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Altenburg Nach Feuerwehreinsatz wird Lödlaer Forst abgeriegelt
Region Altenburg Nach Feuerwehreinsatz wird Lödlaer Forst abgeriegelt
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13:35 03.07.2018
Die Feuerwehr Lödla muss am 1. und 2. Juli im Lödlaer Forst Unterholzbrände bekämpfen. Quelle: FW Lödla
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Lödla

Ab sofort ist das Betreten des Lödlaer Forstes streng verboten. Das schließe auch die Feuerwehr ein, betont Lödlas Bürgermeister Torsten Weiß. Der CDU-Politiker hatte dies am Montag als Sofortmaßnahme angeordnet. Grund dafür waren zwei Alarmierungen. Zum ersten Mal rückten die Kameraden der Feuerwehr am Sonntag gegen 13 Uhr im Wäldchen zwischen Lödla und Rositz an, zum zweiten Mal elf Stunden später. Gerufen wurden die Wehren aus Lödla, Rositz und Monstab, weil der Brand des Kohleflözes an die Oberfläche durchgebrochen war und das Unterholz entzündet hatte.

Vermutet wird, das ungefähr seit 1945 der Kohleflöz bei Lödla unterirdisch brennt beziehungsweise schwelt. Hin und wieder schaffen es die Glutnester aus bis zu 1,5 Meter Tiefe ans Tageslicht, wo sie bei entsprechender Trockenheit Oberflächenbrände auslösen können. Laut Weiß sei aber der Lödlaer Forst in vergangenen Jahren – abgesehen von einer Kleinigkeit im Februar – verschont geblieben.

Nun, nach zwei Einsätzen binnen weniger Stunden, wollte Weiß mehr erfahren. „Während meiner Amtszeit gab es zum Glück noch keine solchen Vorfälle, weshalb ich Fachleute von der Betriebsfeuerwehr der Mibrag eingeladen habe, vor allem, um mir Hinweise geben zu lassen, wie der Flözbrand gelöscht werden kann“, sagt Weiß der OVZ.

Doch diesbezüglich hätten die Fachleute von der Mitteldeutschen Braunkohlengesellschaft (Mibrag) nur abgewunken – löschen sei praktisch unmöglich. Der Besuch der Berufsfeuerwehr war nichtsdestotrotz erhellend, denn die Kameraden hatten Messgeräte mit, um die Glutnester und deren Tiefe ausfindig zu machen. „Das ist offensichtlich ganz unterschiedlich. Wir hatten Stellen, da wurden an der Oberfläche rund 500 Grad Celsius gemessen und eine halben Meter Tiefe dann nur 80 Grad.“

Die größte Gefahr sind aber Setzungen. Denn die Glut hinterlässt unterirdische Hohlräumen, die zusammensacken können. Außerdem, so Weiß, gibt es an der Oberfläche eine Art Treibsand-Pfützen aus extrem feinem Aschestaub. Beim Betreten dieser besteht ebenfalls höchste Lebensgefahr. „Tückisch ist, dass es aussieht wie Wasser, weshalb die Gefahr nicht zu erkennen ist.“ All das zusammen habe zu seinem Entschluss geführt, den Lödlaer Forst vollständig zu sperren. „Es ist aus meiner Sicht nicht einmal zu verantworten, Rettungskräfte auf das Areal zu lassen“, sagt Weiß. Und er bestätigt, dass somit vorerst auch nicht mehr gelöscht werden darf.

Von Jörg Reuter

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