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Motor dreht verrücktes Derby und stürzt ZFC-Reserve in die Krise

Motor dreht verrücktes Derby und stürzt ZFC-Reserve in die Krise

390 Zuschauer sahen bei herrlichem Wetter in der Skatbank-Arena ein denkwürdiges Spiel der Verbandsliga-Kicker des SV Motor Altenburg. Zur Pause führte die Reserve des ZFC Meuselwitz durch Mirko Graf und Patrick Daniel noch sicher, weil Motor mit der ungewohnten Favoritenrolle zu kämpfen hatte und nichts Konstruktives zuwege brachte.

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In der 67. Minute gelingt Marco Dennhardt (2.v.l.) aus dem Gewühle das 1:2. Das ist die Initialzündung, die letztlich zum 4:2 gegen den ZFC II führt.

Quelle: Mario Jahn

Doch nach dem Seitenwechsel stellten die Gäste unerwartet das Fußballspielen völlig ein. Nachdem Marco Dennhardt (67.) der Anschluss gelang, gab es für Motor kein Halten mehr. Thomas Rolle traf zum Ausgleich (75.) und drei Minuten später erzielte Patrick Reichel die umjubelte Führung, ehe Jens Wuttke (82.) per Volleyschuss für die Entscheidung sorgte.

 

Motor konnte in der momentanen Bestbesetzung ins Derby gehen. Beim ZFC stand mit dem Ex-Altenburger Norman Teichmann der Stammtorhüter der ersten Mannschaft zwischen den Pfosten - einer von fünf Ex-Motor-Spielern. Vom Anpfiff weg nahmen die Gäste das Heft des Handelns in ihre Hände. Bis zur Pause schraubten sie das Ecken-Verhältnis auf 5:0. Auch beim Chancenverhältnis stand bei Motor bis zur Pause die Null. Anders die Gäste, die schon in der fünften Minute per Kopfball nach Freistoß zu ihrer ersten Gelegenheit kamen. Doch der Ball strich am linken Pfosten vorbei.

 

Dann hatte der aufgerückte Kai Müller freistehend kein Glück, als sein Zehn-Meter-Schuss von der Linie geschlagen wurde. Doch in der 37. Minute gelang dem ZFC die verdiente Führung. Graf traf nach Ecke im Nachschuss aus Mittelstürmerposition. Sechs Minuten später war René Eichelkraut erneut machtlos, als Patrick Daniel einen Nachschuss unhaltbar zum 0:2 in den Winkel hämmerte.

 

Nach der Pause kam eine andere Motor-Mannschaft aus der Kabine. Mit dem Selbstvertrauen des Serien-Siegers der vergangenen Wochen wollte man sich den Fans anders präsentieren und blies zum Sturm. Prompt gab es erste Gelegenheiten. David Weiße wollte zu genau Maß nehmen (50.). Einen Rückpass zur 16-Meter-Linie setzte er mit der Innenseite über das Tor. Auch Patrick Reichel sendete ein erstes Lebenszeichen und jagte einen Scharfschuss vom linken Strafraumeck knapp am langen Pfosten vorbei.

 

Die ZFC-Abwehr ließ nun erahnen, warum sie bisher 49 Treffer gefangen hat. Erstaunlich war auch der Kräfte-Abfall bei den Gästen. Motor spürte nun die Chance. Erst recht, als Dennhardt aus dem Gewühl heraus der Anschluss gelang. Der überragende Rolle leitete dann den Ausgleich mit einem weiten Pass auf rechts selbst ein. Leutert flankte fast von der Grundlinie in Richtung langer Pfosten. Von diesem Pfosten sprang der Ball zurück ins Feld und Rolle schoss ein.

 

Keine drei Minuten später schlug Eichelkraut einen Freistoß weit nach vorn, Wuttke verlängerte per Kopf auf Reichel, der am schnellsten schaltete. Halblinks nahm er den Ball im Strafraum an und schob ihn an Teichmann vorbei zum 3:2 ins Tor. Nun kannte die Begeisterung keine Grenzen mehr, zumal Wuttke mit seiner fulminanten Direktabnahme aus 16 Metern neben den rechten Pfosten zum 4:2 dem Spiel aus Motor-Sicht die Krone aufsetzte. Durch den Sieg rückt Motor in der Tabelle auf Rang drei vor, was nach dem Spiel noch lange gefeiert wurde.

 

ZFC-Trainer Karsten Oswald hingegen war bedient: "Eine Stunde lang hält die Mannschaft gut mit. Dann kommt der Einbruch, der deutlich zeigt, dass die Spieler auch ein mentales Problem haben. Da wird nur noch reagiert statt agiert. Für die gebotene letzte halbe Stunde muss sich die Mannschaft schämen." Klare Worte seien schon vorgestern gefallen und weitere folgten gestern. "Ich stelle mich vor das Team, aber nur solange ich weiß, dass alle wirklich mitziehen. Der Sonntag hat mir gezeigt, dass das Kind schon geraume Zeit in den Brunnen gefallen ist."

 

Motor: Eichelkraut, Enders (GK), Gerber (GK), Rolle, Kröber, Wuttke, Leutert (GK), Weiße (88. Vollak), Gentsch (87. Sänger), Reichel (GK), Dennhardt (89. Böckl).

 

ZFC II: Teichmann, Mattheus, Busch, Popelka (60. Nitzsche), Gentzsch, Schmidt, Wegner, Daniel (GK, 77. Schumann), Solivani, Graf, K. Müller (GK).

Thomas Lahr/Jörg Wolf

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