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Neue Angebote - neue Ära / Der Spielplan 2012/2013 hat gute Chancen vom Publikum angenommen zu werden

Neue Angebote - neue Ära / Der Spielplan 2012/2013 hat gute Chancen vom Publikum angenommen zu werden

39 Premieren von Puppentheater bis Oper und über 100 Konzerte der verschiedensten Art an den verschiedensten Orten - das ist das Angebot des Altenburg-Geraer Theaters für die neue Spielzeit.

Hinzu kommen inhaltlich neue Akzente wie Mitmachtheater für Kinder, Einbindung des Publikums in Produktionen, spartenübergreifende Projekte, Lesungen in privaten Wohnungen. Sie machen deutlich, dass nun die neue Ära des Kay Kuntze tatsächlich begonnen hat.

Dabei bedient der neue Spielplan alle Altersgruppen, auch die der bisher im Allgemeinen etwas theaterfernen 20- bis 40-Jährigen stärker als vorher: mit dem Schauspiel Mein Kampf von George Tabori, dem Musical Chess von den beiden Abba-Sängern Benny und Björn sowie dem Ballett "Zeit.Punkt." und der Dreigroschenoper. Für Altenburg gibt es mit "Die im Dunkeln" sogar eine lokalbezogene Produktion, die in einer fiktiven Handlung die Widerstandsaktionen Altenburger Schüler an der damaligen Karl-Marx-Schule 1949/1950 behandelt.

Das gesamte Angebot ist spannend, ambitioniert, anspruchsvoll und interessant dazu. Da gibt es keinen Zweifel. Aber erfüllt es auch die Forderungen und Erwartungen der Geldgeber, die publikumswirksame Inszenierungen und volle Häuser erwarten? Für das Landestheater zweifelsohne. Durch die Übernahme laufender Inszenierungen aus Gera wie Carmen, Anatevka und die Dreigroschenoper sowie die Wiederaufnahme solcher Inszenierungen wie Die lustigen Weiber von Windsor und das Ballett Freaks sind die Altenburger gut bedient. Das sind Zugstücke, die ihr Publikum bringen werden.

Das ist auch zu erwarten von der Operette "Du bist ich" des kubanischen Komponisten Moises Simons, die 1934 in Paris uraufgeführt wurde und in der Reihe Wiederentdeckungen des 20. Jahrhunderts diesmal in Altenburg seine deutsche Erstaufführung erlebt. Das Musical "Heute Abend: Lola Blau" mit Mechthild Scrobanita und Olav Kröger komplettiert das Angebot im Musiktheaterbereich.

Im Schauspiel geht es betont humorvoll und komödienhaft zu. Dabei bieten Kunst von Yasmina Reza, das übrigens hier vor acht Jahren im Heizhaus schon einmal lief, "Bezahlt wird nicht" von Dario Fo und "Kasimir und Karoline" von Odön von Horwarth neben launiger Leichtigkeit immer ein Eingebettetsein in eine zeitlich bestimmte gesellschaftliche Umwelt, die den Bezug zum Heute erleichtert.

Auf eine Produktion, mit der die neue Spielzeit eröffnet wird, soll im Besonderen aufmerksam gemacht werden. Sie hat den nichtssagenden Titel "Sie haben nämlich Entenfüße". Dahinter verbirgt sich der Auftritt des sprachgewaltigen neuen Schauspieldirektors Bernhard Stengele als Balladenspieler. In den 90er-Jahren beglückte der damalige Intendant Michael Grosse das Altenburger Publikum schon einmal mit seinen Soloauftritten: neben Heine, Wieland und Thomas Mann auch mit Balladen. Stengele hat sich Schauspielkapellmeister Olav Kröger an seine Seite geholt und offeriert damit wohl eine literarisch-musikalische Performance, die das hiesige Projekt "Jugend rezitiert" unterstützen kann. Der Besuch dieser Vorstellungen sollte ein Muss für alle Deutschlehrer mit ihren rezitationsbesessenen Schülerinnen und Schülern sein.

Das Weihnachtsmärchen Ayana Rabenschwester erweitert die Sicht bisheriger Märcheninszenierungen und verbindet drei afrikanische mit Grimms Märchen "Die sieben Raben" und findet mit Schauspielern aus Westafrika auch neue Formen der Darstellung.

Ganz offensichtlich ist die Aufwertung der kleineren Spielstätte im Heizhaus. Sie dürfte dazu führen, dass diese von Teilen des Publikums stärker als bisher als gleichwertig zum Großen Haus angesehen wird. Solche gewichtigen Inszenierungen wie Kassandra nach dem Roman von Christa Wolf, die nun schon klassische Kriminalkomödie Arsen und Spitzenhäubchen, Der kleine Prinz und sowie Mein Kampf und "Bezahlt wird nicht" sowie wichtige Stücke des Puppentheaters wie "Hexe Hillary geht in die Oper", "Der kleine gelbe Hund" und die Dafne-Fantasien nach Heinrich Schütz wollen dies bewirken.

Trotz dieser hoffnungsvollen Angebote müssen für die kommenden Spielzeiten eine Verdi- oder Puccini-Oper, eine weitere von Mozart und ein Schauspiel aus dem klassischen Kanon der Weltliteratur angemahnt werden.

Das Altenburg-Geraer Theater verlassen haben zum Ende der vergangenen Spielzeit:

- Schauspieldirektorin Amina Gusner

- die Schauspieler Heiko Senst, David Lukowsczyk und Alice von Lindenau

- die Sänger Peter-Paul Haller, Kim Sheen und Teruhiko Komori.

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