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Motor-Führung wirft das Handtuch

Motor-Führung wirft das Handtuch

Die Turbulenzen der vergangenen Tage haben bei Motor Altenburg zu Konsequenzen geführt. Wie der Verein gestern mitteilte, stellten Präsident Matthias Reichel und sein Vize Jens Wuttke in einer erweiterten Präsidiumssitzung am Dienstagabend ihre Ämter zur Verfügung.

Altenburg.

 

 

 

 

Von Thomas Haegeler

"Wir konnten nicht länger wort- und tatenlos zusehen, mussten Konsequenzen ziehen, um den Verein und die Thüringenliga-Mannschaft zu retten", begründete Wuttke die Entscheidung gegen den Vorstandsposten und für die neue Rolle als Spielertrainer. "Ich werde alles dafür tun, damit die erste Mannschaft spielfähig ist und sie so trainieren, dass sie die Klasse halten kann." Er habe vieles versucht, aber zu oft gehört, dass man Dinge nicht anders machen wolle. Auch Reichel führte "das gesamte Umfeld" an, was derzeit nicht stimmt: "Ich fahre drei Wochen in den Urlaub und finde bei meiner Rückkehr ein Chaos wieder."

Gemeint ist damit vor allem die Fußball-Abteilung, in der sich zuletzt die Balken bogen, bis sie knirschten und schließlich krachten. So beschloss die zweite Mannschaft eigenmächtig, sich aufgrund personellen Mangels aufzulösen. Ohne Rücksprache mit der Abteilungsleitung oder dem Vorstand posaunte das Marco Killemann bei Facebook raus und verband diese Information sogleich mit dem Gesuch nach einem neuen Verein, den er und Robert Döring mit Ehrenhain auch fanden (OVZ berichtete). Die Situation eskalierte, als Spieler und Betreuer Motor reihenweise verließen, sich die erste Mannschaft ohne Trainer Mirko Hofmann zu elft in Sondershausen eine 2:5-Packung abholte und Fußball-Chef Günter Grohmann das Handtuch warf. Wie ernst der 71-Jährige das meint, zeigt der Fakt, dass er nach 42 Jahren Engagement bereits seinen Schreibtisch beim Verein räumte und auch nicht an der Sitzung am Dienstagabend teilnahm. Für eine Stellungnahme war er gestern aber nicht zu erreichen.

"Da ist nichts mehr zu lösen", erklärte Reichel, der wie auch Wuttke und Grohmann in den vergangenen Tagen von Fans und Mitgliedern vor allem im Internet heftig kritisiert worden war (OVZ berichtete). "Die zweite Mannschaft ist weg, die sechs bis sieben verbliebenen Spieler trainieren bei den Alten Herren mit." Auch gegen die Abmeldungen habe man nichts unternehmen können. "Wenn man die Leute nicht gehen lässt, sagen sie, dass sie nicht mehr spielen, und wir schauen trotzdem in die Röhre."

Der Schlussstrich, den die Motor-Führung jetzt gezogen hat, führt aber nicht sofort zum Rücktritt. "Wir werden bis Ende November eine Mitgliederversammlung einberufen, auf der dann ein neuer Vorstand gewählt wird", sagte Reichel. "Bis dahin machen wir unsere Arbeit weiter." Er und Wuttke stehen dann aber nicht mehr zur Verfügung.

Was passiert, wenn sich bei der Wahl niemand findet, der den Vorstand übernimmt, will sich Reichel aber noch nicht ausmalen. "Das wollen wir nicht hoffen", meinte der Noch-Präsident. "Ich denke, dann gibt es einen vom Amtsgericht bestellten Notvorstand." Wuttke hingegen hofft, mit der Entscheidung abzutreten, den Weg für Neues freizumachen. "Es geht darum, einen Neuanfang bei Motor hinzubekommen", so der 35-Jährige. "Vielleicht bewegt unser Rücktritt die Kritiker, die uns Missmanagement vorgeworfen haben, dazu mitzumachen."

Für den Verein kommen die Fußball-Querelen allerdings zur Unzeit. Schließlich wollte man am 14. und 15. September den 60. Geburtstag mit einem Festakt und zahlreichen weiteren Veranstaltungen feiern, was nun verschoben wurde. "Man kann sich den Zeitpunkt nicht raussuchen, nur dazu stehen und die Reißleine ziehen", bedauerte Wuttke diesen Umstand und Reichelt ergänzte: "Wir werden das schnellstmöglich lösen und dann in drei bis vier Monaten, wenn alles wieder in ruhigen Bahnen läuft, nachholen."

-Kommentar Seite 13

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