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Modezaren lassen am Altenburg-Geraer Theater die Puppen tanzen

Faschingskonzert Modezaren lassen am Altenburg-Geraer Theater die Puppen tanzen

Für ein restlos ausverkauftes Haus hat das traditionelle Faschingskonzert im Altenburg-Geraer Theater gesorgt. In diesem Jahr luden die Verantwortlichen unter dem Motto „Haute Couture – ein musikalisches Modespektakel“ in die Skatstadt. Dabei ließen Modezaren die Puppen tanzen.

Karl Lagerfeld und Co. lassen es zum Faschingskonzert im Altenburger Theater richtig krachen.

Quelle: Sabina Sabovic

Altenburg. Wenn in Altenburg am Abend Schloss und Theater völlig zugeparkt sind, dann hat dies nichts mit einem mangelhaften Parkkonzept zu tun, sondern einzig und allein mit einem attraktiven Angebot des Theaters. Das wiederum führte am Sonnabend dazu, dass auch der letzte Platz in der fünften Reihe des zweiten Ranges noch besetzt war. Da waren zahlreiche Besucher in sonst nicht üblicher Theaterrobe auf dem Weg zum Musentempel und taten damit kund: Es ist Faschingszeit. Auf dem Programm stand das Faschingskonzert des Musikdirektors Thomas Wicklein, das schon immer etwas aus dem Rahmen des üblichen Geschehens fiel – und deshalb so beliebt ist. Zum Altenburger Dreigerstirn Wicklein – Karliczek – Großkopf gesellte sich diesmal noch Claudia Müller.

Models präsentieren die neuen Kreationen

Models präsentieren die neuen Kreationen.

Quelle: Sabina Sabovic

Mit „Haute Couture – ein musikalisches Modespektakel“ war die Veranstaltung überschrieben und man begab sich damit in den Bereich, in dem Guido Maria Kretzschmar kauflustige Frauen von der Shopping-Queen träumen lässt. Das aber, was auf der Bühne geschah, war die edlere Variante mit Koryphäen der Modezunft: Moses Geigenhammer (Martin Großkopf), Thomas Saint-Laurent (Thomas Wicklein), Karl Lagerfeld (Karl Karliczek) und die Mode-Newcomerin Maruschia M. (Claudia Müller). Bei ersterem war die Wiederauferstehung samt Hund „Daisy“ die Überraschung. Wicklein hatte sich vom Thüringer Opernstudio in Weimar noch drei Gesangsnewcomer kommen lassen, die neben dem Singen bekannter Opern- und Operettenmelodien auch als Models die neue Kreation „Müll macht Mode“ vorführten.

Das alles signalisiert schon, dass der Charakter dieser Faschingsveranstaltung eher zum Karneval in Venedig tendiert, denn zum Jubel und Trubel Rheinländer. Schunkel- und Faschingstrinklieder gehören noch nicht zum Repertoire dieser jungen Sänger und Sängerinnen. Das mögen manche bedauert haben, da so der Faschingseffekt mehr aus dem eigentlichen Geschehen auf der Bühne und somit durch das Sprechen kommen musste, wobei im ersten Teil des Programms das Verhältnis zwischen Wort und Musik nicht ganz stimmte.

Die Bühne war mit einem goldenen Apfel dekoriert

Die Bühne war mit einem goldenen Apfel dekoriert.

Quelle: Sabina Sabovic

Trotzdem konnte das Publikum seine Freude an dem Geschehen auf der Bühne haben. Diese war silbrig flimmernd dekoriert und in der Mitte mit einem großen goldenen Apfel behangen. Analog der griechischen Sage, nach der Prinz Paris die schönste Frau durch Überreichen eines Apfels küren sollte und er Helena auserkor, sollten hier die Kostüme mit der entsprechenden Anzahl der Sorte „Golden Delicious“ aus dem nahe gelegenen Obstgut Geier bedacht werden.

Ausgedacht und auf die Bühne gebracht hat das alles Karliczek, für den die Kostüm-und Makenbildner des Theaters einen Karl Lagerfeld nachschufen, für den es , wenn dies die Abschlussarbeit in der Ausbildung gewesen wäre, nur ein „summa cum laude“ hätte geben können. Er war der Moderator der ganzen Veranstaltung, ausgestattet mit Wortwitz und Sprachfeinheiten und überraschte auch noch mit seinen Zaubereien.

Musikalisch gab es kaum Abstriche. Das Orchester spielte seine Sträuße mit Schmiss und begleitete die Solisten sicher bei Liedern und Arien aus Opern von Mozart, Leoncavallo und Bizet. Dabei gefiel Kathrin Filip mit Klarheit in den Höhen, Amanda Martikainen mit differenzierter Gestaltung und Salomon Zulic del Canto mit weichem Bariton. Claudia Müller machte „Ich gehör nur mir“ aus dem Musical „Elisabeth“ langsam zu ihrem musikalischen Markenzeichen. Der Clou aber war das Lied „Dunkelrote Rosen“ aus der Operette „Gasparone“ mit der textlichen Veränderung zu „Dunkelrote Hosen“ durch den jungen Bariton, wofür die Kostümschneiderei einen entsprechenden Männerslip gefertigt hatte. Dieses „Corpus Delicti“ versetzte das Volle Haus in Begeisterung.

Im Mittelpunkt des zweiten Teils standen die Fashion-Modelle der eingangs genannten Modezaren.. Erstaunlich, was der Kostümabteilung des Theaters so bei dem Thema „Müll macht Mode“ eingefallen und in der Ausführung gelungen ist. Das attraktivste war ein Kleid mit Kopfputz aus blauen Müllsäcken und das schönste das Prachtkleid der Jung-Fashion-Designerin Claudia Müller mit der Kaffeekanne als Kopfbekleidung..

Einige Zuschauer waren in Faschingskleidung erschienen. Sie stachen nicht nur sichtbar aus der großen Menge der Besucher hervor, sondern für diese wurde auf der Bühne ein Wettbewerb organisiert, bei dem das beste Kostüm mit entsprechender Präsentation gesucht wurde. Für die drei Besten gab es CDs und je zwei Eintrittskarten für Premieren. Nicht nur für diese Gäste war der Faschingsabend gut gelaufen. Viel Beifall für alle Beteiligten, auch für Hilke Förster als Verantwortliche für Bühne und Kostüme und für Heike Kley als Regieassistentin.

Von Manfred Hainich

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