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Altenburg Mut gegen Machtmissbrauch
Region Altenburg Mut gegen Machtmissbrauch
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13:24 19.10.2011

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Der Emigrant war am 14. Oktober 1732 im Alter von 70 Jahren in Altenburg gestorben und einen Tag später auf dem Gottesacker beigesetzt worden. Der protestantische Prediger befand sich in einem Tross von 400 Flüchtlingen, die wegen ihrem Bekenntnis zur evangelisch-lutherischen Kirche aus dem katholischen Salzburg vertrieben worden waren. Ihr Leidensweg führte sie zu jener Zeit über Hof, Plauen, Zwickau nach Altenburg, ehe der Treck weiter über Leipzig, Stettin bis nach Königsberg zog.

Die Vertreibung von etwa 20 000 evangelisch-lutherisch gesinnten Bauern aus dem Erzbistum Salzburg ist ein prägendes Beispiel der katholischen Gegenreformation. Dieser auch als Große Emigration von 1731/32 in die Geschichte eingegangene Willkürakt verstieß gegen des damalige Reichsrecht. Die Wanderung quer durch die deutschen Lande gehörte in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts zu den bekanntesten Beispielen staatlichen Machtmissbrauchs und rüttelte schon damals die Menschen jener Zeit auf.

Der einfache Bauer Hans Mossegger aus Wagrain gab den Entrechteten damals eine Stimme, er war die Galionsfigur des Widerstandes gegen den Fürsterzbischof von Salzburg. Seit 1729 hatte sich Hans Mossegger als Prediger einen Namen gemacht. Die Menschen hatten lange Fußmärsche in Kauf genommen, um ihn zu hören. Wenige Tage nach seiner großen Predigt am 24. September 1731 wurde Mossegger als Rädelsführer eingekerkert, ehe er am 27. Mai 1732 aus dem Land vertrieben wurde.

Der Durchzug der Salzburger Emigranten durch Altenburg ist in der Skatstadt weithin unbekannt. Aus diesem Grund und auch, um Mossegger zu ehren, hatte sich der in Bielefeld beheimatete "Salzburger Verein" für eine Gedenktafel an der Gottesackerkirche eingesetzt. Diese wurde gestern im Beisein von angereisten Vereinsmitgliedern enthüllt.

Die große Salzburger Emigration und Hans Mossegger waren ebenso Thema eines Vortrages am Donnerstag in der Brüderkirche.

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