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Altenburg Mysteriöser Fenstersturz beschäftigt Amtsgericht Altenburg
Region Altenburg Mysteriöser Fenstersturz beschäftigt Amtsgericht Altenburg
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17:43 25.10.2016
Vor dem Altenburger Amtsgericht hat der Prozess gegen eine 32-Jährige begonnen, die eine junge Frau derart geschlagen, erpresst und bedroht haben soll, dass diese aus dem Fenster sprang. Quelle: Mario Jahn
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Altenburg

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Mit der Vorgeschichte des mysteriösen Fenstersturzes beschäftigt sich das Schöffengericht des Amtsgerichts Altenburg seit Montag. Angeklagt ist eine 32-jährige Altenburgerin. Staatsanwältin Beate Kohlus-Kaminski wirft ihr vor, nach einem Streit um gestohlene Sachen eine junge Frau ins Gesicht geschlagen und einige Sekunden gewürgt zu haben. „Ich quäl’ dich, ich mache dich fertig, ich bringe dich um“, soll Diana T. dabei gerufen haben. Anschließend soll die Angeklagte ihrem Opfer die Geldkarte weggenommen und mit den Worten „ich kann dir auch auf die Schnauze hauen“ die PIN-Nummer erpresst haben. Schließlich soll sie der jungen Frau mit einer heißen Bratpfanne gedroht haben. Daraufhin flüchtete die Geschädigte ins Bad und sprang aus Angst aus dem Fenster.

Diana T. schilderte die Geschehnisse zum Auftakt des Prozesses wegen gefährlicher Körperverletzung, Bedrohung und räuberischer Erpressung anders. Ausführlich erklärt die 32-Jährige, wie sie die junge Frau, die offenbar psychisch labil war, kennengelernt und dass sie ihr Unterschlupf gewährt hat. Dann musste sie allerdings feststellen, dass ihr Schlafgast sie beklaut hat. Es geht unter anderem um eine Hose, um Body-Lotion und um eine gehäkelte Decke der Ur-Oma. Der Schlafgast wird ihr zunehmend suspekt. Auch weil sich die junge Frau zunehmend seltsam verhält, fahrig wirkt und verschwitzt ist. Es entwickelt sich ein Streit, der über Stunden mal aufflammt, dann wieder abflaut und schließlich darin gipfelt, dass sich die junge Frau im Bad einschließt und aus dem Fenster springt.

„Ich war sauer, weil sie mich beklaut hat, aber ich bin kein Freund von Gewalt“, sagt die Angeklagte und bestreitet den Großteil der Vorwürfe. Von einer EC-Karte wisse sie nichts. „Das mit der PIN stimmt nicht. Ich habe sie nicht angefasst – weder geschlagen, noch gewürgt.“ Maximal will sie etwas lauter gesagt haben: „Ich kann dich auch fertigmachen.“

Die ersten Zeugen bestätigen den Streit. „Das Bad sah wüst aus“, sagt ein Polizist und schließt aufgrund der Gegebenheiten aus, dass die junge Frau aus dem Fenster gestoßen worden ist. Vielmehr müsse sie am Fensterbrett gehangen haben. Hinweise auf Drogen habe er keine. Anders eine Nachbarin, die gehört hat, wie die Verletzte dem Sanitäter gesagt habe, dass sie am Morgen Crystal konsumiert habe.

Aufklärung versprechen die Geschädigte, die am Montag unentschuldigt fehlte, und weitere Zeugen zur Fortsetzung am 10. November. Dann soll auch das Urteil fallen.

Von Thomas Haegeler

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