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Altenburg Nach zwei Jahren Planung gibt es im Altenburger Land nichts konkretes
Region Altenburg Nach zwei Jahren Planung gibt es im Altenburger Land nichts konkretes
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04:06 25.07.2018
Glasfaserleitungen könnten im gesamten Altenburger Land verlegt werden. Quelle: dpa
Altenburg/Berlin

Soziale Medien, E-Mails, Suchmaschinen und Lexika, Film, Musik und Fernsehen – das Internet ist inzwischen aus dem Alltag kaum mehr wegzudenken. Ein Problem vor allem für jene, die bestenfalls einen langsamen Zugang zum Netz haben und in kleinen Orten leben, deren Erschließung deutlich mehr kostet, als die Telekommunikationsunternehmen (TK-Unternehmen) dort über Gebühren zurückbekommen. Das haben bekanntermaßen auch Bund und Freistaat erkannt und ein großzügiges Förderprogramm aufgelegt, um alle „weißen“ Flecken mit schnellem Internet zu versorgen. Der Startschuss im Altenburger Land fiel im Frühjahr 2016. Doch bis jetzt ist noch nicht ein Meter Kabelgraben ausgehoben.

Vergabeverfahren im Endstadium

Dass nichts passiert, sei dennoch nicht richtig, heißt es aus dem Landratsamt, das im Auftrag der Kommunen des Kreises den Breitbandausbau abwickelt. Das komplizierte Verfahren zum Erhalt der Fördergelder und die nicht minder komplizierte Vergabe der Aufträge ist nahe dem Endstadium. Die europaweite Ausschreibung sei veröffentlicht und man warte derzeit auf die Angebote, so Peter Kibisch, zuständig für das Projekt im Fachdienst Wirtschaftsförderung. Gegen Ende des Jahres müsste es soweit sein, dass öffentlich bekannt gegeben werden kann, welche TK-Unternehmen die Ausschreibung hier für sich entscheiden konnten und den Breitbandausbau im Kreis übernehmen.

Trotzdem ist noch das Meiste im Unklaren. Dazu gehört auch ein einigermaßen konkreter Termin, wann die eigentlichen Bauarbeiten beginnen. Im Landratsamt wird zwar derzeit davon ausgegangen, dass die Bautrupps grundsätzlich Anfang 2019 anrücken können, doch Einfluss darauf hat der Kreis dann nur wenig. Denn nach der Auftragsvergabe ist es Sache der TK-Unternehmen, den Breitbandausbau umzusetzen. Wozu auch die konkrete Planung zählt, denn bis jetzt gibt es nur eine Grobplanung, was gemacht werden müsste, die im Rahmen des Förderantrags erstellt wurde.

Glasfaserkabel statt Kupferleitungen

Jetzt ist aber der rund zwei Jahre alte Plan zum Teil veraltet. Denn der Bund hat dem Breitbandausbau kürzlich ein „Mega-Upgrade“ verpasst. Zentraler Kern ist, dass das Leitungsnetz nun vollständig mit Glasfaserkabeln versehen werden soll. Die alte Grobplanung, die 50 000 Euro kostete, sah – wie aus Berlin gefordert – vor, Glasfaserkabel nur bis zu Knotenpunkten zu verlegen. Von dort sollten Kupferleitungen weiterführen. Kupfer könne nach Stand der Technik maximal 250 Mbit pro Sekunde übertragen, so Kibischs Kollege Jörg Seifert. 250 Mbit pro Sekunde entsprechen einem viertel Gbit pro Sekunde. Glasfaserkabel könnten bereits jetzt fünf Gbit übertragen. Schon deshalb wäre es wünschenswert, wenn der Kreis vollständig mit Glasfaser ausgestattet werde, meint Kibisch.

Das Wann und Wie ist unklar

Doch auch das ist noch unklar. Zwar schießt der Bund Millionen Euro zu. Doch mit dem teueren Glasfaser wachsen auch die Eigenanteile der Kommunen, die schon jetzt ins Sechsstellige gehen. Viel Geld für die Dörfer, weshalb es aus Berlin heißt: „Die Länder können den höheren Eigenmittelanteil der Kommunen übernehmen.“ Dazu habe sich das Land Thüringen aber noch nicht positioniert, informiert das Landratsamt. Was letztlich bedeutet: Trägt der Freistaat die Mehrkosten, wird komplett Glasfaser verlegt. Wenn nicht, bleibt es beim Mix mit Kupferkabeln. Und somit weiß momentan niemand genau zu sagen, wann und wie der Breitbandausbau im Altenburger Land erfolgt.

Auf OVZ-Anfrage erklärt des Bundesministerium für digitale Infrastruktur, laufende Verfahren könnten weitergeführt werden und mit erneuten Planungskosten müssten die Kommunen nicht rechnen. Denn „zukünftig ist die weitere Planung nur noch von den ausgewählten Unternehmen im Rahmen der Projektausschreibung zu erbringen.“ Schriftlich räumt das Ministerium ein: Der vollständige Glasfaserausbau sei in der baulichen Umsetzung aufwendiger und langwieriger.

Von Jörg Reuter

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