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Altenburg Musikalische Moldau-Reise im Landestheater
Region Altenburg Musikalische Moldau-Reise im Landestheater
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05:03 09.05.2018
Laura Knoll und Leon Fritzenwenger führten souverän und mit viel Hintergrundwissen durch die Darbietung der „Moldau“. Quelle: Foto: Mario Jahn
Altenburg

Es sollte im 2. Familienkonzert am vergangenen Sonntagnachmittag eigentlich gesungen werden – mit dem Opernchor des Theaters. Daraus wurde nichts. Stattdessen gab es eine Flussreise auf der Moldau, begleitet mit der Musik des tschechischen Komponisten Bedrich Smetana. Das war auch ganz schön und wurde mit zunehmender Reisedauer immer besser.

Teilnahme am Schöpfungsakt

Das gut besetzte Philharmonische Orchester saß für die Reise auf der Bühne und wurde souverän geleitet von Takahiro Nagasaki. Ebenfalls präsent war der tschechische Komponist Bedrich Smetana (1824-1884) in Person von Leon Fritzenwenger – warum wurde er dem Publikum nicht namentlich vorgestellt? –, der mit spitzer Feder Noten aufs Papier brachte und das Publikum am Schöpfungsakt der „Moldau“ teilnehmen ließ.

Das Komponieren unterbrach er, um Musikdramaturgin und -pädagogin Laura Knoll bei ihrer aufs Wesentliche beschränkten Moderation zu assistieren. Beide zerschnitten den Fluss in Teile und fütterten das Publikum mit sprachlich garnierten musikalischen Häppchen, vom Orchester bestens serviert.

Dadurch lernte das Publikum – vor allem die Kinder – die anmutige Landschaft kennen, die die Moldau durchfließt, die Menschen, die dort lebten mit all ihren Gewohnheiten und die historischen Zeugnisse aus der tschechischen Geschichte. Die Moldau war immer schon die strömende Pulsader des tschechischen Landes, und Smetana hat durch die Darstellung ihres Verlaufs ein bleibendes musikalisches Tongemälde geschaffen.

Reise entlang der Lebensader

Es beginnt mit der Beschreibung der zwei sprudelnden Quellen des Flusses, der warmen und der kalten Moldau, und deren Vereinigung und ihres Verlaufs durch weite Wälder vorbei an belebten Dörfern, wo gerade eine Bauernhochzeit gefeiert und eine Polka getanzt wird. Danach zerreißen die Schüsse der Jäger die Stille des Waldes und nachts bei Mondenschein und in Nebelschwaden über dem Fluss scheinen seltsame Wesen zu tanzen – die Wassernymphen.

Danach erreicht die Moldau die Johannisstromschnellen und der Komponist mit deren Beschreibung den musikalischen Höhepunkt. Die Pauken unterstreichen in diesem Tosen die mächtige Kraft des Wassers. Im Anschluss beruhigt sich alles wieder und in einem breiten Strom fließt die Moldau in die Hauptstadt Prag hinein, durchfließt viele Brücken, strömt aus der Stadt hinaus der Elbe entgegen, begleitet mit einem musikalischen Motiv, das klingt wie ein inniger Wunsch nach Wohlergehen und Frieden für das ganze Land, und entgleitet unseren Blicken immer mehr – bis zwei kräftige Schläge des Orchesters uns in die Wirklichkeit zurückholen.

Autofrühling stört Zuspruch

Takahiro Nagasaki gab mit dem Orchester eine sehr vitale Interpretation wie auch bei den beiden flankierenden böhmischen Tänzen. Das etwas ausgedünnte Publikum applaudierte lang und intensiv. Der Autofrühling auf dem Altenburger Markt und das schöne Frühlingswetter waren dem Besuch dieses Familienkonzertes jedoch nicht förderlich.

Von Manfred Hainich

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