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Natura 2000: Altenburger Land bekommt Zuschlag für wichtiges Schutz-Projekt

Landschaftspflegverband Natura 2000: Altenburger Land bekommt Zuschlag für wichtiges Schutz-Projekt

Der Landschaftspflegeverband des Altenburger Landes übernimmt ab diesem Monat die Trägerschaft für die Natur-2000-Station in Ostthüringen. Damit werden Naturschutz-Projekte in den Landkreisen Greiz, Altenburger Land und Gera betreut. Der Freistaat stellt dafür 356.000 Euro zu Verfügung.

Michaele Sojka (r.) sah sich am Freitag mit Schmöllns Bürgermeister Sven Schrade und Doreen Rath (2.v.l.) vom Landschaftspflegeverband ein Natura-2000-Projekt bei Kraasa an.

Quelle: Tom Kleinfeld

Altenburg. Heimische Tier- und Pflanzenarten können in den nächsten Jahren besser geschützt werden. Anlass dafür ist der Zuschlag für den Landschaftspflegeverband des Kreises, eine von elf Natura-2000-Stationen in ganz Thüringen zu betreiben. Diese für das Altenburger Land erfolgreiche Bewerbung wurde am Freitag in Anwesenheit von Landrätin Michaele Sojka (Linke) vor der Presse bekanntgegeben.

Als Natura 2000 wird ein europaweites Netz von Schutzgebieten für Tiere und Pflanzen und ihrer natürlichen Lebensräume bezeichnet. Die Bundesländer waren bereits in der Vergangenheit verpflichtet, diesem Ziel nachzukommen. Allein Thüringen hielt in der Bundesrepublik dabei meist die Rote Laterne, wie Birgit Seiler, die im Landratsamt zuständige Fachdienstleiterin für Natur- und Umweltschutz, beim Vor-Ort-Termin einschätzte.

Die rot-rot-grüne Landesregierung will hier besser werden und schrieb im Januar die elf Natura-2000-Stationen aus. Der Zuschlag für das Altenburger Land bedeutet allerdings, sich auch um Schutzgebiete in Gera sowie in den Landkreisen Greiz und einen Teil des Saale-Holzland-Kreises zu kümmern. In der gesamten Region gibt es insgesamt 26 verschiedene Gebiete, wo Tiere und Pflanzen unter einem besonderen Schutz stehen.

Die Landrätin sieht in der Vergabe eine Wertschätzung der Landesregierung für die langjährige erfolgreiche Arbeit des Landschaftspflegeverbandes. Für sie sei dies auch ein Zeichen, dass die Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Umweltschutzbehörden funktioniere. Damit zahle sich aus, dass es im Gegensatz zu anderen Kreisen einen Landschaftspflegeverband gibt, der überdies seit vielen Jahren gute Arbeit leistet und für die Übernahme dieses Projektes offenbar auch hervorragend geeignet ist.

Erstes Projekt befasst sich mit Defiziten an kleinen Bächen

Was das Verhältnis zwischen Landwirtschaft und Naturschutz betrifft, gibt es im Landkreis allerdings noch Luft nach oben. Deswegen wird sich ein erstes Projekt mit den Defiziten in den sogenannten Eremit-Lebensräumen zwischen Altenburg und Schmölln befassen, womit ganz einfach Käfer gemeint sind. Konkret geht es um die Uferbereiche von Kleinem Jordan, Gerstenbach und Blauer Flut, um die es nicht überall gut bestellt ist. „Wir haben Angst, dass ein Bauer irgendwann das gesamte Bachbett durchackert“, beschrieb Seiler die Situation drastisch.

Dass viel zu nah an die Ufer vor allem an diesen drei Bächen herangeackert wird, ist ein sattsam bekanntes Problem, wodurch die Wiesenstreifen immer schmaler und damit die Lebensräume von Tieren bedroht oder zerstört werden. „Wir brauchen wieder mehr Auen“, sieht Seiler einen sehr praktischen Bezug zu Natura 2000.

Landwirten soll bei Anträgen für Fördermittel geholfen werden

Den gibt es in der Tat. Aus Acker- wieder Grünland zu machen, klappt meist nur mit einem finanziellen Ausgleich. Dafür gab es zwar bereits in der Vergangenheit Geld, doch die Antragstellung war den Bauern oft zu kompliziert. Hier soll das Natura-Projekt ebenso Hilfestellung wie bei der Auslotung weiterer Fördertöpfe leisten, für die danach das Interesse der Landwirte geweckt werden soll. Außerdem geht es um die Vermittlung von Naturschutzkenntnissen. Oft sei nicht bekannt, dass beispielsweise eine bestimmte Wiese vor einem gewissen Zeitpunkt nicht gemäht werden darf, weil ansonsten geschützte Tiere gefährdet werden, wurde am Freitag nur ein Beispiel von vielen genannt.

Um die Aufgaben zu erfüllen, stellt Thüringen dem Landschaftspflegeverband bis 2020 insgesamt 356.000 Euro zur Verfügung. Damit kann unter anderem das nötige Fachpersonal eingestellt werden.

Von Jens Rosenkranz

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