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Altenburg Nachwuchsforscher wetteifern in Rositz um den Sieg
Region Altenburg Nachwuchsforscher wetteifern in Rositz um den Sieg
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19:15 02.03.2018
Das Rositzer Kulturhaus ist zwei Tage lang Mekka für Nachwuchswissenschaftler und -forscher, die in den Regionalwettbewerben Jugend forscht und Schüler experimentieren um die Qualifikation für den Landesausscheid kämpfen. Quelle: Mario Jahn
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Rositz

Wer die nächste Generation von Wissenschaftler, Forschern und Erfindern kennenlernen wollte, der brauchte am Donnerstag und am Freitag nur ins Kulturhaus Rositz gehen. Denn dort fanden die Regionalwettbewerbe Jugend forscht und Schüler experimentieren statt. Insgesamt beteiligten sich 107 Heranwachsende, angefangen bei Viertklässlern bis hin zu Abiturienten. In Rositz präsentierten sie 53 Projekte, wovon 27 auf Jugend forscht und 26 auf Schüler experimentieren entfielen. „Damit ist die Nachwuchssparte auf Augenhöhe mit den Jugendlichen“, so Organisator Heinz Teichmann.

Von den Fachjurys wurden in 15 Kategorien 37 erste, zweite und dritte Plätze vergeben – sowie 43 Sonderpreise. „Sechs Projekte von Jugend forscht und neun vom Wettbewerb Schüler experimentieren mit insgesamt 22 Teilnehmern werden als Regionalsieger Ostthüringen beim Landesausscheid in Jena vertreten“, informiert Teichmann. Wer auf Landesebene auf Platz eins kommt, qualifiziert sich für den Bundeswettbewerb.

„Um gute Chancen zu haben, erhalten die Teilnehmer dafür ein extra Coaching“, erklärt der Thüringen-Chef des Nachwuchs-Forscherwettstreits, Rüdiger Eisenbrand, der das mit einem Dank an die Sponsoren verband. Diese ermöglichen den Wettbewerb und das Drumherum wie die Coachings oder auch das Bereitstellen von Forschungsmitteln und wissenschaftlicher Bekleidung. „Bei uns können Schulen alle Gerätschaften bekommen, die für ein Projekt nötig sind und nicht zur normalen Schulausrüstung gehören“, so Eisenbrand.

Auch der hiesige Regionalwettbewerb, der einzige in Thüringen, der über zwei Tage geht, wird zu großen Teilen mit Spenden finanziert. „Diesmal konnten wir 90 Sponsoren gewinnen. Ein neuer Rekord“, sagt Teichmann. Damit konnten den Kindern zwei spannende Tage mit Wettbewerb, Firmenbesuchen, einem Ausflug ins Spaßbad und einer Nacht in der Jugendherberge ermöglicht werden.

Selbstgebautes Zubehör für Hobbyastronomen

Alles, was es gibt, ist viel zu teuer. Das hat auch Tony Wunderlich festgestellt und sich gefragt, ob das sein muss. Seit dem Grundschulalter beobachtet er begeistertet mit dem Teleskop den Sternenhimmel. Doch die Objekte am Firmament wandern. Dem muss das Teleskop folgen, am besten automatisch. Der 17-jährige Schüler des beruflichen Gymnasiums Johann-Friedrich-Pierer-Schule Altenburg schaute, was mit einfachen Materialien, preiswerten Schrittmotoren und Steuerteilen sowie einem freien Computerprogramm möglich ist.

Für die „Konstruktion und Bau einer Teleskop-Nachführungen“, wie sein Projekt titelt, gab es am Ende einen ersten Platz in der Kategorie Technik. Denn Tony Wunderlich hat es geschafft. „Und es ist ganz einfach und kann von jedem Hobbyastronomen nachgebaut werden. Was dafür gebraucht wird, gibt es im Internet oder beim Fachhändlern“, erklärt er stolz seine Steuerung. Wie genau sie das Fernrohr führt, zeigen die Schrittmotoren, die 360 Grad in 3000 Schritte unterteilen. „Und die bekommt man überall für rund 20 Euro.“

Hightech für Eigenheim zum Schnäppchenpreis

Der Sprung in die Unabhängigkeit – Zeitalter der Technik im energieautarken Haus. Unter dieser Überschrift haben Nicklas Matthes und Lukas Reinstein vom Altenburger Friedrichgymnasium ein energieautarkes Haus effektiviert. „Und wir haben es mit Sprachein- und -ausgabe für ältere Menschen, die nicht mehr mobil sind oder an Demenz leiden, optimiert“, erläutert Nicklas Matthes.

Der 17-Jährige und sein 18-jähriger Schulkamerad haben dafür eine smarte Haussteuerung entwickelt. Einfach ausgedrückt haben die Zwölftklässler eine zentrale Steuerung entwickelt, mit der alle Funktionen des Hightech-Hauses gesteuert werden können – von innen und von außerhalb, mit Sprachsteuerung beziehungsweise mit Sprachausgabe. Vom Grunde her nichts Neues. Doch die am Markt befindlichen Produkte einer Suchmaschine oder eines Onlineshops sind sehr teuer im Vergleich zu dem Wettbewerbsbeitrag der Abiturienten. Mit einem Minicomputer und klassischen Relais kostet ihre Steuerung nur einen Bruchteil. Dafür gab es Sonderpreise der EWA und der VR-Bank .

Mit zwei Projekten zum wissenschaftlichen Doppelsieg

Inga Lovisa Endtmann ist erst zwölf Jahre. Doch wer mit ihr über Biologie und Pflanzen fachsimpeln möchte, muss viel wissen, um zu verstehen, was die Schülerin des Friedrichgymnasiums Altenburg meint. Dabei hört sich ihre Frage, warum sich Blühten öffnen und schließen, recht harmlos an. „Ich habe untersucht, ob es am Licht liegt, an der Temperatur, oder ob die Pflanzen eine Art innere Uhr haben.“ Mit zahllosen Messungen, in Diagrammen festgehalten, hat sie herausbekommen, dass offensichtlich Pflanzen eine innere Uhr haben müssen, und dass die Einflüsse von Temperatur und Licht hintanstehen. Für das Projekt „Schlafen Gänseblümchen länger?“ gab es in der Kategorie Biologie einen ersten Platz.

Doch damit nicht genug. „Festgeklebt und eingeschlossen für die Ewigkeit? Pollen in Harz und Bernstein“, hieß das zweite Projekt der Schülerin beim Ausscheid. Im Labor extrahierte und untersuchte sei Pflanzenpollen aus Baumharz, um Rückschlüsse auf fossile Polleneinschlüsse in Bernstein ziehen zu können. Auch dafür gab es einen ersten Platz in der Kategorie Chemie.

Vom Lieblingstier zum Forschungsobjekt auf Leiterplatte

Wird Maxine Emma Rabe nach ihrem Lieblingstier gefragt, antwortet die Elfjährige: Zebras. Ein Frage beschäftigt die Sechstklässlerin des Friedrichgymnasiums aber sehr. Wieso haben die Tiere ein so auffälliges Muster. „Schwarzweiße Streifen eigenen sich ja für die Tarnung nicht besonders“, erklärt sie. Beim Recherchieren stieß sie dann noch auf einen Artikel, der berichtete: Zebras in wärmeren Regionen haben dünne Steifen und ein auffälliges Muster, Tiere, die in kälteren Gegenden leben, zeichnen sich dagegen durch dicke schwarze Streifen mit wenig Muster aus.

Könnte das mit dem Wärmehaushalt zu tun haben, überlegt Maxine Emma Rabe. Um eine Antwort zu bekommen, schuf sie einen Versuchsaufbau, mit dem computergestützt die Wärmeabsorption von Schwarz und Weiß und gemischt gemessen werden kann. „Meine Ergebnisse habe gezeigt, dass das Muster beim Kühlen hilft“, sagt sie und fügt an, dass aber die Dicke der Streifen kaum Auswirkung darauf hat. Für ihr Projekt „Zebrastreifen – dienen sie der Wärmeregulation“ gab es in der Kategorie Biologie einen ersten Platz.

Von Jörg Reuter

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