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Altenburg Neuer SPD-Kreischef Dirk Schwerd schwört Genossen auf nötige Kurskorrekturen ein
Region Altenburg Neuer SPD-Kreischef Dirk Schwerd schwört Genossen auf nötige Kurskorrekturen ein
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18:50 30.09.2012

Von Jens Rosenkranz

Mit der größten Fraktion im Altenburger Stadtrat und etlichen Bürgermeistern sei die SPD die stärkste politische Kraft im Kreis, sagte Schubert. Bei seiner Amtsübernahme 1995 sei daran nicht zu denken gewesen. Als Sternstunde der SPD bezeichnete der 52-Jährige die gewonnenen Landrats- und Oberbürgermeisterwahlen 2000, wobei er OB Michael Wolf als Galionsfigur der Sozialdemokraten im Kreis hervorhob. Dass der einst in der SPD beheimatete Ex-Landrat Sieghardt Rydzewski aus der Partei austrat, zählte Schubert zu den negativen Dingen seiner Amtszeit, zu denen auch rückgängige Mitgliederzahlen gehörten. Als eine der größten Sorgen nannte er die Lage in Lucka, wo das Agieren von Bürgermeisterin Kathrin Backmann (SPD) durch Genossen behindert werde, "die ihr nicht so richtig folgen wollen." Eine weitere Baustelle sei für den scheidenden Vorsitzenden die von Altenburg kritisierte Fusion zwischen Saara und Nobitz. Schubert äußerte Verständnis für die Interessen der Kreisstadt, die auf Aufgaben-Erfüllung und Einwohnerzahlen achten müsse. Schubert bezeichnete die angestrebte Fusion als nicht besonders günstig, man müsse aber auch den Bürgerwillen in beiden Gemeinden zur Kenntnis nehmen. Akzeptiere man dies nicht, entstehe ein dauerhafter Unfrieden in der Region.

Für Schubert wie auch für SPD-Urgestein und Kreistagsmitglied Volker Schemmel sei allein die CDU Schuld, dass es in Thüringen noch immer keine klaren Vorgaben für Gebietsreformen gebe. Gebe es diese, "wären wir nicht in dieser fatalen Lage, in die wir reingeschlittert sind", sagte Schemmel. Es müsse aufhören, dass sich die Sozialdemokraten gegenseitig beschimpfen, nahm auch Altenburgs Oberbürgermeister Michael Wolf Bezug auf den Fusionsstreit. Der OB rief zu Geschlossenheit und Solidarität in schwierigen Zeiten und bei schwierigen Themen auf. Ebenso forderte er Glaubwürdigkeit sowie Ehrlichkeit ein und bemängelte die zu geringe Präsenz seiner Partei bei den Bürgern vor Ort.

Der neue Vorsitzende rief zu einem sachlichen Umgang untereinander auf. Streit dürfe es geben, aber keine Hetzkampagnen, wies Schwerd vor allem auf die Außenwirkung seiner Partei hin. Der Streit um die Fusion sei parteipolitisch schädlich gewesen. Beim Thema Lucka sei ein Punkt erreicht, wo der Vorstand nicht mehr eingreifen oder vermitteln könne, da private Differenzen auf der politischen Bühne ausgetragen würden. "Die Quittung dafür geben uns die Wähler in Lucka", mahnte der Kreistagsfraktionschef. Als wichtigste Ziele nannte er eine bessere Öffentlichkeitsarbeit, mehr Vertrauen bei den Wählern und ein stärkeres Engagement der Mitglieder. Deswegen zeigte sich Schwerd auch über die Teilnahme von nur 38 Mitgliedern an der Versammlung am Sonnabend bei einer Gesamtzahl von 150 im Landkreis enttäuscht.

Bei der geheimen Wahl zum Vorsitzenden erhielt der 37-Jährige alle der abgegebenen Stimmen. Zu seinen Stellvertretern wählten die Mitglieder Kathrin Backmann, die 89 Prozent der Stimmen bekam, sowie den Altenburger Ortsvereinsvorsitzenden Norman Müller, der 76 Prozent Zustimmung erhielt, Hartmut Schubert hatte für den Vorsitz nicht wieder kandidiert, um den Generationswechsel zu befördern, wie der 52-Jährige der OVZ sagte. Der Sozialstaatssekretär bleibt weiter Mitglied im Kreisvorstand, ist Vorsitzender des Gößnitzer Ortsverbandes und will 2014 erneut als Landtagsabgeordneter kandidieren.

-Kommentar

Der neue Vorstand und er selbst stehen bereit, um in Konfliktfällen zu vermitteln, kündigte Dirk Schwerd am Sonnabend sein Rezept an, innerparteiliche Streitigkeiten zu schlichten. Denn das schlechteste wäre, sich auseinanderdividieren zu lassen, sagte er. Seit 2004 ist der gebürtige Altenburger Mitglied der SPD. Der 37-Jährige wurde 2009 in den Kreistag gewählt und leitet seitdem die Fraktion der Sozialdemokraten. Für Aufsehen sorgte er im Dezember 2011 mit der Rücknahme seiner Kandidatur zur Landratswahl in diesem Jahr. Dies geschah aus familiären Gründen und war in der SPD und beim politischen Gegner auf Verständnis gestoßen.

Der studierte Jurist und Rechtsanwalt engagiert sich in seiner Freizeit in der Radsportabteilung des SV Aufbau Altenburg. Er fährt gern Motorrad und Ski. Dirk Schwerd ist geschieden und hat zwei Kinder.

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