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Neue Trends, Rekorde und vertane Chancen

Neue Trends, Rekorde und vertane Chancen

Mit "rekordartigen Wachstumszahlen" hat das Altenburger Land in der Tourismusbilanz 2012 aufgetrumpft. Den erfreulichen Daten bei Übernachtungen und Umsätzen stehen aber noch Reserven wie bei der Kooperation mit Sachsen und auch direkte Mängel beispielsweise in der Öffentlichkeitsarbeit gegenüber.

"Wer mir vor fünf Jahren gesagt hätte, dass ich Gäste aus Chemnitz bekomme, die bei mir fünf Tage Urlaub im Altenburger Land machen, dem hätte ich ein Fieberthermometer gegeben." Dietrich Wieland, Chef des Hotels Altenburger Hof, bestätigte mit seiner sehr persönlichen Schilderung der Geschäftsentwicklung seines Hauses die amtlichen Zahlen, die auf der jüngsten Mitgliederversammlung des Fremdenverkehrsverbandes Altenburger Land präsentiert wurden. "Wir haben an den richtigen Schrauben gedreht, unsere Konzepte sind aufgegangen, wir haben eine positive Tendenz", bekräftigte Vorstandsmitglied Bernd Adam.

 

"Mit 12,4 Prozent mehr Übernachtungen erreicht das Altenburger Land nicht nur in Ostthüringen die höchste Steigerung", freute sich auch Christine Büring, die sich mit ihrer Altenburger Tourismus GmbH um die professionelle Vermarktung der Region kümmert. In ihrer Altenburger Tourismus-Information am Markt bekommt sie zudem vermutlich Kontakt zu den meisten Tagesgästen in der Region - und als Geschäftsführerin des Verbandes kennt sie auch die Probleme der Branche aus erster Hand.

 

Beispielsweise, dass auch im Altenburger Land inzwischen bei einer gleichbleibenden Anzahl von Reisegruppen mehr Individualgäste kommen, die wiederum meist übers Internet buchen, was entsprechende Datenpflege voraussetzt. Dietrich Wieland muss für sein Haus 26 Buchungssysteme auf dem neuesten Stand halten, und er weiß: "Es ist ein ständiger Preiskampf."

 

Dessen Ziel beschrieb Tourismus-Expertin Büring auf der Vereinsversammlung drastisch so: "Wir müssen Wege finden, damit die Leute das Geld hier ausgeben." Dazu sei nötig, sich den Thüringer Bemühungen um ein zahlungskräftigeres Klientel anzuschließen, die niedrigpreisigen Veranstalter und Reisegruppen langsam durch Individualreisende oder kleinere, höherwertige Gruppen zu ersetzen. Was wiederum nur funktioniert, wenn die Anbieter umdenken und statt Stan-dardessen und Standardzimmern einen Sinn fürs Besondere entwickeln.

 

Was sich aber lohnt, wie Büring vorrechnete: Schon 2011 hatte der Tourismus im Altenburger Land mit rund 170 000 Übernachtungen einen Bruttoumsatz von über 20 Millionen Euro erwirtschaftet. Die 1,7 Millionen Tagesgäste steuerten nochmals circa 37 Millionen Euro zum Wirtschaftsvolumen des Kreises bei.

 

Zwei Felder sollten künftig intensiver beackert werden. Einmal setzen die Touristiker aus dem Osterland verstärkt auf die Kooperation mit ihren sächsischen Nachbarn von Leipzig übers Kohrener Land bis in die Region Zwickau. "Die haben ähnliche Probleme wie wir", informierte Vorstandsmitglied Klaus Börngen über die Vertragsunterzeichnung mit den Zwickauern, die mit den "Engelschnitzern im Erzgebirge" wenig zu tun hätten und sich mehr ans Altenburger und Leipziger Land anlehnen möchten.

 

Zweitens müsse auch die Werbung besser werden. Zahlreichen Messeauftritten, Broschüren und Faltblättern stehen zu späte Informationen und unzureichend abgestimmte Aktionen gegenüber. Ein "neues Bild der Kulturstadt Altenburg in den mitteldeutschen Ballungsgebieten" sei nur durch eine konzertierte Aktion vieler Partner erreichbar, schätzt der Tourismusbericht 2012 des Fremdenverkehrsverbandes ein. Als schlechtes Beispiel gilt die Pressearbeit zum Trachtenfest, "die bis zuletzt weder regional noch national aktiv war und so eine große Chance, auf Altenburg aufmerksam zu machen, verstreichen ließ".

Günter Neumann

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