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Museumsnacht fällt trotz Regens nicht ins Wasser

Museumsnacht fällt trotz Regens nicht ins Wasser

So viele Teilnehmer wie an dem sportlichen Großereignis, es waren über 3000, erwarteten die Veranstalter nicht. "Etwas mehr könnten es schon sein", sagte Uta Künzel, Leiterin des Schlossmuseums.

 

Da war es kurz vor 20 Uhr. Es strömten nicht die Besucher, es strömte der Regen. Und wer ein Museum erreicht hatte, war froh, ein Dach über dem Kopf zu haben. Zu denen, die vorerst auf dem Trockenen saßen, gehörten auch Beatrix Neumann aus Körner bei Mühlhausen und Karin Illner aus Erfurt. Sie waren zu einem Besuch in Altenburg und nutzten die Gelegenheit, sich die Museen der Stadt anzuschauen. Ihre Tour starteten sie in der Spielkartensammlung auf dem Schloss. Dort trafen sie auf Gabriele Orymek und weitere Mitglieder des Altenburger Spieletages. Sie präsentierten blütenreiche Spiele zum Ausprobieren. Denn der Abend im Residenzschloss stand unter dem Motto "Aufgeblüht". "Das Schloss ist ideal dafür geeignet, hier Spiele vorzustellen", sagte Gabriele Orymek. Beatrix Neumann und Karin Illner zog es nach kurzem Aufenthalt weiter. Ihr Ziel war der historische Friseursalon in der Pauritzer Straße.

 

Dort starteten Ines Meister und Jens Käßner aus Altenburg ihre diesjährige Museumsrallye. Friseurmeister Peter Müller lockte mit einer ungewöhnlichen Farb- und Stilberatung für mutige und neugierige Damen und Herren. Ines Meister hatte den Mut. Sie setzte sich auf einen der alten, harten Stühle und ließ sich von Gabi Müller bescheinigen, dass sie ein warmer Typ sei und ihre Kleidung die Farben habe, die zu ihr passen. Danach griff die Kosmetikerin in die Schminke und verschönerte die eine Gesichtshälfte ihrer Klientin. Schick gemacht, ging es vom Friseursalon in die Altenburger Schlosskirche.

 

Dort sprach Restaurator Mario Gawlik über den Stand der Restaurierung. Zwischen den Gerüsten hatte er Dachreiter und andere Bauteile gelegt, Tafeln informierten über Details und auch über den Inhalt der goldenen Turmkugel, die gleichfalls restauriert wird. "Ob etwas Geheimdienstliches in der Kugel gefunden wurde", wollte ein Neugieriger wissen. Mario Gawlik lachte: "Zum letzten Mal wurde die Kugel 1985 restauriert, der Kartusche wurden damals ein Kartenspiel und eine "Konzertrundschau" hinzugefügt, nicht einmal Geld."

 

Als es 21 Uhr war, schien kurz die Sonne. Im Naturkundlichen Museum Mauritianum herrschte noch helle Aufregung. Museumsleiter Mike Jessat vergaß fast die neue Sonderausstellung zu eröffnen. "Gegen halb sechs ist uns der Keller voll Wasser gelaufen, zum Glück sind dort keine Sammlungen, nur die Toiletten", zeigte er sich erleichtert. Vor dem Haus stand ein nasses Trapperzelt, die Feuerschale war erloschen, Wilfried Mengs und seine Tochter Laura brachten ihre Lieder im Haus zu Gehör. Dort bastelten Kinder Phantasievolles oder Nützliches aus weggeworfenen Materialien. Das passte zu der neuen Sonderausstellung. Sie nennt sich "nyamacela - Die Müllsammler von Bamako". Diese Dokumentation von Franciska Muckenthaler ist noch bis Ende des Jahres zu sehen.

 

Der Weg vom Mauritianum zum Lindenau-Museum glich einem ausgewaschenen Bachbett. Mit etwas Glück kam man aber wieder trockenen Fußes in das Studio Bildende Kunst. Dort herrschte rege Betriebsamkeit. Die stand im Zeichen des Pharaos. Museumspädagogin Jaqueline Glück zeigte den jungen Museumsgästen, wie man ägyptische Hieroglyphen auf Papyrus bringt. Thekla Nowak und Lars Dahlitz, Kunststudenten in Schneeberg, fertigten mit den Kindern ägyptisch inspirierten Schmuck.

 

Als die Nacht anbrach, strömten doch noch die Leute auf den Schlossberg. Angesichts des gefüllten Festsaales des Residenzschlosses freute sich Museumsleiterin Uta Künzel: "Man muss sich Partner suchen für die Museumsnacht, dann kommen auch die Leute." Einer dieser Partner war die Tanzschule Schaller aus Altenburg. Dreimal zeigte sie im Festsaal ihre "Blütenträume", erhielt Applaus und Bravorufe. Trotz viel Nass von oben, die Museumsnacht ist keineswegs ins Wasser gefallen.

Klaus Peschel

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