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Nächstes Hindernis für Druckleitung für Schlachthof Altenburg

Alte Fundamente Nächstes Hindernis für Druckleitung für Schlachthof Altenburg

Der Bau der Druckleitung vom Schlachthof Altenburg zur Kläranlage nach Primmelwitz hat das nächste Hindernis erreicht. Nach nicht verzeichneten Leitungen sorgen nun unbekannte Fundamente für weiteren Verzug und Mehrkosten, die die bisher aufgelaufenen rund 120.000 Euro um ein Vielfaches toppen dürften. An der Stadt bleibt davon aber nur ein Bruchteil hängen.

Die Schuttmassen neben dem Lkw auf dem direkt an den Schlachthof grenzenden Grundstück stammen von bisher unbekannten Fundamenten, die abgerissen und entsorgt werden müssen. Das verzögert den Bau der Druckleitung weiter und bringt zusätzliche Kosten.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Beim Bau der Druckleitung vom Schlachthof Altenburg zur Kläranlage nach Primmelwitz sind weitere Probleme aufgetreten. Wie der Werkleiter des Wasserver- und Abwasserentsorgungsbetriebes Altenburg (Waba), Martin Wenzel, gegenüber der OVZ sagte, sei man bei den bisherigen Arbeiten neben unbekannten Leitungen auch auf Fundamente gestoßen. Die Beton-Bauwerke, die vermutlich aus den 1980er-Jahren stammen, müssen abgerissen und entsorgt werden. Ein zusätzlicher Aufwand, der weitere Mehrkosten verursacht.

„Wie hoch diese sind, lässt sich noch nicht sagen“, erklärte Wenzel. Allerdings könne man die Kostensteigerung bei der Fördermittelbehörde – dem Thüringer Wirtschaftsministerium – anzeigen und bekomme sie zu 90 Prozent erstattet, sofern man sie nicht selbst zu verantworten hat. Dies habe man bereits für die unbekannten Leitungen beantragt, die an der Ecke Remsaer Straße/Lindenweg gefunden wurden und die für einen Verzug von sechs Wochen samt längerer Sperrung sorgen (die OVZ berichtete). Die Zusatzkosten allein dafür bezifferte der Waba-Chef auf rund 100 000 Euro. Weitere 20 000 Euro kommen wegen Vereinbarungen mit Anliegern, wie der Senffabrik, hinsichtlich Zufahrten hinzu.

Diese und die zehn Prozent der anderen Mehrkosten sind aber alles, was am Waba hängen bleibt. „Daran soll es nicht scheitern“, so der Waba-Chef. „Die Zufahrten müssen wir machen und in den sauren Apfel beißen.“ Dass über die drei Meter breite und 50 Meter lange geschotterte Baustraße die Feuerwehr nicht fahren könne, wie am Wochenende berichtet, wies er aber zurück. „Die Feuerwehrzufahrt darüber ist gegeben. Sonst hätten wir keine Sperrungsgenehmigung bekommen.“

Doch zurück zu den Fundamenten: Pikant daran ist neben den weiteren Mehrkosten vor allem, dass sich diese ausgerechnet auf den Grundstücksteilen befinden, die die Stadt vom Schlachthof übernehmen will, um sie zu vermarkten. Geschehen soll das im Zuge eines komplexen Tauschhandels, indem der Schlachthof der Kommune die Flächen links und rechts der Zufahrtsstraße überlässt und im Gegenzug das Teich-Grundstück neben dem Tierheim kauft.

Ziel: Die Stadt erhält ein zusammenhängendes 1,8-Hektar-Grundstück, das sie an Industriebetriebe, wie eine Reinigung für Schlachtutensilien und einen Logistiker, verkaufen kann. Zugleich ist diese Erschließung unabdingbar, damit das Ministerium den Bau der derzeit 5,6 Millionen Euro teuren Druckleitung mit 4,9 Millionen Euro fördert. Das wiederum nutzt dem Schlachthof, dessen Betriebserlaubnis daran hängt.

Allerdings hängt das Geschäft. „Der Vertrag ist abgestimmt, es sind nur noch Kleinigkeiten zu regeln“, sagte Altenburgs Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) auf Nachfrage. Diese haben mit den Fundamenten zu tun und damit, dass der dazwischen gefundene Schutt auf Schadstoffe untersucht werden muss, um zu wissen, ob das Ganze als Sondermüll zu entsorgen ist. Daran hänge auch der Endpreis, den die Stadt für das Tauschgeschäft vom Schlachthof bekomme, so Wolf, der den Vertrag im Oktober im Wirtschafts- und Finanzausschuss der Stadt abstimmen lassen will.

Gewusst habe man von den Fundamenten zuvor nichts, erklärte Wolf. „Irgendwann haben wir auf alten Luftaufnahmen erkannt, dass es dort Baustelleneinrichtungen gab, die nur oberflächlich abgerissen wurden.“ Aber die Mehrkosten seien förderfähig, gibt er das Ergebnis einer Voranfrage im Ministerium wieder.

Von Thomas Haegeler

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