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Altenburg Musik und Tanz zum Partnerschaftsjubiläum in Altenburg
Region Altenburg Musik und Tanz zum Partnerschaftsjubiläum in Altenburg
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16:28 01.07.2018
Städtepartner im gemeinsamen Rhythmus: Zum Bürgerfest ziehen die Musikanten auf den Markt – hier Como Vento aus Altenburg und die Stadtkapelle Offenburg. Quelle: Mario Jahn
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Altenburg

Im begehrten Schatten auf dem Altenburger Markt schwirren badische Wortfetzen, gepaart mit kehligem Schweizerdeutsch sowie thüringische Ausdrücke durch die Sommerluft. Nummern werden ausgetauscht, Hände geschüttelt. Beim Bürgerfest wird Freundschaft gefeiert, denn seit 30 Jahren ist Offenburg in Baden-Württemberg Partnerstadt Altenburgs, vor 25 Jahren entstand die Kooperation mit Olten in der Schweiz.

So kamen am Sonnabend Vertreter beider Städte in Altenburgs guter Stube zusammen. Die Stadtkapellen der befreundeten Städte spielen abwechselnd mit der Sambagruppe Como Vento und dem Gospelchor Colours of Soul aus der Skatstadt. Edith Schreiner, Oberbürgermeisterin aus Offenburg, erinnert in ihrer Begrüßungsrede an die „Einigungseuphorie“ kurz nach der Wende. Die Beziehung habe sich geändert, aber man sei immer noch im Gespräch. „Wir wissen, dass wir voneinander lernen können“, sagt sie.

War das eine Party: Etliche Altenburger haben am Samstag zusammen mit mehr als 200 Gästen aus Offenburg und Olten ein Thüringisch-Badisch-Schweizerisches Bürgerfest gefeiert. Musik, Tanz und Folklore standen im Vordergrund. Anlass waren die Jubliäen der Städtepartnerschaften.

Auch Pfadfinder und Volleyballer involviert

Die Partnerschaft sei in den ersten Jahren nach der Wende eine „tolle Unterstützung gewesen“, erinnert sich Altenburgs Oberbürgermeister Michael Wolf an seinem letzten Amtstag. „Das ist eine Freundschaft mit Olten und Offenburg, die nicht nur in der Verwaltung geführt wird“, betont er und verweist auf die Zusammenarbeit von Pfadfindern und Volleyballvereinen. Gerade weil die Jugend involviert sei, habe er keine Zweifel, dass die Städtepartnerschaften noch viele Jahre leben werden. Michael Wey, Stadtpräsident aus Olten, freut sich, dass die „liebgewonnenen Freunde aus Altenburg“ die Schweizer trotz ihres Dialektes verstehen.

Die Menschen – etwa 240 sind aus Baden und der Schweiz angereist – plaudern bei Bier und Wein, freuen sich über Thüringer Rostbratwurst. Eigens fürs Fest hat die Offenburger Brauerei Brauwerk Baden 400 Liter Gerstensaft in die mitgebracht. Klaus Petereit schenkt das „Kronen-Bier“ aus – und nicht wenige Altenburger freuen sich über den bekannten Tropfen aus Baden. Die Auslosung des Städtequiz’ sorgt gar für Freudenschreie – über Gewinne wie Übernachtungen in Hotels in den Partnerstädten.

Schäuble schlug Offenburg vor

Dabei waren zu Beginn der Partnerschaft Besuche im Westen noch gar nicht möglich. Der Offenburger Stadtrat und Vorsitzende der Stadtkapelle Jess Haberer verhandelten 1987 um die Städtepartnerschaft mit Altenburg. Honecker und Kohl wollten zehn Städte in Ost und West miteinander bekannt machen. Kanzleramtsminister Wolfgang Schäuble lebte damals in der Nähe von Offenburg und brachte die Stadt ins Gespräch. Im März 1988 wurde der Vertrag dann unterzeichnet. „Dass wir da mal rüberfahren, hätten wir nicht gedacht“, erinnert sich Volker Kibisch, Vorsitzender des Altenburger Folkloreensembles. Nach dem Mauerfall sah er sich dann mit Bekannten in Offenburg um. „Wir haben ihnen alles gezeigt und die Kaufhäuser angeschaut“, erzählt Albert Schulze von der Biedermanngruppe Offenburg. Die Partnerschaft wuchs auf Vereinsebene. „Der Kontakt war sehr intensiv, die Offenburger haben uns bei der Vereinsgründung geholfen“, so Kibisch. Dafür hätten sie sich die Offenburger bei den Altenburgern abgeschaut, zu Live-Musik zu tanzen. Mittlerweile haben die Altenburger auch die Guggenmusik aus der Schweiz lieben gelernt.

Zum 30. Jubiläum führen das Folkloreensemble und die Biedermeiergruppe aus Offenburg einen mittlerweile schon traditionellen Bändertanz auf, der aus dem Badischen übernommen wurde. Einen Knoten gab es auch nach so vielen Jahren nicht.

Von Theresa Held

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