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Mittwochs ist Markttag in Altenburg

Buntes Treiben Mittwochs ist Markttag in Altenburg

Der Wochenmarkt ist eine feste Größe in Altenburg. Immer mittwochs und samstags bieten rund 50 Händler ihre Waren an. Was bedeutet der Markt für Händler, ansässige Geschäfte, Kunden und den öffentlichen Nahverkehr? Die OVZ hat sich mal umgehört.

Volle Tüten und reges Treiben: Etwa 50 Händler bieten ihre Produkte an. Zwei von ihnen kommen sogar aus Hof beziehungsweise Auerbach.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Wer mittwochs nach Altenburg fährt, der erlebt eine Innenstadt, die brummt wie ein Bienenstock. Es ist Markttag in der Skatstadt. Für viele Bewohner – aus Altenburg und den umliegenden Gemeinden – ist dieser Tag seit Jahren fester Bestandteil der Woche. Gemüse, Obst, Gewürze, Korbwaren, Tischdecken, Kleidung, Blumen oder Fleisch – all das lässt sich auf dem Markt erwerben.

Etwa 50 Händler nutzen den Altenburger Wochenmarkt, um ihre Waren anzubieten, teilt die Stadtverwaltung mit. Die meisten kommen aus der Region. Die weiteste Anreise haben ein Händler aus Hof und einer aus Auerbach. Die Zahl der Gewerbetreibenden halte sich seit Jahren konstant. Beim Rundgang über den Markt fallen aber doch einige Lücken auf. Möglicherweise ist das der Ferienzeit geschuldet. Dennoch herrscht um halb zehn am Morgen schon reger Betrieb auf dem Markt.

„Ich komme schon seit vielen Jahren auf den Wochenmarkt“, sagt eine ältere Dame, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen will. „So kommt man ein wenig unter Leute und kauft frische Produkte bei Händlern aus der Region.“ In ihrem Korb: ein paar Tomaten und Erdbeeren. „Zu zweit isst man ja auch nicht mehr so viel. Da ist es gut, dass man hier alles lose kaufen kann. So landet wenig im Müll“, sagt sie und setzt ihren Einkauf fort.

Hektik und Stress, volle Gänge wie im Supermarkt, lange Schlangen an den Kassen – all das sieht man hier nicht. Und wenn man sich so umschaut, sieht man Kunden, die gemütlich ihre Einkaufsrunde drehen. Auch das macht den Wochenmarkt aus: Die Atmosphäre ist entspannt. Dann dauert es eben ein paar Minuten länger. An ein paar Ständen gibt es ein paar Schlangen.

Nette Gespräche am Rande des Einkaufs

Andrang herrscht beispielsweise am Stand von Olaf Pfeiffer von Berghof Pfeiffer aus Romschütz. Am Stand gibt es Obst und Gemüse aus eigenem Anbau sowie Eier und Pflanzen. „Wir sind seit 1969 Händler auf dem Wochenmarkt“, sagt Pfeiffer nicht ohne Stolz. „Das Verkaufen auf dem Wochenmarkt macht sehr viel Freude, man ist nah am Menschen und es entstehen oft nette Gespräche.“

Eine der Kundinnen, die gerade am Stand ihren Einkauf tätigt, ist schon zehn Jahren Stammkundin. Heute landen Pfirsiche und Erdbeerpflanzen im Einkaufskorb. Ihren Namen will sie nicht verraten. Aber sie sagt: „Ich kaufe immer an diesem Stand. Hier stimmt die Qualität. Die Produkte sind frisch und regional.“ Sie nutzt grundsätzlich den Markttag am Mittwoch.

„Die Kunden, die mittwochs einkaufen, kommen eher wegen der Pflanzen. Am Sonnabend kommen die, die zum Wochenende frisches Obst und Gemüse wollen“, schildert Pfeiffer seine Eindrücke. „Die meisten kommen zwischen halb 9 bis etwa 13 Uhr, danach wird es ruhiger. Am Wochenende herrscht der größte Andrang zwischen 9 und 12 Uhr.“

Kunden sind vor allem ältere Leute

Einziger Wermutstropfen für ihn: „Die Umsätze sind in den letzten zwei Jahren um etwa 30 Prozent zurückgegangen.“ Woran das liegt, da könne er nur mutmaßen. Nahe liegt, dass es vor allem die älteren Leute sind, die viel auf dem Wochenmarkt einkaufen. Fragt man einige Leute in den Dreißigern, so ist die Antwort eher, dass heute zum ersten Mal etwas auf dem Wochenmarkt gekauft wird oder man nur bei Gelegenheit eher spontan die Chance zum Einkaufen nutzt.

Pfeiffer bemängelt auch, dass es an mancher Stelle mit dem Gewerbeamt der Stadt Altenburg hakt. „Bis acht Uhr müssen die Lieferwagen vom Markt verschwunden sein. danach ist es nicht mehr möglich, an den Stand heranzufahren, etwa um Ware nachzulegen. Die muss dann vom Auto hergeschleppt werden.“

Zwischen 8 und 17 Uhr ist der gesamte Marktplatz sowie ein Teil des Parkplatzes am oberen Ende des Marktes für alle Autos gesperrt, teilt die Stadtverwaltung auf Nachfrage mit.

Einen Kaffee zum Ausklang des Einkaufens

Nachdem der Einkauf erledigt ist, geht es aber nicht schnurstracks nach Hause. „Wir haben unsere feste Stammkundschaft am Mittwoch“, erzählt Olga Schlotthauer aus dem Café Domizil am Markt. „Sie reservieren einen Tisch und nutzen die Zeit für ein Plausch mit Freunden.“ So sei es jeden Mittwoch, den ganzen Tag lang. Der Markt hat bis 17 Uhr geöffnet. „Für viele ist es einfach ein Ritual, eine Möglichkeit der Kommunikation.“

Diesen Eindruck hat auch Thomas Böse vom City-Grill-Imbiss. „Ich habe aber nur Zeit für drei Fragen, ich hab viel zu tun“, lacht der Inhaber und dreht die Roster auf dem Grill um. „Mein Umsatz steigt am Markttag um 50 Prozent“, erzählt der Betreiber der urigen Bude in der Nähe des Rathauses und kassiert nebenbei einen Kunden ab. „Die meisten gönnen sich einen Café und lassen so den Einkauf ausklingen“, beschreibt er seinen Eindruck.

Kaum noch Sitzplätze in den Thüsac-Bussen

Dass es mittwochs in Altenburg lebhafter zugeht, als an anderen Wochentagen, diesen Eindruck hat man aber nicht erst, wenn man die Innenstadt erreicht. Schon in den Bussen der Thüsac wird es schwer einen Sitz- oder gar Stehplatz zu ergattern. Vor allem, wenn man um kurz nach 9 Uhr in die Linie S am Hauptbahnhof Richtung Haltestelle Mühlpforte einsteigt. So hört man morgens Gesprächsfetzen wie „Wir fahren jetzt auf den Markt und gegen Mittag dann wieder nach Hause“ oder auch „Ich geh jetzt ein wenig einkaufen und treffe dann meine Freundin“. Den Bus nutzen vor allem die älteren Herrschaften – und auch auf dem Markt sind es vorrangig sie, die das Bild bestimmen.

„Die meisten Fahrgäste nutzen unseren Stadtverkehr zwischen 9 und 11 Uhr stadteinwärts. Bis 12 Uhr ist dann die Hauptstoßzeit für die Fahrgäste stadtauswärts“, sagt Bernd Remus, Fahrdienstleiter der Thüsac in Windischleuba. „Die Linien S, L, Z und K sind stark frequentiert. Ebenso wie die Buslinien, die von außerhalb in die Stadt fahren.“

Von Tatjana Kulpa

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