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Nach Schlammlawine bei Zschernichen: Weitere Schutzmaßnahmen nötig

Vorkehrungen Nach Schlammlawine bei Zschernichen: Weitere Schutzmaßnahmen nötig

Kaum noch etwas erinnert in Zschernichen an die Schlammlawine, die sich am 2. Juni über die Straße und Teile von Grundstücken ergossen hatte. Doch bei den betroffenen Bürgern kocht nach wie vor Wut darüber hoch, dass nach der Schlammwalze vom Sommer 2012 zu wenig dafür getan wurde, sie vor dem Dreck von den Äckern ausreichend zu schützen.

Mit schwerer Technik mussten nach dem Starkregen am 2. Juni die Schlammmassen in Zschernichen beseitigt werden.

Quelle: Mario Jahn

Zschernichen. Kaum noch etwas erinnert in Zschernichen an die Schlammlawine, die sich am 2. Juni über die Straße und Teile von Grundstücken ergossen hatte. Doch bei den betroffenen Bürgern kocht nach wie vor Wut darüber hoch, dass nach der Schlammwalze vom Sommer 2012 zu wenig dafür getan wurde, sie vor dem Dreck von den Äckern ausreichend zu schützen.

Eine rund 2,5 Hektar große Wiese mitten auf dem Feld bei Lohma, die der Landwirt im Herbst 2013 angelegt hatte, sowie die Bepflanzung eines mehrere Hundert Meter langen Streifens am Feldrand mit Bäumen und Sträuchern genügen bei weitem nicht, um die Bewohner von Zschernichen bei Starkregen vor Schlammmassen zu schützen.

Zu dieser Erkenntnis ist nach der jüngsten Schlammlawine auch Kornelia Schiener, Leiterin der Servicestelle im Landwirtschaftsamt Zeulenroda, gekommen. Für die betroffenen Bürger kommt diese Einsicht allerdings zu spät. „Uns tut es leid, dass der Schlamm erneut Straßen und angrenzende Grundstücke heimgesucht hat“, sagt Schiener der OVZ. Den Schlusspunkt unter das Problem Schlammlawine in Zschernichen, wie sie es sich Ende 2014 erhoffte, hätten die anlegte Wiese und die Bepflanzung doch nicht gesetzt, räumte sie ein.

„Wir müssen hier schnell aufsatteln, weitere Begrünung und Schlammfänge wären nun die nächsten Schritte“, sagt Schiener, die allerdings auch davon überzeugt ist, dass es Anfang Juni ohne die bisherigen Maßnahmen viel schlimmer gekommen wäre.

In Klausa und Lohma sind nach dem 2. Juni bei stärkeren Regengüssen wiederholt Schlammmassen von den Feldern gekommen, die die Straßen verunreinigt haben. In Klausa habe man zusammen mit dem Landwirt jedoch mit dem Ausheben von Gräben bereits erste Maßnahmen zum besseren Schutz der Grundstücke unterhalb der Felder ergriffen, sagt der Nobitzer Bürgermeister Hendrik Läbe (SPD). Das könne jedoch auch hier noch nicht alles sein.

Dass endlich Senken oder Schlammfänge auf die Felder oberhalb von Zschernichen gehören, fordert auch der scheidende Bürgermeister von Langenleuba-Niederhain, Jürgen Schneider (parteilos). Hier hätten sowohl die Landwirte als auch die Eigentümer der Felder eine Verantwortung. „So viel Schlamm wie diesmal hatte es bisher noch nie ins Dorf gespült“, stellt er fest. Das habe wohl daran gelegen, dass die Kartoffeln erst drei bis vier Wochen in den Dämmen lagen und die Erde noch zu locker war. „Auf solchen Feldern wie in Lohma sollten Kartoffeln nicht mehr auf so großen Flächen angebaut werden“, meint Schneider, der viele Jahre als LPG-Vorsitzender tätig war und weiß, wovon er spricht.

Im Landwirtschaftsamt werde das Problem der Bodenerosion nach dem jüngsten Ereignis nun noch einmal neu betrachtet, betont Schiener. Deshalb werde es Gespräche mit den Bauern und dem Thüringer Landesamt für Landwirtschaft geben. Auch sie zieht in Erwägung, wo möglich nicht mehr auf der ganzen Fläche Kartoffeln anzubauen oder weitere Grünflächen anzulegen. Für die Errichtung von Schlammfängen, um die aus ihrer Sicht die Landwirte in Lohma und Klausa nicht mehr umhinkommen, gäbe es verschiedene Möglichkeiten: Zum einen einfache Senken, die in Trockenperioden bewirtschaftet werden könnten, und zum anderen die Schaffung von reinen Schlammfängen.

Um die weitere Verfahrensweise zu klären, müsse es noch vor dem Herbst Gespräche geben. Nur dann sei es möglich, nach der Ernte konkrete Maßnahmen umzusetzen. Dabei geht es auch um das Image der Landwirtschaft, macht sie deutlich.

Von Marlies Neumann

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