Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Altenburg Neubau der überalterten Kanäle im Schmöllner Industriegebiet zieht sich hin
Region Altenburg Neubau der überalterten Kanäle im Schmöllner Industriegebiet zieht sich hin
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
05:03 16.06.2017
So war die Dreckbrühe im April in den Köthelbach gelaufen. Das Landratsamt hatte dies sofort untersagt. Quelle: Jens Rosenkranz
Anzeige
Schmölln

Stadtwerke und Rathaus Schmölln kommen mit der Sanierung des überalterten und überforderten Abwassersystems im Gewerbegebiet Nitzschka nur schleppend voran. Die OVZ hatte im April enthüllt, dass ungeklärte Industrie-Abwässer über Wochen, wenn nicht gar über Monate über den Jägerfließ und den Köthelbach in die Sprotte abgeleitet wurden. Die Uferbereiche wurden dabei verschmutzt.

Offenbar war den Verantwortlichen das Problem bekannt, nachdem es beim Lebensmittelhersteller Burkhardt im Herbst 2016 zu einer Havarie gekommen war, als erstmals große Mengen Schmutzwasser unbehandelt abgeleitet wurden und wo spätestens klar war, dass das Kanal- und Regenrückhaltesystem nicht mehr genügt. Erst der OVZ-Beitrag und der zeitgleich vom Landratsamt sofort verfügte Einleitestopp veranlassten die Schmöllner Verantwortlichen, etwas zu unternehmen.

Danach steht nun fest, dass in dem älteren Teil des erst Anfang der 90er-Jahre erschlossenen Gewerbegebietes wohl der Bau eines Kanalsystems nötig ist, der Schmutz– und Regenwasser getrennt aufnimmt und ableitet. Die dafür nötigen Planungskosten in Höhe von 166 000 Euro sollen im nächsten Nachtragshaushalt der Stadt enthalten sein, der in Kürze beschlossen werden soll. Das erklärte Bürgermeister Sven Schrade (SPD) kürzlich vor der Presse. Im Moment würden die Fördermittel für den 1,6 bis zwei Millionen Euro teuren Bau ausgelotet, auf die man Aussicht habe. Auf mehrmalige Nachfrage sagte Schrade, dass man notfalls auch ohne Fördermittel baue, um die Auflagen zu erfüllen. „Da müssen wir wohl in den sauren Apfel beißen“, schloss Schrade aus, solange zu warten, bis das Vorhaben finanziell unterstützt wird, egal wie lange dies dauert.

Er mache sich regelmäßig vor Ort ein Bild von der Lage, die vor allem bei Starkregen kritisch werde und wo das System erneut überlaufen könnten. In der Tat war OVZ-Recherchen zufolge vor einigen Tagen nach teils heftigen Niederschlägen der Durchfluss vom verschmutzten Regenrückhaltebecken zum Jägerfließ eine Zeitlang wieder geöffnet worden.

Die Zeit bis zum Neubau soll durch eine starke Pumpe überbrückt werden, die das Regenüberlaufsystem entlastet. Eine dauerhafte Lösung sei dies natürlich nicht, sagte der Bürgermeister. Wie lange sich so beholfen wird, vermochte er allerdings auch nicht zu sagen.

Von Jens Rosenkranz

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Noch wird am Meuselwitzer Seniorenzentrum fleißig gewerkelt, doch der Erweiterungsbau nimmt immer konkretere Formen an. Wenn die letzten Arbeiten im Inneren des Komplexes beendet sind, sollen Anfang September die ersten Bewohner in die Räumlichkeiten ziehen. Zuvor ist auch ein Tag der offenen Tür geplant

16.06.2017

Die Altenburger Stadtratsfraktionen von CDU, Linke, Pro Altenburg und Stadtforum/Grüne haben die Initiative „Ja zur Landesgartenschau 2024“ ins Leben gerufen und am Mittwoch vorgestellt. Sie will die Bevölkerung von den Vorteilen einer Gartenschau für die Stadt überzeugen und die Bedenken zerstreuen.

18.06.2017

Die 67 besten Schüler aus 19 Schulen waren am Mittwoch beim Kreisfinale der Radfahrausbildung am Start. Die Besten unter ihnen qualifizieren sich fürs Landesfinale. Insgesamt wurden im Altenburger Land 643 Kinder theoretisch und praktisch fürs Fahrradfahren auf der Straße geschult. Die Prüfung haben 37 nicht bestanden.

15.06.2017
Anzeige