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Altenburg Neue topografischen Karten für Altenburger Land
Region Altenburg Neue topografischen Karten für Altenburger Land
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19:33 23.02.2012

Von Alexander Laboda

Siedlungen, Straßen, Schienen, Gewässer, Industriebetriebe und Vegetation sind auf dem Kartenwerk im amtlichen Standardmaßstab 1:10 000 abgebildet. Ein Zentimeter auf dem Papier entspricht 100 Metern in der Natur. Um den gesamten Freistaat derart detailgenau abzubilden, werden nicht weniger als 532 Blätter benötigt. Wer alle Ortsteile Altenburgs ansehen möchte, muss allein vier dieser Bögen, die jeweils 56 mal 56 Zentimeter groß sind, zur Hand nehmen.

Die Aktualisierung der topographischen Karten im Maßstab 1:10 000 (TK10) ist gesetzlich vorgesehen, erfolgt seit 2001 fortlaufend in digitaler Form. Gedruckt erscheinen die Karten aber lediglich alle drei bis fünf Jahre. "Wir können ja nicht wegen jeder neuen Straße eine neue Auflage drucken. Das wäre viel zu teuer", erklärte Peter Lenz, zuständiger Dezernatsleiter im TLVermGeo. Entscheidende Neuerung gegenüber früheren Auflagen der TK10 seit 2001 ist aber nicht die Aktualität, sondern die Genauigkeit, wie Lenz betont. "Seit der Digitalisierung der Karten im Jahr 2001 waren die Wohnflächen auf den gedruckten Blättern nur rot eingefärbt, ohne dass man die exakte Position von Häusern erkennen konnte", erklärte der Vermessungstechniker. Nun hätten die Kartographen ihre eigenen Daten mit denen der Katasterämter verschmolzen, wodurch Betrachter auf den gedruckten Blättern erstmals seit einer Dekade die Position einzelner Immobilien nachvollziehen können.

Ostthüringen zählt hierbei zufälligerweise zu den ersten Regionen, in denen die Beamten diese sogenannte Einzelhausdarstellung berücksichtigt haben. Viele Kreise und Kommunen im Freistaat müssen hierauf noch bis 2013 warten. Erst im Laufe dieses Jahres aktualisieren die Mitarbeiter des Landesamtes beispielsweise die Karten der Landeshauptstadt Erfurt.

Von Interesse sind die Blätter für alle, die von Amts- oder Berufswegen mit Bauplanung zu tun haben. Vor allem Stadtplaner, aber auch Ingenieure und Architekten nutzen das Material. Seit einiger Zeit ist sogar Internet-Riese Google Kunde des Landesamts. Die Darstellung des Freistaats beim Computerdienst Google-Earth basiert auf den in Erfurt zusammengetragenen Daten.

Spannend seien die Karten aber auch für Privatleute, meint TLVermGeo-Sprecherin Timmermann. "Es sind wirklich alle Landschaftsräume mit ihrem Namen vermerkt. Jeder Hügel, jedes kleine Wäldchen. Oftmals sind die genauen Bezeichnungen dieser Orte kaum noch bekannt", wirbt Timmermann im Interesse ihres Brötchengebers. Denn die Karten können selbstverständlich beim Landesamt bestellt werden.

Ein wenig Pech haben allerdings manche Interessenten aus den thüringisch-sächsischen Grenzgebieten. Bei ihrer Aufteilung des Freistaats in über 500 Quadrate nahmen die Vermessungstechniker keine Rücksicht auf Landesgrenzen. Auf manchem Kartenblatt sind daher Gemeinden aus zwei Bundesländern. Für die Aktualisierung der TK10 ist dann das Land zuständig, dass die größere Fläche stellt. Im Falle einiger Gemeinden in der Region, etwa von Windischleuba und Langenleuba-Niederhain sind für die Aktualisierung die sächsischen Behörden zuständig. Deren Daten sind für die betreffenden Gebiete aber leider nicht topaktuell, reichen teilweise bis 2007 zurück.

www.thüringen.de/vermessung

Durch die Arbeit des Landesamtes für Vermessung sparen Häuslebauer und Unternehmer im Freistaat demnächst Ausgaben in Millionenhöhe. Zukünftig will die Verwaltung nämlich ausschließlich auf die Luftaufnahmen der Behörde zurückgreifen, um zu erfassen, wo im Land welches Haus in welcher Größe steht. Im Gegenzug fällt die sogenannte Vermessungspflicht für Hauseigentümer weg. Gestern beschloss der Erfurter Landtag einen entsprechenden Gesetzentwurf.

Bislang waren Hauseigentümer verpflichtet, für die Erfassung ihres Neubaus einen Vermessungsingenieur zu beauftragen. Dies kostete für ein durchschnittliches Einfamilienhaus gut 800 Euro. Je nach Rohbauwert konnten aber auch bis zu 5000 Euro fällig werden. Bei etwa 3000 neuen Gebäuden, die in Thüringen jährlich gebaut werden, verursachte dies Ausgaben von mehreren Millionen Euro.

Möglich werde die Neuregelung durch den technischen Fortschritt, erklärte Thüringens Bauminister Carius gestern im Landtag. Zudem müsse aufgrund von EU-Vorgaben ohnehin jährlich ein Drittel der Thüringer Landesfläche aus der Luft fotografiert werden, so dass für jeden Quadratmeter alle drei Jahre ein aktueller Stand vorliege.

Die Vermessungspflicht war überdies mit einem enormen bürokratischen Aufwand verbunden - auch deshalb, weil sich nur etwa die Hälfte der Hauseigentümer daran hielt. Die Aufnahme der Luftbilder belaste den Landeshaushalt hingegen lediglich mit 100 000 Euro im Jahr.

Die Opposition bemängelte, dass die Ungenauigkeit von 30 Zentimetern, die bei den Luftaufnahmen einkalkuliert wird, zu groß sei, um Rechtssicherheit zu gewährleisten. Es sei offen, ob die geplante Änderung wirklich Kosten spare oder für zusätzlichen Ärger sorge, so die FDP-Fraktion. loa

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