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Mutterboden vernichtet? Naturschützer zeigt Kieswerke Nobitz an

Naturschutz Mutterboden vernichtet? Naturschützer zeigt Kieswerke Nobitz an

Weil die Firma wertvollen Mutterboden einfach ins Wasser gekippt und damit gegen ein Bundesgesetz verstoßen haben soll, hat der bekannte Naturschützer Norbert Höser die Heim Kieswerk Nobitz GmbH angezeigt. Firmenvertreter dementierten die Vorwürfe und sicherten einen fachgerechten Umgang mit der wertvollen Muttererde zu.

Der an der rechten Seite der Kiesgrube abgetragene Mutterboden soll an einer anderen Stelle des Baggersees angeblich ins Wasser gekippt worden sein.

Quelle: Mario Jahn

Nobitz. Die Heim Kieswerk Nobitz GmbH kippt angeblich Mutterboden ins Wasser. Diesen Vorwurf erhebt nicht irgendjemand. Das behauptet der angesehene Naturschützer Norbert Höser. Vor einigen Tagen, exakt am 7. April will der promovierte Biologe beobachtet haben, wie zwei Laster die zuvor von einem Bagger aufgenommene Erde rückwärts an der Böschung abgekippt haben sollen. Dabei handele es sich um die Kiesgrube zwischen Wilchwitz und dem Flugplatz Nobitz, wo mittels Schwimmbagger der Bodenschatz abgebaut wird.

Norbert Höser

Norbert Höser

Quelle: Mario Jahn

Höser schwört gegenüber der OVZ Stein und Bein, dass es sich bei dem Material tatsächlich um Mutterboden gehandelt habe, bei dem sich auch noch Reste von bereits gesprossenem Getreide unweit der Kiesgrube befanden, mithin also gut sichtbar war. Dies würde er notfalls sogar beeiden, sagte er der OVZ.

Würde dieser Vorwurf zutreffen, wäre das ein Verstoß gegen das Bundesbodenschutzgesetz. Und deswegen erstattete Höser Anzeige bei der Naturschutzbehörde des Landratsamtes. Deren Leiterin, Birgit Seiler, schickte daraufhin sofort Mitarbeiter ihrer Behörde an die Kiesgrube, die den Vorwurf dort allerdings nicht bestätigen konnten. Das aber wäre auch schwierig gewesen, findet man ins Wasser gekippte Erde nicht wieder, sagte sie der OVZ. Da das Landratsamt jedoch ohnehin nicht zuständig sei, leitete Seiler die Anzeige an das Landesbergamt in Gera weiter.

Dessen Mitarbeiter führten vor etwa 14 Tagen ebenfalls eine Kontrolle vor Ort durch, hätten allerdings keine Verstöße entdecken können. Das erklärte Peter Blum, der kaufmännische Leiter der Firmen-Gruppe Heim KG mit Sitz in Ulm, der OVZ auf eine Anfrage. Die Nobitzer Kieswerke sind eine eigenständige Gesellschaft, sind allerdings in Besitz der Familie Heim und gehören als solche zur gleichnamigen Firmen-Gruppe in Ulm.

Blum dementierte energisch und mehrfach, dass Mutterboden auf diese Art und Weise bei Wilchwitz vernichtet worden sei. „So etwas machen wir nicht“, sagte Blum. Dies könne sich die Firma auch gar nicht leisten, weil sie den Boden selbst für die Rekultivierung dringend brauche und dieser auch sehr teuer sei. Er werde fachgerecht an Ort und Stelle abgekippt, geebnet und planiert. Blum kündigte an, dies noch in dieser Woche bei seinem Besuch des Nobitzer Geländes selbst zu kontrollieren. Außerdem werde er die zuständigen Mitarbeiter nochmals auf einen achtsamen Umgang mit der Erde hinweisen.

Der Betriebsleiter des Nobitzer Kieswerks, Michael Brucker, kündigte gegenüber der OVZ für Mittwoch zunächst eine Pressekonferenz oder zumindest eine Presseerklärung an, um sich gegen die Vorwürfe Hösers zu wehren. Sowohl die Konferenz als auch die Erklärung blieben allerdings aus. Brucker ließ durchblicken, eventuell am heutigen Donnerstag auf die Anzeige zu reagieren. Mit der durch das Umweltamt vorgenommenen Kontrolle, bei der keine Verstöße festgestellt wurden, seien die Vorwürfe abgeschmettert worden, sagte Brucker.

Die Verdächtigungen gegen das Kieswerk Nobitz sind nicht neu. Bereits im vergangenen Jahr wurde Juniorchef Philipp Heim von der OVZ damit konfrontiert, als sich Leser wegen der angeblichen Vernichtung des Bodens beschwert hatten. Heim hatte damals erklärt, dass Muttererde zur Stabilisierung auf Böschungen aufgetragen werden, weil die Seen vom Betriebsgelände bis zum Leinawald erhalten blieben. Außerdem werde eine Landzunge im See angelegt, so wie dies der Rekultivierungsplan vorsieht.

Von Jens Rosenkranz

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