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Altenburg Mitteldeutschland-Cup im Seifenkistenrennen in Posterstein
Region Altenburg Mitteldeutschland-Cup im Seifenkistenrennen in Posterstein
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00:19 09.08.2017
Auf der Jagd nach der Bestzeit: Auch Lea Petersen hat sich auf die 600 Meter lange Rennstrecke in Posterstein begeben. Quelle: Mario Jahn
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Posterstein

Strohballen und alte Autoreifen umranden den asphaltierten Weg, der anfänglich gerade verläuft, am Schluss aber in einer scharfen Linkskurve endet. Quietschende Bremsen am Zieleinlauf und rauchende Reifen sind hier keine Seltenheit.

Bereits zum 14. Mal richteten die 50 Mitglieder rund um den Seifenkistenfreunde Posterstein e.V. den Mitteldeutschland-Cup aus. Insgesamt 70 Starter traten am Sonnabend zur Abfahrt auf der Rennstrecke „Zur Rothenmühle“ gegeneinander an. Vom Kids- und Jugend-Cup über Rennen für Ein- oder Zweisitzer bis hin zur Gaudifahrt war für die Rennteilnehmer und deren Zuschauer alles dabei.

Heiße Öfen und skurile Gefährte: Auch in diesem Jahr waren wieder abenteuerliche Fahrzeuge beim Seifenkistenrennen in Posterstein am Start. Hier eine Auswahl

Marleen Petersen, Verantwortliche für die Anmeldung und Zeitmessung, sagt: „Unsere Strecke ist 600 Meter lang. Die Fahrer können sich in 10 Klassen unter Beweis stellen.“ Die Rennteilnehmer kommen hierfür nicht nur aus Sachsen oder Thüringen, sondern auch aus Bayern oder Tschechien. Innerhalb von drei Wochen bauen die Postersteiner die Strecke auf, wobei alle ehrenamtlich helfen.

Die ersten Kisten, die zur Bewertung den Berg herunterrasen, sind eingefleischte Postersteiner Rennfreunde. Etwa 14 Kisten besitzt das Team. Moderator und DJ der Strecke ist Stefan Jakubek, der Bürgermeister der Gemeinde Posterstein. Er selbst ist ebenfalls Mitglied und bezeichnet seine Truppe als „Familienverein“, wobei vom Kind bis zum 70-Jährigen alle Altersklassen vertreten sind. Das bestätigt auch Olaf Hempel, der den Computer und die Zeiten der Fahrer überwacht: „Alle unserer Mitglieder haben eine Verbindung zum Ort. Wir sind ein gemeinnütziger Verein zur Kinder- und Jugendförderung, und das Fahren macht über Generationen hinweg Spaß.“

Die Lichtschranke am Start registriert, dass sich eine Seifenkiste auf den Weg gemacht hat. Die Rennstrecke entlang ertönt bayrische Volksmusik. Plötzlich erscheint an der Südtribüne eine rustikale Holzbank, darauf zwei Männer in Lederhosen, die sitzend schuhplattlern und gemütlich Richtung Ziel einbiegen. Die Besucher klatschen im Takt und einige können sich ein Lachen nicht verkneifen. Das ganze Gegenteil findet man in der Wertungsklasse Carriolli. Zu zweit sitzen die Teilnehmer in den sehr niedrig gebauten Seifenkisten, Geschwindigkeiten bis zu 70 Kilometer pro Stunde werden erreicht und Stefan Jakubek kann sich nicht verkneifen zu sagen: „Die fahren hier auf der letzten Rille!“

Interessierte Besucher dürfen auch Rennluft schnuppern. Das Renn-Taxi, ein umgebauter Viererbob, düst die 600 Meter zur Rothenmühle herunter und wird anschließend von einem Auto wieder den Berg hinaufgeschleppt. Auch die anderen Seifenkisten hängen – wie an einer Weihnachtsbaumkette – hintereinander an Seilen und fahren den Weg im Schritttempo zurück.

Einer, der diese Erfahrung vermutlich jedes Wochenende genießt, ist Marcus Bauer. Mit seinem Rennflitzer RedHorse ist der Arnstädter europaweit unterwegs. In dieser Saison fuhr er bereits 14 Rennen und war vor einigen Wochen zum Beispiel in der Nähe von Turin.

Zehn Seifenkistenrennen hat Udo Vettermann aus Meerane in diesem Jahr mitgenommen. Er tritt in Posterstein mit einer Seifenkiste aus alten Trabiteilen an. Insgesamt kann er neun Bilder auf zwei Fahrgestelle montieren. Mit der Zeit sammelten sich so unter anderem ein fliegender Teppich, eine Bockwurst oder die Kirche von Limbach-Oberfrohna in seiner Bastelwerkstatt an.

Die heutigen Seifenkisten haben teilweise nicht mehr viel mit den einstigen selbstgebauten „Pritschen“ zu tun. „Es gibt hier Speedkisten, für die muss man über 200 Euro bezahlen“, erklärt Stefan Jakubek. Er selbst freut sich aber immer wieder über kreative Stücke der Marke Eigenbau.

Von Eva Anna-Lena Zorn

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