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Altenburg Nachwuchs fürs Handwerk im Altenburger Land
Region Altenburg Nachwuchs fürs Handwerk im Altenburger Land
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11:00 29.09.2017
Neun der elf Junggesellen und Jungfacharbeiter aus dem Altenburger Land mit ihren Gesellenbriefen und Facharbeiterzeugnissen. Quelle: André Kühne
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Altenburg

Die Nachricht ist erfreulich – und zeigt zugleich, wo die Probleme liegen: elf Junggesellen und Jungfacharbeiter aus dem Altenburger Land haben kürzlich ihre Gesellenbriefe und Facharbeiterzeugnisse erhalten. Anlass war die Freisprechungsfeier der Kreishandwerkerschaft. Sechs Hochbaufachwerker zählen zu den Geehrten, ebenso drei Hochbaufacharbeiter der Fachrichtung Maurerarbeiten, ein Tischler sowie ein Metallbauer der Fachrichtung Konstruktionstechnik. „Ihre Leistungen sind die Basis für die Zukunftsfähigkeit der Handwerksbetriebe im Altenburger Land“, sagte Kreishandwerksmeister Thomas Moewes mit Blick auf die Absolventen.

Allerdings: Es sind nur elf. Das liege einerseits daran, dass auch im Februar jährlich eine Freisprechung stattfinde, dann für die Absolventen der dreieinhalbjährigen Ausbildungen, erklärt der Sprecher der Handwerkskammer für Ostthüringen, André Kühne. Außerdem werden etwa bei den Friseuren und im Kfz-Handwerk eigene Abschlussveranstaltungen organisiert. Aber auch der Mangel an Auszubildenden im Altenburger Land macht sich bemerkbar. Der Rückgang an Lehrverträgen schlägt nun bei den Gesellenfreisprechungen durch.

Ein Blick auf den jüngsten Ausbildungsmarktbericht der Agentur für Arbeit zeigt, wo es Lücken gibt. Ende August gab es im Ostthüringer Agenturbezirk unter anderem 20 unbesetzte Lehrstellen im Hochbau, 15 im Tiefbau, 22 im Bereich Klempnerei, Sanitär und Klimatechnik. Bei Malern und Stuckateuren konnten zwar alle aktuellen Stellen besetzt werden, allerdings standen im Vergleich zum Vorjahr 21 Prozent weniger Ausbildungsplätze zur Verfügung.

Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) macht für die sinkende Zahl an Lehrstellen auch Wegfall der Meisterpflicht mit der Novelle der Handwerksordnung im Jahr 2004 verantwortlich. Betriebe ohne Meister dürfen in der Regel nicht ausbilden. Unter anderem auf Fliesen- und Estrichleger, auf Raumausstatter und Gebäudereiniger hat das Auswirkungen. „Wohin der Abbau von Standards führen kann, zeigt sich vor allem im Fliesenlegerhandwerk“, konstatiert IG-Bau-Bezirksvorsitzender Frieder Neudeck. Seit 2004 sei dort die Zahl der Betriebe im Bereich der Handwerkskammer Ostthüringen um 78 Prozent auf 428 im Vorjahr angestiegen. „Immer mehr Ein-Mann-Betriebe buhlen um Aufträge. Qualität und Ausbildung bleiben aber oft auf der Strecke“, so der Gewerkschafter.

Immerhin: Im Moment befinden sich in der Region mehr als 300 Auszubildende in der Lehre zu künftigen Fachkräften des Handwerks, teilt die Kammer mit. Außerdem gebe es allein im Altenburger Land rund 1200 Handwerksunternehmen. Die nun freigesprochenen Junggesellen und Jungfacharbeiter haben insofern große Auswahl.

Von Kay Würker

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