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Neue Pläne für alten Marstall: Platz für Bibliothek, Staatsarchiv und Veranstaltungen

Neue Pläne für alten Marstall: Platz für Bibliothek, Staatsarchiv und Veranstaltungen

In den Marstall, eines der eindrucksvollsten historischen Gebäude Altenburgs, soll wieder Leben einziehen. Und nicht nur beim traditionellen Marstallkonzert oder der Kreativmesse im Rahmen des Denkmaltages zeigte sich: Die Altenburger lieben den markanten Bau, der einst unter Herzog Joseph von Sachsen-Altenburg in den 40er-Jahren des 19. Jahrhunderts für seine Reit- und Kutschpferde errichtetet wurde, der aber sichtbar unter jahrzehntelangem Verfall litt.

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Der neue Beton-Anbau soll einmal den den behinderten- und brandschutzgerechten Zugang ermöglichen.

Quelle: Mario Jahn

Nun ist der erste Bauabschnitt der Sanierung abgeschlossen, für die Fortsetzung und sogar schon für eine spätere Nutzung werden die Pläne immer konkreter.

 

"Die statisch-konstruktive Erneuerung des Daches ist abgeschlossen, 2400 Quadratmeter Schiefer sind verlegt", bilanzierte Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD). Damit sind alle Dächer der vier Bauteile - westlicher Kopfbau, ehemaliger Pferdestall, östlicher Kopfbau und ehemalige Reithalle - vollständig neu eingedeckt. Auch die acht Ecktürmchen sind zurück. Zuvor war die Dachkonstruktion des westlichen Kopfbaus saniert und in den ursprünglichen Zustand versetzt worden.

 

Die Dachkonstruktion über dem ehemaligen Pferdestall wurde komplett abgerissen und durch eine filigrane, stützenfreie ersetzt. "Mit diesem Heuboden ist ein neuer Platz für Veranstaltungen gewonnen worden", freute sich Wolf. Der Zustand der Dachkonstruktion des östlichen Kopfbaus war so schlecht, dass sie nicht erhalten werden konnte. Die Dachkonstruktion einschließlich der Holzbalkendecke über dem Obergeschoss musste neu errichtet werden.

 

Besonders wichtig für das Gesamtkonzept ist das neue Eingangsbauwerk, ein Kubus aus Beton, der im Rohbau fertig ist. Er soll die spätere Nutzung des Kulturdenkmals ermöglichen, indem dort unter anderem Toiletten und ein Fahrstuhl untergebracht werden, der auch den Heuboden erschließt. Außerdem konnten nur so die Brandschutzbestimmungen erfüllt werden.

 

Die Gesamtkosten beliefen sich auf 3,1 Millionen Euro, wie das Rathaus informierte. Ohne Fördermittel wäre eine derartige Investition nicht möglich gewesen. Rund 2,5 Millionen Euro kommen aus dem Bund-Länder-Programm für städtebaulichen Denkmalschutz, rund 150 000 Euro aus dem Landesprogramm für strukturwirksame städtebauliche Maßnahmen. Die städtischen Eigenmittel betragen rund 450 000 Euro. Obwohl Planungs- und Bauleistungen europaweit ausgeschrieben werden mussten, ging ein Großteil der Aufträge an regionale Firmen. Mit dem Projekt sei - gemessen am Investitionsvolumen - das zweitgrößte Bauvorhaben der Stadt in den vergangenen Jahren Jahren realisiert worden, lediglich der Neubau für die Berufsfeuerwehr kostete mehr.

 

Um die Sanierung fortzusetzen und hier einmal die städtische Bibliothek und das thüringische Staatsarchiv unterzubringen, seinen jedoch nicht nur weiterer Millionensummen, sondern auch grundsätzlichen politische Weichenstellungen nötig, wie Wolf betonte: "Ich bin hin und her gerissen." Einerseits sei die Fortsetzung eines "knallharten Konsolidierungskurses" für die Stadtfinanzen ohne jede Alternative, andererseits müsse der Stadtrat bereit sein, seinen "Visionen" zu folgen, so der OB

 

Nach hoffnungsvollen Signalen aus Erfurter Ministerien werde derzeit der zweiten Bauabschnitt vorbereitet, der Fassaden und Fenster vom Eingang bis zu dem neuen Anbau umfassen würde. Hier soll einmal die Stadtbibliothek einziehen. Im anschließenden Teil würde Wolf gern das Staatsarchiv einquartieren, dafür sind jedoch noch Verhandlungen mit dem Kultusministerium über die Kostenbeteiligung nötig.

 

Und Altenburg müsste die eigentlich geplante Sanierung der Fassade der Schlosskirche zugunsten des Marstalls verschieben. "Diese Grundsatzentscheidung werde ich dem Stadtrat vorlegen", kündigte Wolf an.

Günter Neumann

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