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Altenburg Nach Förderzusage: Jubellaune auf dem Schlossberg
Region Altenburg Nach Förderzusage: Jubellaune auf dem Schlossberg
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16:00 10.11.2018
Im Lindenau-Museum gaben sich in den vergangenen Wochen diverse Poltiker die Klinke in die Hand. Unter anderem kam der Ostbeauftragte der Bundesregierung, Christian Hirte (Mitte). Quelle: Mario Jahn
Altenburg

Es ist eine der größten Fördersummen, die jemals ins Altenburger Land flossen: 48 Millionen Euro. Die Botschaft von der Zuschuss-Entscheidung (die OVZ berichtete) machte am Freitag wie ein Lauffeuer die Runde. Die Sanierung des Lindenau-Museums, die Gestaltung des Umfeldes und auch die Sanierung des Herzoglichen Marstalls im Schlosspark soll damit in trockenen Tüchern sein. Gerade letztere Investition war bis Donnerstag noch recht unsicher.

Konzeption liegt seit 2017 vor

„Endlich werden wir das Lindenau-Museum der Bedeutung seiner einzigartigen Sammlungen gemäß entwickeln können“, ist dessen Direktor Roland Krischke voller Vorfreude auf die nächsten Jahre. Im Frühjahr 2017 hatte er eine Neukonzeption der Kulturstätte mit dem Titel „Der Leuchtturm an der Blauen Flut – Das neue Lindenau-Museum und die Altenburger Trümpfe“ vorgelegt. Eine millionenteure Vision, die damals angesichts der hoch gesteckten Ziele so manchen Betrachter verwundert die Augen reiben ließ. Krischke hatte vorgeschlagen, Büros, Depots, Werkstätten und die Grafische Sammlung aus dem Bestandsgebäude in den städtischen Marstall auszulagern, um mehr Platz für Dauerausstellung, Kunstschule, Kasse und Shop sowie zeitgemäße sanitäre Anlagen zu gewinnen und Barrierefreiheit zu schaffen.

Haushaltsausschuss-Sitzung brachte den Durchbruch

Seit Donnerstagabend zeichnet sich ab: Aus der Vision wird Realität. Den Durchbruch brachte die jüngste Sitzung des Haushaltsausschuss des Bundestages, die sogenannte abschließende Bereinigungssitzung zum Bundeshaushalt 2019. 24 Millionen Euro Förderung fürs Lindenau-Museum lenkte der Ausschuss frei – unter der Bedingung, dass sich Thüringen mit einer Summe in gleicher Höhe beteiligt. Der gemeinsame Einsatz der Ostthüringer Bundestagsabgeordneten Volkmar Vogel (CDU) und Elisabeth Kaiser (SPD) zeige Wirkung, bilanzierten die beiden in einer Pressemitteilung. Die Renovierung und Erweiterung des Lindenau-Museums liege Vogel seit Jahren am Herzen. Für Kaiser, die neu im Bundestag ist, sei es eines der ersten Projekte gewesen, derer sie sich annahm.

Aufteilung auf acht Jahre

Das Geld soll – aufgeteilt in acht Jahresscheiben – von 2019 bis 2026 fließen. Dass der Freistaat Thüringen willens ist, die Kofinanzierung zu leisten, sei dem Bund vonseiten des Thüringer Kulturministers Benjamin-Immanuel Hoff signalisiert worden. Auf OVZ-Nachfrage bei Hoffs Pressestelle wurde das am Freitag bestätigt – mit dem Vorbehalt der noch ausstehenden Haushaltsbeschlüsse in Land und Bund. Hoff äußerte sich sehr zufrieden über den Geldsegen für Altenburg: „Nachdem der Bund bereits für die Sanierung von Schloss Friedenstein in Gotha 30 Millionen Euro vorgesehen hat, eröffnet sich nunmehr die Chance, ein weiteres für Thüringen prägendes Kulturdenkmal umfassend zu sanieren.“

Beteiligung des Landkreises unklar

Und wie viel Geld muss der Landkreis in die Hand nehmen? Bislang war die Rede von einem Zehn-Millionen-Euro-Kredit, der vom Landkreis aufgenommen, aber vom Land getilgt werde. Inwieweit es bei diesem Konstrukt bleibt, blieb am Freitag im Kulturministerium offen. „Es ist im Moment nicht klar, ob und in welchem Umfang der Landkreis Altenburger Land Mittel beisteuern muss. Für den Fall, dass eine solche Beteiligung nötig ist, hat jedoch das Land Mittel bereitgestellt, um dem Kreis unter die Arme zu greifen“, sagte Sprecherin Maria-Theresa Meißner. An fehlenden Landkreis-Finanzen solle es keinesfalls scheitern, so die Botschaft.

Landrat Melzer: „Museum wird dem Landkreis guttun“

„Die Finanzierung seitens Bund und Land ist gesichert“ – über die Modalitäten seien aber weitere Gespräche zu führen, hieß es aus dem Landratsamt. Landrat Uwe Melzer (CDU) ist guter Dinge: „Das neue Lindenau-Museum wird dem ganzen Landkreis guttun“, sagte er. „Die Förderung von Bund und Land heißt aber auch, dass nun große Aufgaben für Museum und Baureferat anstehen, die wir nur mit Unterstützung des Freistaates angehen können. Außerdem müssen sich Landkreis und Stadt über die Zukunft des Marstalls verständigen. Die Gespräche darüber mit Oberbürgermeister Neumann haben jedoch längst begonnen. Wir sind auf einem außerordentlich guten Weg.“

OB Neumann: „Ich danke auch Michaele Sojka“

Es sei ein Segen, dass der Marstall als stadtbildprägendes Gebäude nun angepackt werden könne – „auf anderem Wege würde uns das nicht gelingen“, konstatierte OB André Neumann (CDU). Die enorme Förderung zeige, was parteiübergreifende Zusammenarbeit von der Stadt- bis zur Bundesebene ermöglichen könne. „In diesem Sinne danke ich auch Michaele Sojka, die als Landrätin wertvolle Vorarbeit geleistet hat.“ Ein Motor für den Erfolg waren nicht zuletzt die zahlreichen Politikerbesuche im Lindenau-Museum in den vergangenen Monaten. Von Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) bis zum Ostbeauftragten der Bundesregierung, Christian Hirte (CDU), gaben sich Polit-Promis in der Gabelentzstraße die Klinke in die Hand.

Ab 2020 werden die Bauarbeiter kommen. Dann rückt der Museumsbetrieb in Ausweichquartiere, bis voraussichtlich am 1. April 2023 neu eröffnet wird.

Von Kay Würker

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