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Altenburg Neue Sonderausstellung öffnet im Fockendorfer Papiermuseum
Region Altenburg Neue Sonderausstellung öffnet im Fockendorfer Papiermuseum
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00:31 30.03.2018
Feine Kunst mit scharfer Klinge: Kunstvolle Scherenschnitte bilden die neue Sonderausstellung im Fockendorfer Papiermuseum. Quelle: Mario Jahn
Fockendorf

Wenn am Wochenende vielerorts im Landkreis zur Suche nach den gut versteckten Ostereiern gestartet wird, steht in der ehemaligen Fockendorfer Papierfabrik Kultur auf dem Programm: Dort kommt die erstmals am Sonnabend zu sehende Sonderausstellung äußerst kunstvoll daher.

Märchenhaftes, fein geschnitten

Aus rund 20 Scherenschnitten, zur Verfügung gestellt vom „Freundeskreis Scherenschnitt“ aus Schmölln, besteht die diesjährige Schau. Nach Ausstellungen etwa in Schmölln, Gößnitz, Altenburg und Berlin ist nun Fockendorf an der Reihe. Ein logischer Schritt, wie Angela Kiesewetter-Lorenz erklärt, die die Schau organisiert hat. „Wir wollten schon lange hier ausstellen. Papier als Medium passt hier natürlich perfekt hin“, so die Schmöllnerin.

Zu sehen sind in der Papierfabrik nun denkbar unterschiedliche Werke. Von filigran gestalteten Blumen bis zu märchenhaften Kreationen reicht die Bandbreite. „Wir haben uns bewusst gegen ein Oberthema entschieden, wollten viele verschiedene Handschriften präsentieren“, erklärt Kiesewetter-Lorenz. Gemein ist hingegen allen Schnitten – die, wie die Expertin betont, tatsächlich alle mit Scheren, nicht mit Messern gestaltet werden – der aufwendige Entstehungsprozess. „Zwischen vier oder fünf bis hin zu 30 Stunden können da zusammenkommen“, betont sie.

Trip ins DDR-Kinderzimmer

Auch abseits der kunstvollen Arbeiten hat sich im Museum einiges getan, wie Frank Heinzig, Vorsitzender des federführenden Traditionsvereins Papierfabrik Fockendorf, berichtet. Insbesondere das Heimatmuseum kann auf kräftigen Zuwachs verweisen. „Gut die Hälfte des Museums dürfte sich jetzt mit der DDR-Kultur befassen“, schätzt Heinzig. „Das ist schon ein echter Publikumsrenner, viele Besucher schwelgen hier in Erinnerungen.“

Nostalgischer Blick ins Kinderzimmer: Zahlreiches Spielzeug aus der ehemaligen DDR ist inzwischen im Heimatmuseum zu sehen. Quelle: Mario Jahn

Neu hinzugekommen sind, neben einigen typischen Haushaltsgeräten aus dem Osten, insbesondere zahlreiche Kinderspielzeuge. Vom Puzzle über Rollschuhe und Modellautos bis zum Tretroller reiht sich so manches Schmuckstück im Regal. „Das kommt aus ganz verschiedenen Quellen“, erklärt Heinzig auf die Frage nach der Herkunft der historischen Exponate. „Wir erhalten ehrlich gesagt fast jede Woche Angebote, müssen derzeit sogar Absagen erteilen, weil einfach alles voll ist“, berichtet er lächelnd.

Posthumes und Bekanntes

Einige ganz besondere Stücke finden sich fast schon ein wenig unscheinbar an einer Schauwand: Dort werden handgezeichnete, liebevoll kolorierte Bilder von Lokomotiven präsentiert. „Die hat Ingo Blank gezeichnet. Er war bis zu seinem plötzlichen Tod im vergangenen Jahr als Bundesfreiwilliger bei uns im Einsatz“, so Heinzig. Mit der kleinen Schau soll der engagierte Unterstützer posthum geehrt werden.

Weiterhin zu sehen sein wird in diesem Jahr darüber hinaus die letztjährige Sonderschau zur Geschichte der Papierfabrik Greiz. „Da die Scherenschnitte nicht zu viel Platz einnehmen, war das möglich“, freut sich der Vereinschef. Die geschichtsträchtige Ausstellung hatte sich 2017 zum echten Publikumsmagneten entwickelt. „Rund 400 Greizer, darunter viele ehemalige Mitarbeiter, waren hier.“ Und auch für dieses Jahr hätten sich bereits die ersten Besucher angekündigt, so Heinzig. Einige wollten sogar eigens aus Baden-Württemberg anreisen.

Das Papier- und Heimatmuseum Fockendorf (Fabrikstraße 10) ist ab Sonnabend bis Oktober an jedem letzten Samstag im Monat von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 2 Euro pro Person, für Kinder unter 6 Jahren ist der Eintritt frei.

Von Bastian Fischer

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