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Neue Beratungsstelle für Sehbehinderte in Altenburg

Landratsamt Neue Beratungsstelle für Sehbehinderte in Altenburg

Für alle Betroffenen von Augenerkrankungen steht ab 4. Januar eine Anlaufstelle des Blinden- und Sehbehindertenverbands Thüringen (BSVT) im Altenburger Landratsamt zur Verfügung. Dort können rechtliche Ansprüche und die Bedienung von Hilfsmitteln geklärt werden. Die größte Herausforderung bleibt aber eine andere.

Landrätin Michaele Sojka (links) hält die Zusammenarbeit mit der stellvertretenden Vorsitzenden des Blinden- und Sehbehindertenverbands Silke Aepfler schriftlich fest.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Ab Januar wird es im Altenburger Landratsamt Beratungstage für Betroffene von Augenerkrankungen geben. Initiiert wurde das Angebot durch den Blinden- und Sehbehindertenverband Thüringen (BSVT). Am Dienstagmittag unterzeichneten dessen stellvertretende Landesvorsitzende und die Altenburger Landrätin eine Kooperationsvereinbarung, die eine zeitlich unbegrenzte Zusammenarbeit vorsieht.

Voranmeldung notwendig

Die Beratung soll nicht ausschließlich für Blinde und Sehbehinderte sein, sondern auch für Betreuer, Angehörige und alle von Augenerkrankungen Betroffene. „Dazu haben wir das Projekt ’ Blickpunkt Auge (BPA) – Rat und Hilfe bei Sehverlust’ ins Leben gerufen“, sagt Silke Aepfler, stellvertretende Landesvorsitzende des BSVT. Und dies sei ein Erfolgprojekt auf ganzer Linie. Die im letzten Jahr eingerichteten Beratungsangebote in Weimar, Nordhausen und Jena seien so gut angenommen worden, dass Silke Aepfler das Gefühl hatte, das Angebot müsse flächendeckend ausgebaut werden. Da die Einrichtung eigener Beratungsstellen aber ein hoher finanzieller Aufwand sei, entschloss man sich, stattdessen an verschiedenen Orten monatliche Beratungstage in fremden Objekten anzubieten. Dazu fragte der Verband beim Landratsamt an, ob so etwas in Altenburg möglich sei.

„Mit dem Anliegen wurden bei mir offene Türen eingelaufen“, sagt Landrätin Michaele Sojka (Linke). „Wir als Landratsamt wollen ja ohnehin verschiedene Hilfsangebote anbieten und die Wege für Betroffene verkleinern. Für mich war klar, wenn es bei uns die Möglichkeit gibt, dann kommen wir der Anfrage nach.“ Der Fachbereich für Soziales, Jugend und Gesundheit konnte schließlich geeignete Räume finden. „Wir haben darauf geachtet, dass alles passt“, sagt der Fachbereichsleiter, Dirk Nowosatko. Das Hinterhaus an der Lindenaustraße 31 sei komplett barrierefrei. Gleichzeitig ist die Schwerbehinderten- und Blindengeldstelle im Gebäude, ausreichend Parkplätze und ein Fahrstuhl stünden ebenfalls zur Verfügung.

Fehlendes Bewusstsein von Verantwortungsträgern größtes Problem

Koordiniert wird das Angebot des Blinden- und Sehbehindertenvereins von Weimar aus. Anna Egli führt die Beratungen in Saalfeld, Sömmerda und Altenburg durch. An jedem zweiten Mittwoch des laufenden Monats berät sie von 10 Uhr bis 15 Uhr zu Hilfsmitteln, rechtlichen Ansprüchen und allen Fragen rund ums Sehen. Für eine optimale Planung ist jedoch eine Voranmeldung Pflicht.

Im Altenburger Land gäbe es derzeit 155 Blinde und Sehbehinderte, davon seien 34 in betreuten Heimen, sagt Professor Stefan Dhein, Amtsarzt im Landratsamt. Für diese seien bereits kleine Alltagsprobleme eine riesige Herausforderung. „Das größte Problem ist das Bewusstsein der Verantwortungsträger“, fasst Joachim Leibiger, Landesbeauftragter für Menschen mit Behinderungen, zusammen. Viele von ihnen hätten ein Problem sich in die Lage der Menschen mit Handicap hineinzuversetzen. Die Barrierefreiheit sei immer noch die größte Hürde, egal, ob es nun bauliche oder kommunikative Probleme sind. Als Beispiel führte Leibiger auf, dass viele Internetseiten nicht dafür ausgelegt seien, von Blinden und Sehbehinderten genutzt zu werden. Formulare und Informationen seien dann nur schwer zugänglich. Auch um diese Barriere zu überwinden, kann die Beratungsstelle ab 4. Januar genutzt werden.

Die Beratungsstelle befindet sich im Hinterhaus der Lindenaustraße 31, 04600 Altenburg, 1.OG Raum 220. Anmeldungen sind möglich über Tel.: 03641 22 59 400 oder Email: s.aepfler@blickpunkt-auge.de

Von Mathias Schönknecht

Altenburg, Lindenaustraße 31 50.98765 12.42929
Altenburg, Lindenaustraße 31
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