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Altenburg Nachwuchskicker benötigen finanzielle Unterstützung
Region Altenburg Nachwuchskicker benötigen finanzielle Unterstützung
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05:00 13.07.2018
Bereits 2015 gastierte die Fairplay Soccer Tour in der Altenburger Wenzelsporthalle. Quelle: Mario Jahn
Altenburg

Für 16 Mädchen und 3 Jungen aus Altenburg soll es nächste Woche an die Ostsee nach Prora gehen. Die Kinder, allesamt Mitglieder der Fußball AG der Erich-Mäder-Schule, haben sich in den vergangenen Wochen beim Vorausscheid beziehungsweise bei Landesfinale für das Bundesfinale der jährlichen Fußballtour der Deutschen Soccerliga qualifiziert. Die Fairplay Soccer Tour ist eines der größten Jugendsozialprojekte Deutschlands. Sie nutzt den Sport – so lautet der Anspruch –, um Menschen Teilhabe zu ermöglichen und dabei ein gewaltfreies Miteinander zu fördern (die OVZ berichtete).

Nicht zum ersten Mal fährt Übungsleiter Jürgen Kertscher mit seinen Teams aus der Erich-Mäder-Schule nach Prora zum Endausscheid. „Mein größter sportlicher Erfolg war 2015, als die Mädchen der Altersklasse sechs bis zehn Jahre den ersten Platz belegt haben“, erzählt der inzwischen pensionierte Lehrer der OVZ. Dass die Mädchen das Kicken nicht verlernt haben, zeigt der dritte Platz beim diesjährigen sächsischen Landesfinale, bei dem die Mannschaft aus Thüringen an den Start ging und sich für Prora qualifizierte. Damit gehören sie, wie Kertscher durchaus stolz erklärt, zu den rund 1500 Finalisten von deutschlandweit circa 25 000 Teilnehmern der Fairplay Soccer Tour 2018, die unter anderem vom Landessportbund Thüringen und der Sparkasse unterstützt wird.

Der Wermutstropfen

Doch der sportliche Erfolg hat – wenn man so will – auch eine Kehrseite. Denn die Teilhabe, der sich die Soccer Tour verschrieben hat, ist vielen Kindern nur mit Anstrengungen möglich. Die Anreise etwa zum Bundesfinale in Prora stellt Familien auf ein harte finanzielle Probe, wie etwa Nadine Krause berichtet. Ihre Tochter Lea hat sich mit ihren drei Mannschaftskameradinnen in der Altersklasse bis 13 Jahre qualifiziert. „Wir Eltern haben zwar alle Arbeit, aber soviel Geld, dass wir einfach mal so mindestens 100 Euro dafür ausgeben können, verdienen wir alle nicht“, sagt sie. Deshalb sei sie gerade auf der Suche nach Sponsoren, damit auch alle Kinder mitfahren können.

Jürgen Kertscher kennt das Problem. „In den vergangenen Jahren bin ich immer losgezogen und habe nach Sponsoren gesucht, die die Fahrt finanzieren.“ Kein einfaches Unterfangen mit ungewissem Ausgang, und es sei auch von Jahr zu Jahr schwieriger geworden. Manchmal habe er dann aus eigener Tasche den Restbetrag drauf gelegt, so der Übungsleiter. In diesem Jahr wollen sich nun Nadine Krause und er die Sponsorensuche teilen. „Frau Krause kümmert sich um die Mannschaft ihrer Tochter und ich um den anderen zwölf Kinder“, sagt Kertscher.

Langsam wird die Zeit knapp

Doch auch für Nadine Krause stellt sich die Suche nach Geldgebern schwierig dar und langsam wird die Zeit knapp. Die Anreise zum Bundesfinale steht nächste Woche Mittwoch an. „Wir brauchen noch ungefähr 300 Euro und ich würde mich riesig freuen, wenn sich jemand findet, der uns hilft“, sagt die junge Frau.

Vonseiten der Organisatoren, der deutschen Soccer Liga, können die Eltern auf alle Fälle keine Hilfe erwarten. „100 Euro sind auch für mich viel Geld. Aber wir sind ein kleiner gemeinnütziger Verein, allen Kindern die Fahrtkosten zu den Landes- oder Bundesfinals zu finanzieren, würde uns überfordern. Das können wir leider nicht finanzieren und deshalb sind wir da auf die Eltern angewiesen“, gesteht Marcus Frey von der deutschen Soccer Liga ein.

Zwar habe der Verein große Partner wie die Sparkasse. Aber das habe eben auch sein Grenzen, weil etwa die Sparkasse Altenburger Land den Vorausscheid finanziere, wozu T-Shirt und Verpflegung für die Kinder zähle, aber auch die Vorbereitung. „Um in Altenburg die Wenzelhalle herzurichten, die Spielfelder anzulegen und so weiter waren wir zum Beispiel mit einem 20-köpfigen Team hier“, erklärt Frey. Auch wenn viele ehrenamtlich tätig sind, sei auch das nicht komplett kostenlos. „Und an der Ostsee haben die Kinder für 90 Euro vier Tage Vollpension“.

Von Jörg Reuter

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