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Neuer Anlauf für Wasserspiele auf dem Altenburger Markt

Im Bauausschuss Neuer Anlauf für Wasserspiele auf dem Altenburger Markt

In Altenburg gibt es einen neuen Anlauf für Wasserspiele auf dem Markt. Nach einem Vorschlag von Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) und Bauausschuss-Chef Peter Müller (Pro Altenburg) soll in der guten Stube ein thematisches Wasserspiel entstehen, was zum Großteil über Fördermittel finanziert wird. Entwerfen sollen es Studenten, Bürger und Stadtrat sollen einbezogen werden.

Damit der Altenburger Markt nicht so leer ist und belebter wird, könnte links vor dem Baum ein Brunnen oder eine Wasserspiel entstehen.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Totgesagte leben länger. Das gilt auch für den Marktbrunnen in Altenburg. Eigentlich wurde das Projekt zur Belebung der guten Stube Anfang des Jahres zunächst zu den Akten gelegt, nun aber feiert es fröhlich Urständ. So hoben es Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) und Bauausschuss-Chef Peter Müller (Pro Altenburg) wieder auf die Tagesordnung. Das ist bemerkenswert, weil beide bereits mit Vorstößen scheiterten.

Zur Erinnerung: Wolf unterstützte vor Jahren den Vorschlag des Heimatvereins, einen Barbarossa-Brunnen bauen zu wollen. Doch trotz Bürgerbeteiligung fiel die Sache beim Stadtrat durch: Zu groß, zu hässlich und mit 270 000 Euro viel zu teuer, lautete der Tenor. Dann ergriffen Müller und Pro Altenburg die Initiative, um am Ende ein Wasserspiel zu bekommen. Aber auch diese Aktion scheiterte, weil sich die Volksvertreter nicht auf eine Linie verständigen konnten. In der Folge gab Müller entnervt auf.

Nun präsentierte Bürgermeisterin Kristin Moos in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses „ein strategisch-taktisches Diskussionspapier“ zum „Wasserspiel für den Markt in Altenburg“. Wohlwissend um das verminte Terrain leitete sie dabei von den historischen Brunnen, die „in vielen Städten durch künstlerisch gestaltete Brunnenanlagen ersetzt“ wurden und die „dann oft die Komplexität von Wasserspielen erreichen“, zum neuen Vorschlag über. Demnach könnte auf der Fläche vor dem Baum zwischen Café Domizil und Tourismusinformation Altenburger Land ein thematisches Wasserspiel entstehen.

Dass es thematisch sein soll, hängt mit den Förderkriterien des Leader-Programms zusammen, worüber es zum Großteil finanziert werden soll. Denn weder ein Wasserschöpfbrunnen, noch ein einfaches Wasserdüsenfeld würden „die erforderliche Punktzahl erreichen“, führte Moos aus. Für den Entwurf will man Kunst- oder Design-Studenten aus Weimar, Halle oder Berlin gewinnen.

Als Vorgaben für die Studenten nannte Moos etwa ein regionales Thema und die Möglichkeit der Interaktion zwischen Mensch und Wasser mit Bezug zur Kompetenzentwicklung, zu Innovation, zu Generationenmiteinander oder als touristischer Magnet. Im Anschluss plant man, die Bürger zu beteiligen. Geschehen könnte das durch Ausstellungen von Ideen und Entwürfen, über die die Altenburger abstimmen können. Analog dazu soll der Stadtrat eingebunden werden, der dann auf Grundlage der Bürgerbeteiligung beschließt, was gemacht wird. An diese erste Planungsphase schließt sich die Realisierungsphase an, die erst begonnen wird, wenn die Finanzierung steht. Hier wäre neben Leader-Mitteln auch Städtebauförderung (bis 90 Prozent) möglich.

Nun haben die Fraktionen des Stadtrats bis zum 7. November Zeit, sich zu dem Vorschlag zu positionieren. OB Wolf wollte dazu nichts weiter sagen, bis das Feedback da ist. „Ich respektiere, dass die Fraktionen Zeit brauchen, und möchte, dass es erfolgreich wird.“ Müller, der eigentlich die Finger von dem Thema lassen wollte, begründet seinen Sinneswandel wie folgt: „Ich finde es gut, dass jemand von außen draufguckt und dass es so etwas wird, das ins Stadtbild passt.“ Auch sei mit dem neuen Vorstoß sicher, dass der Barbarossa-Brunnen vom Tisch sei. „Ich habe mit dem OB abgestimmt, alles zu versuchen, um den Bauausschuss so zu motivieren, dass es nicht wieder zerredet wird.“

Von Thomas Haegeler

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