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Nach Beiß-Attacke in Gößnitz: Jungen geht es etwas besser

Hund unter Beobachtung Nach Beiß-Attacke in Gößnitz: Jungen geht es etwas besser

Lichtblick am Horizont für Mandy Thurau: Ihrem Sohn, der am Sonntag Opfer einer Hundeattacke wurde (die OVZ berichtete), geht es ein wenig besser. Ungeachtet dessen wollen sie und ihr Mann, dass der Zwischenfall, bei dem auch die Eltern verletzt wurden, ein gerichtliches Nachspiel hat. Der Hund bleibt zehn Tage unter Quarantäne und Beobachtung.

In dieser beschaulichen Eigenheimsiedlung in Gößnitz ist es zu der Beiß-Attacke gekommen.
 

Quelle: Jörg Reuter

Gößnitz/Altenburg.  Lichtblick am Horizont für Mandy Thurau: Ihrem Sohn, der am Sonntag Opfer einer Hundeattacke wurde, geht es ein wenig besser. Der Gesichtsverband kann mittlerweile ohne Narkose gewechselt werden, berichtet die Mutter der Osterländer Volkszeitung. Ungeachtet dessen wollen sie und ihr Mann, dass der Zwischenfall, bei dem auch die Eltern verletzt wurden, ein gerichtliches Nachspiel hat. „Am Montag haben wir unseren Anwaltstermin“, sagt Mandy Thurau. Dann werde das weitere Vorgehen abgesprochen. Unter anderem möchte sie erreichen, dass die Hundezucht auf dem benachbarten Grundstück eingestellt wird. Neben den Aktivitäten der Eltern läuft derzeit auch ein Strafverfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung gegen die Hundehalterin.

Derweil wird im nahen Kindergarten „Burattino“ der Vorfall nicht ganz so hoch gehangen. „Das ist unserer Meinung nach ein sehr tragischer Unfall gewesen, das tut uns für den Jungen sehr leid. Unser Kinder haben auch schon Bilder für ihn gemalt. Er besucht ja auch unsere Einrichtung“, so Kita-Leiterin Andrea Tepper.

In den kommenden Tagen wollen sie die Zeichnungen ins Krankenhaus bringen. Der Unfall an sich sei aber auf einem privaten Grundstück und dazu noch an einem Sonntag passiert, weshalb die Einrichtung keinen Handlungsbedarf sehe. „Wir haben unsere Kinder noch einmal belehrt, wollen ihnen aber auch keine Angst machen“, betont die Einrichtungschefin. Dazu komme, dass es in den vergangenen Jahren nie Probleme mit den Nachbarn gegeben und die Kita einen hohen Zaun hat.

Von Seiten der Behörden hat die furchtbare Attacke für Züchter und Hund vorerst keine beziehungsweise nur geringfügige Konsequenzen, so die Pressesprecherin des Landratsamts, Jana Fuchs, auf Nachfrage. Aus tierrechtlicher Sicht sei alles in Ordnung gewesen. „Unsere Behörde ist ohnehin nur gefragt, wenn es um eine Tollwut-Erkrankung des Hundes gegangen wäre. Aber die ist inzwischen ausgeschlossen worden.“ Es wäre auch verwunderlich gewesen, so Fuchs, denn im Landkreis gab es seit 25 Jahren keinen einzigen Fall von Tollwut mehr. Für alle anderen Fragen und Entscheidungen sei die Kommune zuständig.

Der Hund muss jetzt zehn Tage in Quarantäne, wird also im Zwinger gehalten, erklärte der Gößnitzer Bürgermeister, Wolfgang Scholz (Städtebund), und regelmäßig von Mitarbeitern des Ordnungsamtes der Stadt und des Veterinäramts des Landkreises beobachtet. Danach müsse er einen Maulkorb tragen. Ein Einschläfern des Tieres stehe derzeit nicht zur Disposition. „Wenn der Hund schon drei- oder viermal verhaltensauffällig gewesen wäre, könnte man solch einen gravierenden Schritt in Erwägung ziehen“, so Scholz. Doch das sei nicht der Fall.

Auch in Bezug auf die Züchter habe es bisher keinerlei Beschwerden gegeben. Sie verfügten in diesem Metier über jahrzehntelange Erfahrungen. Die Höhe des Zauns von 1,80 Meter wird als ausreichend angesehen. Eine Hecke mit Mauer, wo das Tier aber 1,20 bis 1,50 Meter hätte herunterspringen müssen, kommt zumindest als „Schlupfloch“ infrage und muss deshalb verändert werden. „Aber ob der Hund dort wirklich auf das andere Grundstück lief und warum er derart aggressiv wurde, können wir nicht sagen.“

Aus den zurückliegenden Jahren, ja Jahrzehnten ist weder im Landratsamt noch im Tierschützverein ein vergleichbarer Fall bekannt. „Einen hundertprozentigen Schutz gibt es eben nicht, solange Hunde von Menschen gehalten werden“, erklärte die Chefin des Tierschutzvereins Altenburg und Umgebung, Sibylle Börngen. „Es handelt sich um eine bislang völlig unauffällige Hündin. Doch viele Tiere haben eben noch immer einen Jagdtrieb. Und ein rennendes Kind fällt ins Beuteschema.“ Auch der von vielen geforderte Hundeführerschein für alle Hundebesitzer, der mehr Schutz bieten soll, hätte hier nicht geholfen.

Von Jörg Reuter und Ellen Paul

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