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Altenburg Nähkabinett für Altenburger Patenschule im Mombasa
Region Altenburg Nähkabinett für Altenburger Patenschule im Mombasa
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19:18 10.10.2012
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Altenburg/Mombasa

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Er war einer der wenigen Enthusiasten, die angetreten waren, Kindern in Mombasa durch Patenschaften den Schulbesuch zu ermöglichen.

Wenig später wurde unter der Regie des knapp 200 Mitglieder zählenden Vereins sogar eine Schule gebaut (OVZ berichtete). "Und die wird laufend ausgebaut", sagt Fleischer und wirkt dabei sichtlich stolz. Dazu haben er und seine Familie auch allen Grund. Denn sie haben sich seit der Vereinsgründung ehrenamtlich mächtig für das Großprojekt ins Zeug gelegt.

Mittlerweile umfasst die Schule ein zweites Gebäude, das die älteren Schüler besuchen. Die Kleinsten erhalten nun sogar eine Art Vorschulausbildung. "Und Stück für Stück entstehen auch Fachkabinette", erklärt Fleischer. Ein Werkkabinett zur Holzbearbeitung sowie Metallbau konnte mittlerweile bestückt werden. "Uns ist es als Verein auch wichtig, den Kindern und späteren Schulabgängern das Rüstzeug für eine berufliche Tätigkeit mitzugeben", sagte der Initiator.

Metall- und Holzbearbeitung sind in dem afrikanischen Land Männerdomänen. "Für die Mädchen wurde deshalb die Idee geboren, ein Nähkabinett einzurichten", erzählt Jürgen Fleischer. Allerdings fehlten für die technische Ausstattung die Maschinen, und das Geld dafür war einfach nicht vorhanden. Da warf sich wieder einmal Familie Fleischer in die Bresche. "Mein Sohn hat in Dresden ein Benefiz-Golfturnier für Senioren organisiert, um die Summe zusammenzubekommen." Unterstützend hat dabei natürlich die ganze Familie mitgeholfen. Und das war äußerst erfolgreich: Am Ende des Turniers standen 2000 Euro auf der Habenseite, die Jürgen Fleischer im Namen seiner Familie kürzlich dem Verein übergeben konnte.

Dem Nähkabinett an der Patenschule steht nun nichts mehr im Wege. Sieben mechanische sowie eine elektrische Nähmaschine zur Ausbildung können angeschafft werden. Die Gesamtkosten betragen 1650 Euro. Da bleibt sogar noch Geld übrig, um in Mombasa eine Schneiderin als Ausbilderin und Betreuerin anzustellen. Auch praktische Aufgaben gibt es schon für die angehenden Schneiderinnen. Sie werden die in dem Land obligatorischen Schuluniformen fertigen und sich so das Rüstzeug für eine berufliche Existenz holen.

Welche Fortschritte in den vergangenen Jahren in der Schule gemacht wurden, davon hat sich Angelika Schwarzbach selbst überzeugt. Das Vereinsmitglied besuchte die Einrichtung in Kenia in ihrem Urlaub: "Es ist ein richtiges Schmuckstück", erzählt sie. Die Kinder seien sehr interessiert und wissbegierig. "Und freuen sich riesig, wenn Gäste aus dem Altenburger Land kommen."

Trotz der Fortschritte gebe es aber noch einiges zu tun, sagt Schwarzbach. Pläne hat der Verein: Mittelfristig soll auch ein Computerkabinett entstehen, wo sich die älteren Schüler mit der modernen Technik vertraut machen können und moderne Lernverhältnisse vorfinden. Zurzeit besuchen 217 Kinder und Jugendliche die Schule bis zur sechsten Klassenstufe. Jedes Jahr rückt eine neue erste Klasse nach, sodass übernächstes Schuljahr erstmals eine achte und damit höchste Klasse in den Lernbetrieb geht. Jörg Wolf/Jenifer Hochhaus

www.education4kenya.de

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