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Neuer Ärger im Asylbewerberheim - Kühlschrank kracht durchs Fenster

Neuer Ärger im Asylbewerberheim - Kühlschrank kracht durchs Fenster

Juni ein Kühlschrank aus dem geschlossenen Fenster direkt auf die Wiese vors Haus. Wenig später folgte ein Stuhl. Verletzt wurde dabei zum Glück niemand.

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Erneut geht in der Flüchtlingsunterkunft ein Fenster zu Bruch.

Quelle: Thomas Haegeler

Diesmal krachte am 7. Darüber hinaus ist - nach übereinstimmenden Aussagen mehrerer Anwohner der Siegfried-Flack-Straße - auch das Müllproblem seit zwei, drei Wochen erneut aktuell.

 

Einige Anwohner scheinen bereits resigniert zu haben und nicht mehr an ein gutes Zusammenleben mit den Flüchtlingen in ihrer Nachbarschaft zu glauben. Sie versuchen, den Zustand zu ignorieren und nehmen ihn einfach hin. Gleichwohl richten sich Blicke von Passanten immer wieder zur Asylunterkunft, aus der laute Schlagermusik dringt, und in deren vierter Etage Fensterscheiben zerstört sind. Will man mit Anwohnern reden, winken diese aber meistens ab und sagen Sätze wie: "Das hat doch eh keinen Sinn."

 

Einige wenige erzählen mehr, regen sich über den Kühlschrank und in der Erde steckende Glassplitter auf, die erst Tage später entfernt wurden. Kleinere Scherben fanden sich zuhauf noch bis gestern auf der Wiese, die in den nächsten Tagen aber von Mitarbeitern des Landratsamtes weggeräumt werden. Auch diese Anwohner hatten sich nach dem OVZ-Bericht im April eine Besserung gewünscht, wollen aber noch nicht aufgeben. "Da muss was unternommen werden, das ist doch gefährlich", sagt etwa eine Rentnerin, die ihren Namen genauso wenig in der Zeitung lesen will wie ein Mann mittleren Alters: "Wir sind uns bewusst, dass man nicht alle in einen Topf werfen kann, verstehen aber nicht, dass man keine Handhabe hat." Die Städtische Wohnungsgesellschaft (SWG), der das Haus gehört, und das Landratsamt als Mieter bestätigen den erneuten Vorfall und kennen - wie viele Anwohner auch - den Verursacher, der schon für die Aktion im April verantwortlich gewesen ist. "Der Kühlschrank wurde beräumt und die Scherben müssen wir mit dem Landratsamt klären", sagte SWG-Sprecher Matthias Blättner auf OVZ-Nachfrage. Alles andere liege im Verantwortungsbereich des Mieters.

 

"Wir sind derzeit mit dem Landratsamt in der Diskussion, um eine Lösung für das Problem zu finden", fügte Blättner an. Die betreffende Person woanders unterzubringen, könnte eine Option sein. "Sicher ist, dass wir es so nicht weitergehen lassen können." Schließlich sei der Übeltäter "die einzige Person, die solche Probleme bereitet". Zudem räumte er ein, dass man in der Flack-Straße eine "schwierige Situation" habe, weil die Bewohner - je nach Status und Erteilung der Aufenthaltsgenehmigung - ständig wechseln. So gab es in dem Haus seit Beginn der Vermietung als Flüchtlingsunterkunft Ende 2014 weit über 100 Asylbewerber, die ein- und wieder auszogen. Rund 60 leben derzeit in dem Haus.

 

Abgesehen davon hat die Ausländerbehörde des Kreises ihre Ankündigung nach dem letzten Vorfall in die Tat umgesetzt und mit dem Verursacher gesprochen. "Wir haben dem uns bekannten Asylbewerber in aller Deutlichkeit klar gemacht, dass ein solches Verhalten nicht akzeptabel ist", sagte Andreas Brasche, Leiter des Fachdienstes Öffentliche Ordnung. Der Gesamtschaden aus kaputtem Fenster und Schrank von etwa 400 Euro sei inzwischen reguliert. Zu weiteren Inhalten könne man sich aufgrund des Datenschutzes nicht äußern.

 

Obwohl die erste Unterredung nicht fruchtete, wie der neuerliche Vorfall mit rund 500 Euro Schaden zeigt, setzt die Behörde ihre Strategie fort. "Zum nächsten Auszahltag am 30. Juni werden wir wieder das Gespräch suchen", erklärte Brasche. Rein rechtlich sei es möglich, Flüchtlingen neuen Wohnraum in vom Landratsamt angemieteten Objekten zuzuweisen. "In diesem Einzelfall ist die aktuelle Unterbringung in der Flack-Straße - nach Abwägung aller Optionen und gemachter Erfahrungen - die beste Möglichkeit. Wir sind bestrebt, die betreffende Person künftig jedoch im Erdgeschoss einzuquartieren."

 

Optimistischer als dieses Problem zu lösen, ist das Landratsamt bei der Müllentsorgung. Ab 1. Juli sollen zwei zusätzliche Sozialarbeiter helfen, "den gewachsenen Anforderungen an die Betreuung und Beratung vor Ort gerechter zu werden", so Brasche. Die dann insgesamt vier Sozialarbeiter sprechen Arabisch, Englisch, Spanisch, Französisch, Schwedisch und Polnisch, was Kommunikationshürden abbaue. "Auch werden die Kollegen intensiv auf die Müllentsorgung vor Ort eingehen, was hoffentlich zu einer Verbesserung der Situation führt."

Thomas Haegeler

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