierung im Deutschen Tischtennis-Bund entstand jene "Region 8", die die drei mitteldeutschen Bundesländer umfasst. "Das sind die besten Mitteldeutschen Meisterschaften, die wir bislang erlebt haben", sagte auch der Präsident des Thüringer Tischtennis-Verbandes, Jürgen Gnauck, beeindruckt und Jens Teichmann ergänzt: "Uns ist es wieder gelungen, unsere Sportart hier in Altenburg nach einigen Jahrzehnten wieder ins Rampenlicht zu führen. Darauf sind wir stolz."

 

Wenn zur perfekten Organisation dann noch zwei Lokalmatadore das Turnier regelrecht rocken, macht dies die Erfolgsgeschichte richtig rund. Sophie und Philip Schädlich starten zwar für Schott Jena, sind aber eingefleischte Altenburger, die hier die Beherrschung des blitzschnellen Zelluloidballes erlernten. Sophie, die 17-Jährige vom Friedrichgymnasium, holte Bronze und ihr vier Jahre älterer Bruder Philip, Physikstudent in Chemnitz, schoss gar noch den Vogel ab. Im Doppel holte er sich Gold und im Herren-Einzel die Silbermedaille.

 

"Diese Kulisse war der helle Wahnsinn", sagte Sophie. "Erst hatte ich deshalb fast schon weiche Knie, was sich dann aber glücklicherweise gegeben hat." Sie war eigentlich ohne größere Medaillenambitionen ins Turnier gegangen. "Und nach dem verlorenen Halbfinale habe ich mich erst ein wenig geärgert. Das war aber ganz schnell vorbei und ich habe die Bronzemedaille zum Trösten", meinte sie und lachte. "Dieses Turnier in meiner Heimat werde ich auf jeden Fall nie vergessen."

 

Noch mehr trumpfte Philip mit Gold und Silber sowie der damit verbundenen doppelten Qualifikation für die Deutschen Meisterschaften auf. "Dieses unglaubliche Ambiente, das ich woanders noch nie so erlebt habe, hat mich auch getragen. So ein Turnier vergisst man nicht, echt", sprudelte es aus dem 21-Jährigen nur so heraus.

 

Übrigens: Sonntagabend war bei der äußerst tischtennisverrückten Familie Schädlich die Meisterschaft noch lange nicht abgehakt. "Natürlich feiern wir diesen unglaublichen Erfolg noch mit einem Gläschen Sekt", sagte Mutti Skadi, die bei den Spielen ihrer Kinder

 

mitfieberte. Als es dann sogar drei Medaillen für die Geschwister wurden, kam sicher noch das eine oder andere Gläschen hinzu.

Jörg Wolf

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