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Mongolischer Botschafter schaut sich in der Käserei Altenburger Land um

Wirtschaft Mongolischer Botschafter schaut sich in der Käserei Altenburger Land um

Die Käsesorten der Käserei Rügener Badejunge werden zukünftig in Hartha hergestellt. Die Produktion wird komplett von Bergen auf der Insel Rügen in die Käserei Altenburger Land verlegt. Darüber informierte am Dienstag der Geschäftsführer der Käserei Altenburger Land, Claus Katzenberger, am Randes des Besuchs des Botschafters der Mongolei, Tsolmon Bolor, in der Firma.

Beim Rundgang durch den Betrieb lässt sich Tsolmon Bolor (l.) gern von Claus Katzenberger (r.) zum Kosten einladen. Der Besuch in der Käserei Altenburger Land war auf Initiative von Volkmar Vogel (2.v.r.) zustande gekommen.

Quelle: Jörg Reuter

Hartha. Die Käsesorten der Käserei Rügener Badejunge werden zukünftig in Hartha hergestellt. Die Produktion wird komplett von Bergen auf der Insel Rügen in die Käserei Altenburger Land verlegt. Damit wird sich das Sortiment des Betriebs im Lumpziger Ortsteil erweitern und es kommt eine weitere Marke dazu. Außerdem plant die Firma in diesem Zusammenhang den Bau eines neuen Kühlhauses und eines neuen Reiferaums. Darüber informierte am Dienstag der Geschäftsführer der Käserei Altenburger Land, Claus Katzenberger, am Randes des Besuchs des Botschafters der Mongolei, Tsolmon Bolor, in der Firma.

Gemeinsam mit zwei Wirtschaftsfunktionären seines Landes ließ sich Tsolmon Bolor erklären, wie der Weichkäse hierzulande hergestellt wird. Obgleich die Mongolei zu den zehn rohstoffreichsten Ländern der Erde gehört, sei die Landwirtschaft der wichtigste Wirtschaftsfaktor, so Bolor. In seiner Heimat, die etwa viereinhalb Mal so groß ist wie Deutschland, leben etwa drei Millionen Menschen. „Und rund 60 Millionen Stück Vieh“, erklärte Bolor, der einst in der DDR studiert hatte. Milchprodukte gehören althergebracht zum Speiseplan seiner Landsleute. Vor allem in den Sommermonaten würde sich die Landbevölkerung von Milch und den daraus gewonnen Erzeugnissen ernähren. Anders als in manchen asiatischen Ländern kennen die Mongolen verschiedene Käse.

Doch trotz der Qualität der Erzeugnisse gelinge es nicht, Käse wie in Europa herzustellen. „Wir fragen uns, woran das liegt“, sagte der Botschafter. Eine Antwort erhoffte er von seiner Stippvisite. Darüber hinaus könnte die Mongolei ein interessanter Standort sein. „Wir haben beste Milch und Sie die Technologie“, fügte Davaakhuu Battur, Leiter der Wirtschaftsabteilung der Botschaft, an. Die naturnahen Produkte der mongolischen Viehzüchter, die meist noch als Nomaden wie vor 1000 Jahren leben, gepaart mit deutschem Know-how könnten eine gewinnbringende Verbindung ergeben. „Dazu kommt, dass wir ein Freihandelsabkommen mit Japan haben“, ergänzte Sereeter Batbekh, Vorstandsmitglied im mongolisch-deutschen Wirtschaftsclub. Schließlich ist Japan für die hiesige Käserei der wichtigste Exportmarkt.

Freilich, Nägel mit Köpfen wurden am Dienstag nicht gemacht. Dennoch hörten Katenzberger, der Chef des Amts für Landwirtschaft, Arnfried Völlm, Landrätin Michaele Sojka (Linke) sowie die Vorsitzenden der Kreisbauernverbände der Kreise Greiz und Altenburger Land, Gerd Halbauer und Bernd Apel, den Gedankenspielen aufmerksam zu. Sie waren alle der Einladung des Bundestagsabgeordneten Volkmar Vogel (CDU) gefolgt, der den Botschafter durch seinen Wahlkreis führte.

Dass ein Botschafter ins Altenburger Land kommt, ist eine absolute Seltenheit. In den vergangenen 25 Jahren besuchten weniger als eine Hand voll Botschafter den Kreis. Der Besuch von Firmen in Ostthüringen sei für ihn die Fortführung seiner Gespräche, die er 2014 mit der damaligen Thüringer Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) und Wirtschaftsvertretern des Freistaates führte, so Tsolmon Bolor. Er interessierte sich am Dienstag nicht nur für Herstellungsabläufe. Auch über den Milchpreis und vor allem die Hintergründe des dramatischen Preisverfalls informierte sich der mongolische Botschafter ausführlich.

Von Jörg Reuter

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