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Mutter wegen Totschlags angeklagt

Mutter wegen Totschlags angeklagt

Im März sorgte der Fund einer Babyleiche in Altenburg für Aufsehen. Nun steht für die Ermittler die genaue Todesursache fest: Das Neugeborene ist ertrunken. Wohl im September muss sich die Mutter Sandra F.

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Quelle: Mario Jahn

wegen Totschlags vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft hat nun Anklage gegen die 29 Jahre alte Mutter erhoben. Auf Totschlag sieht das Strafgesetzbuch mindestens fünf Jahre Haft vor. Laut eines Gutachtens der Rechtsmedizin hat das Mädchen nach der Geburt gelebt und war voll entwickelt. Gestorben sei es kurze Zeit später durch Ertrinken, sagte gestern der Sprecher der Staatsanwaltschaft Gera, Jens Wörmann. Der Säugling sei ansonsten unverletzt gewesen und die Nabelschnur nach der Geburt mit einem Messer durchtrennt worden.

 

Die Mutter hatte im März wegen akuter Gesundheitsprobleme die Altenburger Klinik aufgesucht. Dabei war den Ärzten aufgefallen, dass sie kurz zuvor ein Baby zur Welt gebracht haben musste. Polizisten fanden daraufhin den Leichnam in der Wohnung der Frau in der Altenburger Käthe-Kollwitz-Straße. Das Mädchen lag in einem Eimer im Badezimmer.

 

Die Mutter hat nach Angaben der Staatsanwaltschaft bestritten, ihr Neugeborenes getötet zu haben. Sie habe ausgesagt, sie sei - als sie in der Badewanne saß - unter der Geburt in Ohnmacht gefallen, so Wörmann. Als sie wieder zu sich gekommen sei, sei das Baby tot im Wasser geschwommen. Die Schwangerschaft hatte sie ihrem Umfeld verschwiegen - warum, ist nicht bekannt. Die Ermittler gehen davon aus, dass sie bei der Geburt allein war.

 

Das Baby soll um den 8. März zur Welt gekommen sein. Nach dessen Tod hat die junge Frau offensichtlich noch mehrere Tage mit dem Leichnam in der Wohnung verbracht - bis sie ins Krankenhaus kam. Die Frau ist schon Mutter eines Kindes im Kindergartenalter, das nach dem Fund der Babyleiche bei Großeltern untergebracht wurde. Die Frau selbst sitzt in Untersuchungshaft.

 

Nach Angaben des Landgerichts Gera wird der Fall voraussichtlich ab September vor der Schwurgerichtskammer verhandelt. Ein genauer Termin steht nach Angaben einer Sprecherin noch nicht fest.

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