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Modellbahnliebhaber fachsimpeln über Probleme

Modellbahnliebhaber fachsimpeln über Probleme

Am Sonnabend haben in der Destille mal wieder alle Signale auf Grün gestanden. Zum siebten Mal fand die alljährliche Modellbahnbörse statt. Bei 18 Ausstellern und auf einer Tischlänge von insgesamt 75 Metern gab es für die knapp 200 Besucher allerhand zu sehen: Modellbahnen aller Spurweiten, aller Epochen, von alt bis neu, von Gartenbahn bis Spur Z und Ersatzteile, wie beispielsweise Pufferstangen, Bremshäuschen, Treibstangen.

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Florian und sein Opa Eberhard Huhnke begutachten gerade Ersatzteile für ihre Modellbahn.

Quelle: Sascha Paul

Vor allem in der ersten Stunde war der Andrang groß, da viele langjährige und erfahrene Sammler hofften, vor allen anderen Besuchern die begehrtesten Teile zu erstehen. Aber auch jüngere Eisenbahnfans waren mit von der Partie. So zum Beispiel Florian, der auf der Suche nach einem geeigneten Flachwagen für seine Modellbahnanlage war. Natürlich mit Unterstützung durch die fachmännischen Kenntnisse seines Großvaters Eberhard Huhnke.

 

Doch nicht nur das Fachsimpeln stand auf dem Programm. Auch die Probleme, mit denen die Modellbahner zu kämpfen haben, spielten in den Diskussionen immer wieder eine Rolle. So beschäftigten zum Beispiel viele Modellbahnliebhaber die immer höheren Preise für Ersatzteile eines Modelleisenbahnherstellers. Sie kosten neu oft das Vielfache im Vergleich zu gebrauchten. Dies verärgere viele Modelleisenbahner, sprach Veranstalter Kai-Uwe Koch aus Großstöbnitz das Problem an. Bei einigen führe dies dazu, dass sie sich ihre Liebe zur Modelleisenbahn nicht mehr leisten können und ihr Hobby aufgeben.

 

Seiner Ansicht nach wolle das Unternehmen potenzielle Kunden animieren, vom Kauf eines Ersatzteils abzusehen und stattdessen eine neue Bahn zu erwerben - auch wenn es offiziell die Preise mit den Kosten begründet, die durch den Transport von China nach Deutschland entstünden. Ein Ende dieser Entwicklung sei nicht in Sicht, so Koch. Einzig positiv daran sei, dass dadurch die Nachfrage nach Gebrauchtteilen auf Börsen wie dieser nicht abreißen würde.

 

Doch abgesehen von den allgemeinen Problemen, die Modellbahnfreunde in ganz Deutschland beschäftigen, standen bei dieser Börse auch wieder die lokalen Akteure im Fokus. Besonders der Modelleisenbahnverein Gößnitz hat dieses Jahr mit Schwierigkeiten zu kämpfen, schließlich war er vom Juni-Hochwasser stark betroffen. Nach der Flutkatastrophe blieb so gut wie nichts mehr übrig von allem, was in den zehn Jahren seit der Gründung gesammelt und aufgebaut worden war.

 

Auch die bisherigen Klubräume, die vor fünf Jahren in vielen Stunden Arbeit liebevoll hergerichtet wurden, können nun aufgrund großer baulicher Mängel am Gebäude nicht mehr genutzt werden. Ein vom Verein beauftragter Gutachter bezifferte den entstandenen Schaden auf über 20 000 Euro, wie der stellvertretende Vereinsvorsitzende Klaus Kratzsch berichtete. Eine Versicherung gegen Hochwasser hatte der Verein nicht. Das sei aufgrund der geringen Mitgliedsbeiträge nicht möglich gewesen.

 

Trotzdem geben die Modellbahner nicht auf: Durch viel Eigeninitiative sei es gelungen, neue Räumlichkeiten zu finden und diese nach altem Vorbild neu einzurichten. Nun gilt es noch, die zwölf vom Hochwasser beschädigten Eisenbahnmodule einer Generalüberholung zu unterziehen. "Dies ist jedoch eine gewaltige Aufgabe, die man nur Schritt für Schritt bewältigen kann", so Kratzsch. Und nur mithilfe von Landesfördermitteln oder Spenden, die sich die Gößnitzer Modellbahnfreunde von privater Seite und von Vereinen erhoffen. Trotz der widrigen Umstände wird die traditionelle Gößnitzer Ausstellung Anfang November nicht ausfallen. Diesmal wird es eine Benefizveranstaltung, auf der Bürger sowie Vereine ihre Modelleisenbahnanlagen kostenlos zur Verfügung stellen sollen.

 

Natürlich blieb das Schicksal der Gößnitzer auch am Samstag nicht unbeachtet: Börsenveranstalter Kai-Uwe Koch sammelte an diesem Tag Spenden in Höhe von 125 Euro für die Modellbahnfreunde aus Gößnitz.

Sascha Paul

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