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Altenburg Musikalische Zeitreise im Altenburger Landestheater
Region Altenburg Musikalische Zeitreise im Altenburger Landestheater
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19:03 10.04.2018
Gastgeber mit reichlich Charme: Heiko Reissig stimmte, unterstützt von der Reinhard-Stockmann-Band, zahlreiche Lieder-Klassiker an – und führte ansonsten gekonnt durch den Nachmittag. Quelle: Mario Jahn
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Altenburg

„Nostalgie pur“ könnte man getrost als Überschrift über das Konzert setzen, das Heiko Reissig, der „Kavalier der heiteren Muse“ am Sonntag im Altenburger Landestheater dem Publikum präsentierte. Mit seiner musikalischen Show hatte er auf den Punkt genau den Geschmack desjenigen Hörerkreises getroffen, der sich noch bestens an die musikalischen Hits der Ufa-Filmproduktionen oder an die Bestseller aus dem Reich der Operette erinnern kann.

Rumpelkammer-Reminiszenzen

Heiko Reissigs Konzept ging auf: das Theater war zwar nicht ausverkauft, aber dennoch sehr gut besucht. „Die musikalische Rumpelkammer“ – so der Titel des Konzerts – sollte es sein. Und der Beginn war absolut stilecht konzipiert: Vorhang auf zur Rumpelkammer als Reminiszenz an den legendären Willi Schwabe. Dazu die entsprechende Musik, der Tanz der Zuckerfee von Tschaikowski, und der gemächlichen Schrittes die Bühne oder, besser gesagt, das angestaubte Bodenverlies betretende Kammersänger mit der originalen dreireihigen Weste und der legendären Lampe in der Hand.

Doch nein, angestaubt war dann das sich aufbauende musikalische Programm überhaupt nicht, denn Heiko Reissig ist natürlich nicht nur perfekter Profi in der Unterhaltungskunst, sondern gestandener Opernsänger mit einer hervorragenden und brillanten Tenorstimme und dem gewissen Etwas, das er perfekt einzusetzen weiß. Er kann mit Charme Geschichten, Histörchen und Witze erzählen, sich in den Dialog mit dem Publikum begeben und höchst anspruchsvolle tänzerische Einlagen auf die Bretter, die die Welt bedeuten, legen.

Über der Gürtellinie

Dabei – und das ist wohltuend – gehen seine vielen Traktätchen und Scherze niemals unter die Gürtellinie, haben ein gewisses Niveau, immer eine sitzende Pointe mit diversen Seitenhieben auf diese oder jene Unsitte und animieren das Publikum zur Heiterkeit und zum spontanen Beifall. Es bedarf eines ungemein konzertierten Einsatzes, eine derartige Veranstaltung mit erstklassigem Gesang und erfrischenden Moderationen ohne Entgleisungen durchzustehen. Doch für Heiko Reissig scheint das alles kein Problem zu sein. Selbst wenn es ab und zu scheint, er habe wegen der lockeren Konversation, (un)absichtlich den Faden für den Programmablauf verloren, so überspielt er diese kritischen Situationen mühelos mit Nonchalance.

Kompetente Unterstützung

Seine musikalischen Partner in diesem Konzert waren die seit Jahren bewährte Reinhard-Stockmann-Band aus Dresden und natürlich sein weibliches Gegenüber, die Berliner Altistin Susanne Koch. Beide spielten sich die Bälle zu und zauberten eine funkensprühende Revue auf die Bühne.

Ein musikalisches Highlight nach dem anderen aus Film und Operette reihte sich aneinander, seien es oft gesungene und immer wieder gern gehörte Titel von Marika Rökk, Johannes Heesters, Emmerich Kalman oder Friedrich Schröder. Susanne Koch war Reissig stets eine wundervolle Partnerin, die in ihrer prunkvollen Garderobe und mit ihrer warmen Stimme den besten Eindruck hinterließ.

Walzer mit Besucherin

Bandleader Reinhard Stockmann imitierte absolut gelungen in der für Louis Armstrong typischen Stimmgebung den legendären Erfolgstitel „What A Wonderful World“ und erhielt dafür viel Extrabeifall. Auch einige artistisch-tänzerisch anmutende Einlagen der Herren von der Stockmann-Band erweckten einen urkomischen Eindruck im besten Sinne, wenngleich die Beine nicht immer so ganz im Gleichtakt schwangen. Selbst ein Walzer wurde getanzt, zu dem Heiko Reissig die Konzertbesucherin Ingeburg aus dem Publikum auf die Bühne gelockt hatte und mit ihr ordentlich wirbelte. Respekt!

Alles in allem ein höchst unterhaltsamer Rumpelkammer-Nachmittag, den das Publikum mit viel Beifall, mit noch mehr Bravorufen und dem Wunsch nach Zugaben quittierte. Drei gab es davon und als Abgesang nochmals den Tanz der Zuckerfee: Die Rumpelkammer war wieder verschlossen; nur die Laterne lugte nochmals kurz aus einem Spalt des Bühnenvorhangs hervor.

Von Felix Friedrich

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