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Nachwuchs-Camp: Übung macht Meister von morgen

Nachwuchs-Camp: Übung macht Meister von morgen

Nach fünf Tagen geht heute die sechste Ausgabe des von Lok Altenburg und der Deutschen Fußball-Akademie (DFA) ausgerichteten Nachwuchs-Camps auf dem Sportplatz Plateau zu Ende.

Altenburg.

 

 

 

 

Von Thomas Haegeler

Auf dem Rasen des Plateaus herrscht Gewusel. Kein Wunder, wenn 77 Kinder und Jugendliche zwischen fünf und 16 Jahren zur Erwärmung noch leicht verschlafen durcheinander Dribbeln. "Aufwachen", hallt es dann auch über den Platz. Der Weckruf um kurz nach 10 Uhr hilft. Denn das Wirbeln findet fortan in geordneteren Bahnen statt. Ein paar Minuten später nimmt das Geschehen endgültig Strukturen an, als in Gruppen an verschiedenen Stationen geübt wird.

Die kleinen Kicker im Alter von fünf bis acht versammeln sich auf das Kommando von Carsten Mackrodt an einem Parcours aus versetzt stehenden weißen und blauen Hütchen. Anschließend verteilt der Trainer die Steppkes auf die Hütchen, sodass an jedem einer steht. Der Rest der Gruppe reiht sich in eine Schlange. "Bei dieser Übung geht es darum, richtig zu laufen und auf die Mitspieler zu achten", erklärt der 38-Jährige mit einer Engelsgeduld. "Wenn ich klatsche, lauft ihr zu der Farbe, bei der ihr gestartet seid. Dann klatscht ihr ab, der nächste läuft los und ihr bleibt stehen, bis ihr wieder abgeklatscht werdet." Das wolle er erst ohne und dann mit Ball probieren.

Die leise Ratlosigkeit, die einigen der Nachwuchs-Fußballer nach Mackrodts Ausführungen ins Gesicht geschrieben steht, weicht nach zwei, drei Probe-Durchgängen einem ungeahnten Eifer. Als das Ganze fast fehlerlos funktioniert, sagt der Coach: "Jetzt wird es ein bisschen schwieriger, aber nur ein kleines bisschen, weil ihr statt abzuklatschen einen Ball übergebt." Auch das klappt nach ein paar Minuten schon recht gut.

"Ich finde die Übung nicht schwer, aber auch nicht einfach", meint Anton Gräfe. Die Antwort des Sechsjährigen vom SV Rositz erscheint noch cleverer, wenn man weiß, dass der Parcours aus dem Profi-Fußball kommt. "Erstmals aufgetaucht ist das Ganze bei Galatasaray Istanbul", erzählt DFA-Geschäftsstellenleiter Lothar Hoffmann, der seit sieben Jahren als Trainer und seit zwei Jahren hauptamtlich dabei ist. "Dabei geht es darum, den direkten gleichzeitigen Pass zu trainieren. Das sieht richtig toll aus, wenn es läuft, weil sich dann fast alle gleichzeitig bewegen." Auch wenn die Steppkes die Übung nicht bis zur totalen Perfektion schaffen, kann sich das Ergebnis sehen lassen.

"Ich bin schon etwas besser geworden", meint jedenfalls der sechsjährige Anton Gräfe vom SV Rositz. "Am meisten Spaß hat mir es mir aber gemacht, aufs Tor zu schießen." Ähnliches berichtet Jannis Gaedtke, der deshalb schon zum dritten Mal am Camp teilnimmt. "Ich mache mit, um mich zu Hause nicht zu langweilen und etwas über Fußball zu lernen", sagt der Neunjährige, der seit einem halben Jahr beim ZFC Meuselwitz kickt. Wissbegierig ist auch Tom Kratzsch von Lok Altenburg. "Ich bin eigentlich in der Torwart-Gruppe, aber heute mal bei den anderen, um noch mehr zu lernen", so der Siebenjährige, der ebenfalls schon mehrfach das Nachwuchs-Camp besucht.

Und zu lernen gab es eine ganze Menge. Laut Hoffmann waren neben Koordination, kleinen Spielen in Wettkampfform, Torschusstraining und Technik auch Gleichgewichtsübungen auf der Airix-Matte sowie Schnelligkeit Teil der täglich 4,5-stündigen Trainingseinheiten. "Uns geht es darum, immer neue Ansätze zu integrieren und die Kinder zur Beidfüßigkeit zu bringen", erklärt der 56-jährige Trainer. "Damit sie wissen, dass das linke Bein nicht nur zum Geradeauslaufen dient." Das Wichtigste sei aber, dass sich die Kids verbessern. Das sieht sein Kollege Mackrodt genauso: "Aus unserer Sicht gibt es gerade bei den Basics wie Laufen, Passen und Dribbeln ein paar Defizite, sowohl bei den ganz Kleinen als auch bei den Älteren."

Deshalb bauen die DFA-Trainer bei den 12- bis 15-Jährigen in der Power-Gruppe auch immer wieder Grundelemente ein. An dieser Station geht es vom Sprint in eine seitliche Gleitbewegung, es folgen Trippel-Schritte sowie Hindernis- und Wechselsprünge, ehe von der Seite ein Pass kommt, aus dem die Schützlinge einen möglichst flachen, scharfen Torschuss machen sollen. Übung macht eben die Meister von morgen. Ans Alter angepasst kommentiert Hoffmann: "Das können wir gelten lassen, der Ball ist im Stadion geblieben." Ansonsten feuert er an und gibt Hinweise: "Hopp, hopp, hopp! Stoppt den Ball, wenn ihr ihn nicht direkt nehmen könnt und denkt daran: Nach vorn über den Ball lehnen und das Fußgelenk hart machen."

Das kommt an. "Diese Übung nehme ich mit ins Vereinstraining", sagt Florian Götz bei seiner Premiere im Nachwuchs-Camp. Vor allem die "koordinativen Geschichten" und das "kleine Vier-gegen-vier-Turnier" lobt der 14-Jährige von der SG Nobitz/Ehrenhain und seine ein Jahr ältere Vereinskollegin Julia Knapp ergänzt: "Ich spiele seit vergangenem Jahr und lerne hier vor allem viel über Schusstechniken." Das eine oder andere nimmt auch Spielervater und Trainer René Götz mit, der mit Frau Sandra das Geschehen aufmerksam verfolgt: "Hier werden die Kinder vor der Schule noch mal richtig ausgepowert und können wie ich auch noch etwas lernen. Das kann nicht verkehrt sein."

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