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Modell-Projekt „Mehr wert sein“ für

Verträge erst im Januar unterschriftsreif Modell-Projekt „Mehr wert sein“ für

Zum 1. September startete im Altenburger Land eine Modellprojekt, mit dem passiv bezogene Sozialleistungen von 20 Hartz-IV-Empfänger in gemeinnützige Arbeit umgemünzt werden sollte. Wie sich jetzt herausstellt, können die Arbeitsverträge für die Jobsuchenden erst Anfang 2017 unterschrieben werden.

Das Jobcenter in Altenburg. 20 Landzeitarbeitslose sollen von hier aus an einem Modellprojekt teilnehmen.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Rund 1500 Langzeitarbeitslose gibt es im Landkreis, 20 von ihnen sollten sich Hoffnung auf einen Modellversuch machen, von dem aus der Sprung in den ersten Arbeitsmarkt gelingen könnte. Für die Teilnahme an dem Landesprogramm „Mehr wert sein – Mehrwert schaffen“ hatte der Kreistag im Juni grünes Licht gegeben und den Startschuss für den 1. September festgelegt.

Doch mehr wert durfte sich bislang kein einziger Hartz-IV-Empfänger fühlen. Das Projekt kommt nämlich nur äußerst schleppend in die Gänge, womit der Startschuss für das für den Landkreis wichtige Modellvorhaben als verschlafen zu werten ist. Denn in diesem Jahr, das steht mittlerweile fest, wird keiner der 20 Jobsuchenden einen Job bekommen.

Erst Mitte Oktober gab es konkrete Absprachen zu einem Konzept und möglichen Einsatzstellen der Jobsuchenden, wie OVZ aus den Landratsamt auf eine Anfrage erfuhr. Wenige Tage später teilte die Kreis-Behörde mit, dass das Interessenbekundungsverfahren abgeschlossen sei. Den Zuschlag habe der Schmöllner Verein „naterger“ erhalten. Dessen Konzept habe hinsichtlich der Zielstellungen, Projektschwerpunkte, Umsetzungsideen und geplanten Maßnahmen eine Jury überzeugt. Ihr gehörten unter anderem Vertreter der Landesregierung, des Jobcenters Altenburg, des Landratsamt Altenburger Land und der Bundesagentur für Arbeit an.

Die „naterger“ seien nun aufgefordert, die Förderung ihrer geplanten Maßnahmen bei den Kooperationspartnern zu beantragen – eben jene Jurymitglieder. Momentan gehe es darum, die 20 Einsatzstellen zu ermitteln und geeignete Teilnehmer aus dem Kreis der förderfähigen Personen für die jeweiligen Einsatzstellen zu finden, teilt das Landratsamt weiter mit. Noch in diesem Jahr wird eine Kooperationsvereinbarung zwischen Landratsamt, Jobcenter, Arbeitsagentur und den Ministerien unterschrieben. Erst Anfang 2017 sollen dann die 20 Arbeitsverträge unterzeichnet werden.

Damit erweist sich das Modellvorhaben nicht als Hilfe zur Selbsthilfe, sondern zunächst als ein Bürokratiemonster, wovor Klaus-Peter Liefländer, der Kreistagsfraktionschef der Regionalen, bereits im Juni gewarnt hatte.

Dabei macht es im Altenburger Land mit seinen überdurchschnittlich vielen Langzeitarbeitslosen Sinn, Modelle für den Sprung in den ersten Arbeitsmarkt zu entwickeln. Seit Jahren gelingt es vielen von ihnen trotz Hilfestellung und immer mehr freien Stellen nicht, auf dem ersten Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Besonders schwer haben es alleinerziehende Mütter und Menschen über 55 Jahre.

Die 20 Teilnehmer erhalten für 30 Stunden Beschäftigung pro Woche eine Monatsvergütung von 1105 Euro. 200 Euro werden pro Teilnehmer für Verwaltungskosten benötigt. Insgesamt sind dafür knapp 800 000 Euro veranschlagt. 135 000 Euro davon zahlt der Landkreis, die größten Anteile kommen vom Jobcenter und vom Freistaat. Auch die jeweiligen Einsatzstellen sollen sich mit einem geringen Prozentsatz beteiligen.

Möglicherweise gibt es aber auch Einspareffekte. Wenn sich die Teilnehmer zu gleichen Teilen aus Alleinstehenden, Alleinerziehenden mit einem Kind und Bedarfsgemeinschaften mit mehreren Hartz-IV-Empfängern zusammensetzen, wird mit weniger Unterkunftskoten in Höhe von 16 000 Euro im Jahr gerechnet. Ein weiterer Effekt ist, dass ein Teil der bislang passiv bezogenen Sozialleistungen in gemeinnützige Arbeite umgemünzt wird.

Von Jens Rosenkranz

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