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Altenburg Naturschutz: Altenburger holen die Heide ans Licht
Region Altenburg Naturschutz: Altenburger holen die Heide ans Licht
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19:02 13.09.2018
Derzeit wird auf dem ehemaligen Schießplatz im Pöllwitzer Wald der Bestand des Jungwaldes aufgelichtet. Quelle: Elisabeth Endtmann
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Altenburg

Seit 2015 beschäftigt sich die Naturforschende Gesellschaft Altenburg (NfGA) im Rahmen eines Projektes zur Entwicklung von Natur und Landschaft intensiv mit den Zwergstrauchheiden des Pöllwitzer Waldes bei Zeulenroda-Triebes. 1990 hinterließen dort die Grenztruppen der DDR ein durch militärische Nutzung geschaffenes künstliches Offenland im Wald. Taktikgelände, Schießplatz, Sprengmittelplatz und Lehrgrenze heißen die Flächen, die heute für den europäischen Naturschutz wertvolle Lebensräume darstellen. Die Bemühungen um ihren Erhalt sind vielfältig und begannen bereits vor etwa 30 Jahren. Dennoch ist der Zustand der Heiden derzeit nicht zufriedenstellend, berichten die Naturschützer. Durch die Mitarbeiter der NfGA wurden neue Pflege- und Nutzungskonzepte für die Heideflächen entwickelt und zum Teil bereits erprobt.

Neue Sonderausstellung im Mauritianum

Erste Erfolge und zukünftige Lösungsansätze soll nun eine neue Sonderausstellung im Altenburger Naturkundemuseum Mauritianum aufzeigen. „Komplett violett – Das Ringen um die Heide im Pöllwitzer Wald“ heißt die Schau, die Sonntag, dem 23. September, um 15 Uhr eröffnet wird.

Seit Ende August wird im Pöllwitzer Wald auf ehemaligen Heideflächen des sogenannten Schießplatzes, des Taktikgeländes und des Sprengmittelplatzes im Sinne des Naturschutzes etwa die Hälfte der in den vergangenen 20 Jahren aufgewachsenen dünnen Birken, Fichten und Kiefern entfernt. Momentan lagert das Holz noch im Bestand. In den nächsten Tagen startet aber die Abfuhr und Verwertung, teilt die NfGA mit. Ziel dieser mit den Forst- und Naturschutzbehörden sowie dem Eigentümer der Deutschen Bundesstiftung Umwelt abgestimmten Maßnahme sei die deutliche Auflichtung der Flächen.

Zwergsträucher brauchen vor allem Licht

Ausreichende Einstrahlung von Sonnenlicht und Wärme gelten als die wichtigsten Voraussetzungen dafür, dass sich Heiden entwickeln können. Noch immer ruhen ausreichend Samen des Heidekrauts im Boden. Die Entwicklung neuer Heideflächen aus eigener Kraft sei also möglich. Doch bis sich dem Wanderer im Spätsommer wieder ein violettes Blütenmeer zeigt, werden Jahre vergehen. Heidekraut wachse nur langsam, die ersten Blüten zeigen sich nach etwa fünf Jahren. Dann aber bieten die Zwergsträucher vielen anderen bedrohten Pflanzen- und Tierarten einen optimalen Lebensraum, erklärt die NfGA. Kreuzottern verstecken sich darin, Heidelerchen brüten auf dem Boden und lebende Fossilien wie verschiedene Bärlapp- und Flechten-Arten finden hier Ausbreitungsmöglichkeiten. All diese Arten seien in ihrem Bestand bundes- und EU-weit stark gefährdet.

Schafen und Ziegen kommen nächstes Jahr

Um einem erneuten Aufwachsen von Gehölzen entgegen zu wirken, werden die Heiden ab dem nächsten Jahr beweidet. Insbesondere Schafe und Ziegen sollen dann für die Nachhaltigkeit der Maßnahmen sorgen. Doch auch hier ist etwas Geduld gefragt. Denn Tiere fressen nicht in Planquadraten.

Von OVZ

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