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Modern und zentrumsnah

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Für fünf Millionen Euro lässt die Wohnungsgenossenschaft Altenburg (AWG) am Sperlingsberg drei neue Blöcke mit 52 Wohnungen errichten. Mit diesem von der Geschäftsführung als historisch bezeichneten Projekt beschreitet die AWG tatsächlich Neuland.

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Symbolische Hammerschläge von AWG-Vorstand Lutz Funke auf dem Grundstein. Mit dabei: Irene Eichler und Kristin Knitt (v.l.).

Quelle: Mario Jahn

Gestern wurde bei herrlichem Wetter mit Bier und Rostern die Grundsteinlegung gefeiert.

 

 

 

Zwei große Kräne blitzen im blauen Himmel, große Erdhaufen versperren die Sicht, in der Baugrube parkt ein kleiner Bagger, Abwasserrohre ragen aus der Erde, ein paar Meter weiter ist bereits das erste mit Stahl bewehrte Fundament gegossen. Das ist die eher unspektakuläre Kulisse eines bislang einmaligen Ereignisses. Denn noch nie in ihrer Geschichte hat die AWG in einem reinen geschlossenen Wohngebiet einen Block abgerissen und an Ort und Stelle wieder aufgebaut, freilich moderner und damit zukunftsträchtiger - in einer Gesellschaft und einer Region, die immer älter wird.

 

Am Sperlingsberg, zwischen Schloss und Altenburg-Südost gelegen, soll das nun geschehen. Im Sommer 2012 wurde das in den 60er-Jahren erbaute Gemäuer mit fast 50 Wohnungen platt gemacht. Bis zum Sommer nächsten Jahres sollen hier drei neue Blöcke entstehen, mit 52 Wohnungen, einer Gästewohnung und einer Begegnungsstätte. Drei Fahrstühle sorgen für Barrierefreiheit, gutes Material für niedrige Heizkosten. Die Wohnungen sind modern zugeschnitten, zwischen 40 bis 100 Quadratmeter groß, von einem bis zu dreieinhalb Zimmer können künftige Mieter wählen.

 

Das konnten sie im alten Block nicht. Dort hatten die Wohnungen nur zwei Räume, es gab keinen Fahrstuhl und keine Balkone, die Wohnungen waren unterdurchschnittlich saniert, wie Lutz Funke, Vorstand der AWG, der OVZ erläutert. Der Leerstand des alten Hauses nahm bedenklich zu und zwang die Genossenschaft zum Handeln. Kostenschätzungen offenbarten zwischen Sanierung und Neubau keine großen Unterschiede, so der AWG-Chef. So reifte der Entschluss, am Sperlingsberg etwa völlig Neues zu wagen.

 

Zahlreiche Mieter aus der Umgebung lassen sich die gestrige Feier dazu nicht entgehen. Sie sehen genau hin, wie eine kleine Kupferkapsel gefüllt wird, mit einer aktuellen Osterländer Volkszeitung, mit Euro-Münzen, einer Mitgliederzeitung der AWG und den Plänen für das Bauvorhaben. Sogleich verschwindet das Rohr unter dem Grundstein, der mit Mörtel versiegelt wird.

 

An die letzte Grundsteinlegung vor 30 Jahren in diesem Wohngebiet könnte sich der eine oder andere vielleicht noch erinnern, sagt Altenburgs Bürgermeisterin Kristin Knitt. "Jetzt beginnt für die AWG ein neues Zeitalter." Knitt lobt die Entscheidung für Abriss und Neubau als gut und richtig. "Das Gebiet hat eine wunderbare Lage. Man wohnt im Grünen und ist trotzdem schnell in der Innenstadt." Die Stadtverwaltung schätze die AWG als zuverlässigen Partner. Man sei gespannt auf weitere Vorhaben, hofft die Bürgermeisterin.

 

Damit freilich halten sich die Chefs noch zurück. Dem jetzt angegangenen Projekt soll zunächst kein weiteres folgen, will Lutz Funke erst einmal abwarten. Obwohl er eigentlich optimistisch sein kann. Von den 52 Wohnungen, die im Sommer 2014 fertig sein sollen, sind bereits 41 reserviert. Sorgen müsse er sich da keine machen. Nicht am Sperlingsberg. Von den 235 Wohnungen der AWG dort oben steht gerade mal eine einzige leer.

 

Woanders sieht dies nicht so gut aus. Rund 3500 Wohnungen hat die AWG in ihrem Bestand, die meisten in Altenburg-Nord, in Südost, am Lerchen- und am Sperlingsberg. Aber auch in Nobitz, Niederhain, Rositz, Gerstenberg, Fockendorf und Windischleuba. Elf Prozent der 3500 stehen leer. "Das ist für uns mittelprächtig", verwendet Lutz Funke eine Vokabel, die zumindest leichte Unzufriedenheit vermuten lässt. Obwohl man schon schlechtere Quoten hatte. Wo es keine Zukunft gab, blieb auch der AWG nur der Abriss.

 

© Kommentar

Jens Rosenkranz

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