Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Altenburg Neue Arbeit Altenburg: Verein droht Insolvenz
Region Altenburg Neue Arbeit Altenburg: Verein droht Insolvenz
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
05:00 17.12.2016
Essenausgabe in der Heiste beim Verein Neue Arbeit Altenburg. Quelle: Mario Jahn
Anzeige
Altenburg

Der Sozialverein Ostthüringer Neue Arbeit, der unter anderem die Sozialläden in Altenburg und Lucka sowie den Bernsteinhof in Rositz bewirtschaftet, steckt in erheblichen Finanznöten. Nach OVZ-Informationen hat eine Krankenkasse offensichtlich wegen ausstehender Beiträge die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt. Mit dem Geraer Rechtsanwalt Bernd Krumbholz ist auch ein vorläufiger Verwalter bestellt, der derzeit die Geschäfte führt.

„Unsere Arbeit läuft ganz normal weiter“, versichert die Vorsitzende der Neuen Arbeit, Adelheid Schatz, gegenüber der OVZ. Die Tafelläden seien ganz normal geöffnet und versorgen Bedürftige mit Lebensmitteln, die der Neuen Arbeit gespendet werden. Gleiches gelte auch für das Möbelkaufhaus sowie die Fackelproduktion. „Wir brauchen diese Spenden auch dringend weiter, weil unsere Arbeit für sozial Schwache derzeit weitergeht“, betont Schatz. „Auf jeden Fall unternimmt der Verein und der eingesetzte Verwalter alles, um die abzuwenden und unsere Angebote in unveränderter Form weiterzuführen“, so Schatz.

Von der Pleite betroffen seien rund 30 Mitarbeiter, die aber durchweg zur Stange halten und die Arbeit weiter ehrenamtlich leisten. „Da bin ich erst einmal sehr froh und dankbar, dass bei unseren Leuten dieses Engagement herrscht.“

Denn neben den Tafelläden und Werkstätten führt der Verein auch die Regie über die Tafelgärten sowie das Projekt „Gesundes Frühstück an Schulen“.

Der vorläufige Insolvenzverwalter Bernd Krumbholz schließt sich diesem Dank an die jetzt ehrenamtlich engagierten Mitstreiter in vollem Umfang an. Der Geraer Anwalt, seit 25 Jahren im Insolvenzrecht aktiv, setzt sich für den Erhalt der Angebote auch derart stark ein, wie er eigentlich als bestellter Verwalter gar nicht müsste. „Es ist einfach klar, dass Altenburg solche Angebote für sozial Schwache braucht. Als ich vor gut zwei Monaten die Beschäftigten über das Verfahren und den weiteren Verfahrensweg im Altenburger Tafelladen informiert habe, bildete sich draußen eine regelrecht Demonstration mit Bedürftigen aus allen Schichten, die den Erhalt forderten“, erinnert sich der Jurist. Seitdem sei keine Woche vergangen, in der er „nicht mindestens einmal in Altenburg war, um für die Neue Arbeit zu kämpfen“.

Mittlerweile hat der Anwalt mehrere kleine, aber gewichtige Etappenziele erreichen können: „Auf jeden Fall bin ich mit dem Gericht übereingekommen, dass die Geschäfte noch bis Ende Januar unverändert weiterlaufen und nicht, wie so mancher befürchtet, schon nach Weihnachten beendet werden“, erklärt Krumbholz. Zudem stehe er mit zwei anderen freien Trägern in Verhandlungen, die eventuell die Angebote der Neuen Arbeit übernehmen könnten.

Ziemlich ernüchtert zeigte sich Bernd Krumbholz von Stadt und Landratsamt. „Ich habe Oberbürgermeister und Landrätin angeschrieben, ihnen die prekäre Situation geschildert und als Verantwortlicher um ein Gespräch gebeten. Von beiden Seiten kam bislang keine Reaktion.“

Von Jörg Wolf

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Tourismus geht alle an. So lässt sich auf den Punkt bringen, wohin im Altenburger Land die Reise geht. Zahlreiche Akteure im Fremdenverkehr – vom Hotelier bis zum Museumsverein – stecken derzeit Ziele ab, arbeiten an einer konzertierten Markenstrategie. Und ab diesem Wochenende sind auch alle Einwohner des Landkreises gefragt.

17.12.2016

Die OVZ-Spendenaktion „Ein Licht im Advent“ ist auf der Zielgeraden. Eine Wohngruppe für Mütter und Kinder („Mu-Ki“) in Not hatte sich ein Gerätehäuschen gewünscht. Zu den Bewohnern gehören zwei junge Frauen, die in eine seelische Notlage gerieten und in der „Mu-Ki“ Hilfe fanden. Sie erzählen ihre Geschichte.

16.12.2016

Nach ziemlich zähen Verhandlungen und am Schluss sogar einem achtstündigen Gesprächsmarathon haben sich die Parteien doch noch rechtzeitig geeinigt: Der neue Haustarifvertrag für die Altenburg-Geraer Theater GmbH ist in trockenen Tüchern. Der Aufsichtsratsvorsitzende Michael Wolf erläutert im OVZ-Interview, was dies konkret bedeutet.

16.12.2016
Anzeige